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Urs Emmenegger verlässt den «Adler» in Hergiswil

Die Betreiber der Rathaus Brauerei Luzern übernehmen das Hergiswiler Glasi-Restaurant Adler. Urs Emmenegger hat die Freude am Wirten verloren.
Simon Mathis
Urs Emmenegger im Garten des Glasi-Restaurants Adler. (Bild: Manuela Jans-Koch, Hergiswil, 26. Juni 2019)

Urs Emmenegger im Garten des Glasi-Restaurants Adler. (Bild: Manuela Jans-Koch, Hergiswil, 26. Juni 2019)

Ein Gastro-Urgestein kehrt seinem letzten Restaurant den Rücken: Urs Emmenegger verlässt das Restaurant Adler in Hergiswil, das er rund 24 Jahre lang bewirtete. Die stellvertretende Geschäftsführerin Cristiana Mouzinho wird das Restaurant bereits Ende Juli verlassen. Per 1. Januar 2020 übernimmt eine neue Pächterin das Lokal im 
Besitz der Glasi Hergiswil. Es handelt sich um die Luzerner Gambrinus Gastronomie AG, repräsentiert durch den Geschäftsführer Alois Keiser. Gambrinus führt in Luzern den Stadtkeller, die Rathaus Brauerei und das Helvetia. Nun wird der Adler das vierte Lokal im Bunde – erstmals eines ausserhalb von Stadt und Kanton Luzern.

Die rund 25 Mitarbeiter des «Adler» bleiben dort beschäftigt. Auch Emmenegger selbst geht der Glasi nicht ganz verloren; gemeinsam mit Frau und Tochter wird der Hergiswiler weiterhin die Glasi-Bar und das Seelokal betreiben.

Die Lockerheit 
ging verloren

«Meine Pensionierung ist noch in weiter Ferne», sagte Urs Emmenegger vor zwei Jahren, als er das Präsidium von Gastro Nidwalden abgab. Mittlerweile klingt das anders: «Ja, ich wollte ursprünglich länger wirten», sagt der 66-jährige Emmenegger auf Anfrage. «Aber ehrlich gesagt habe ich die Nase voll. Mir hat’s den Zapfen abgejagt.» Emmenegger hadert mit der heutigen Gastroszene: «Es ist nicht mehr lustig. Früher konnte man Wirt sein und Gastgeber spielen. Heute muss man sich überall rechtfertigen – und das vor Leuten, die zu Unrecht meinen, alles besser zu wissen.»

Emmenegger verweist dabei insbesondere auf Bewertungsportale im Internet, von denen er gar nichts hält. Auch das nötige Personal für einen 7-Tage-Betrieb aufzutreiben, sei äusserst schwierig. Er verspüre einen gewissen Frust. «Ich konnte die Sache nicht mehr so locker nehmen wie früher. Aber seitdem ich mich dazu entschieden habe, kürzer zu treten, schlafe ich nachts wieder ruhig», sagt er mit einem Lachen.

Eines Abends habe Emmenegger am Stammtisch verlauten lassen, dass er bald aufhören wolle. Das habe hohe Wellen geworfen, und danach hätten sich mehrere interessierte Bewerber bei ihm gemeldet. Unter ihnen auch Alois Keiser. «Diese Gelegenheit haben wir am Schopf gepackt», sagt Emmenegger. «Denn für ein so umsatz- und personalintensives Lokal brauchen wir einen verlässlichen Partner.»

Restaurant bleibt in 
Hergiswiler Händen

«Wir treten in grosse gastronomische Fussstapfen», sagt der 45-jährige Hergiswiler Alois Keiser. «Wir freuen uns darauf, die Erfolgsgeschichte von Urs Emmenegger weiter zu schreiben.» Teil einer offensiven Wachstumsstrategie sei die Übernahme des «Adlers» nicht. Keiser: «Wir wollen gesund wachsen und bewerben uns um gastronomische Perlen.»

Das Konzept des «Adlers» soll weitergeführt werden, da es erfolgreich sei. «Auch den Draht zu den Hergiswiler Vereinen und Anwohnern wollen wir 
behalten», sagt Keiser, dessen Brüder Hansueli und Christoph Keiser die Alp- und Gastwirtschaft Unter- und Oberlauelen bewirtschaften. Und natürlich wollen auch die Besucher der Glasi bedient sein: Das Museum zieht jährlich bis zu 120000 Personen an.

«Urs und ich trennen uns als Freunde – wohl beide mit einer Träne im Auge», sagt Robert Niederer, Inhaber der Glasi und des Restaurant Adlers. Gemeinsam mit Cristiana Mouzinho habe Emmenegger massgeblich zum Erfolg beigetragen. Niederer habe Alois Keiser schon seit langem als möglichen Nachfolger im Kopf gehabt: «Gambrinus Gastronomie garantiert, dass das Glasi-Restaurant professionell und mit Freude weitergeführt wird.» Für Urs Emmenegger beginnen nun die letzten fünf Monate im «Adler». «Das Schlussbouquet machen wir dann an Sylvester», sagt er mit einem Schmunzeln.

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