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Velofahrt an die Arbeit wird in Obwalden und Nidwalden beliebter

Der Anmeldeschluss ist erst Ende Mai. Doch schon jetzt ist klar, dass es dieses Jahr in unseren beiden Kantonen einen Teilnahmerekord gibt. Bei Pro Velo hofft man, dass die Begeisterung auch nach den Monaten Mai und Juni anhält.
Marion Wannemacher
Dank Stephan Meier macht auch die Belegschaft des Seniorenzentrums Zwyden regelmässig mit. (Bild: Dominik Wunderli (Hergiswil, 25. April 2019))

Dank Stephan Meier macht auch die Belegschaft des Seniorenzentrums Zwyden regelmässig mit. (Bild: Dominik Wunderli (Hergiswil, 25. April 2019))

Damit hätte selbst Monika Küng, Co-Präsidentin von Pro Velo Unterwalden, nicht gerechnet. Der Anmeldeschluss für die Aktion Bike to work (Mit dem Velo zur Arbeit) ist noch nicht vorbei, und bereits gibt es einen Teilnehmerrekord für Ob- und Nidwalden. «Bis heute sind 42 Betriebe angemeldet, 23 in Nidwalden und 19 in Obwalden. Ich bin selber sehr positiv überrascht. Es machen 50 Prozent mehr Betriebe mit als in den vergangenen Jahren», freut sie sich. «Könnte diese Zunahme auf die laufende Klimadiskussion zurückgeführt werden oder ist es eine Reaktion darauf, dass der Verkehr auf der Strasse zur Rushhour zunehmend überlastet ist?», fragt sie.

Zu den regelmässigen Teilnehmern von Bike to work gehört das Hergiswiler Seniorenzentrum Zwyden. Seit insgesamt zehn Jahren nimmt dessen Belegschaft dank Stephan Meier an der Aktion teil. Der Bereichsleiter Pflege koordiniert diese unter den Mitarbeitern von Anfang an. Vor zehn Jahren war er bei Pro Velo Unterwalden im Vorstand und suchte nach Betrieben in Ob- und Nidwalden, die Bike to work mittragen.

Für sein Engagement gab es unterschiedliche Gründe. «Ich unterstütze Velo-Förderung generell. Der wichtigste Faktor ist der Gesundheitsaspekt. Gerade auf kurzen Strecken ist es besonders wichtig, dass Arbeitnehmer mit dem Velo statt mit dem Auto zur Arbeit fahren.»

Jeder Dritte nimmt teil an Bike to work

Mittlerweile kommt im «Zwyden» während der Aktion fast jeder dritte (40 von 140) Arbeitnehmer mit dem Velo zur Arbeit. Darunter seien Kollegen aus dem Dorf selber oder auch von Sachseln oder Stans. Aus den 20 Teilnehmern von vor zehn Jahren im «Zwyden» sind mittlerweile 40 geworden. «Das ist ein sehr hoher Anteil», findet Meier.

Er ist sich bewusst, dass von nichts nichts kommt. «Wir haben intern einen Anreiz geschaffen», erzählt er. Der Arbeitgeber stiftet Preise, die beispielsweise für ein gemeinschaftliches Essen im Team genutzt werden. Mit der Lohnabrechnung erhält der Arbeitnehmer eine Einladung für die Teilnahme. Ausserdem sucht Stephan Meier das persönliche Gespräch mit den Kollegen. Verbissen zeigt er sich nicht. «Ich versuche, sie zu motivieren, doch in der begrenzten Zeit auszuprobieren, wie es ist, mit dem Velo zur ­Arbeit zu fahren.»

Erschöpft im Kreisel hängen geblieben

Dabei machen die Teilnehmer so ihre Erfahrungen. «Eine Mitarbeiterin aus Alpnach rief mal im Kreisel Stansstad ihren Mann an. Er musste sie aufgrund einer Erschöpfung holen kommen», berichtet Meier. Andere wieder erzählen nach dem ersten Tag von ihrem Muskelkater ob der ungewohnten Anstrengung.

Mit einem gemeinsamen Pastaessen startet jeweils die Aktion im Betrieb in Hergiswil, mit einem Apéro mit interner Preisverleihung endet sie. Pünktlich zum zehnjährigen Jubiläum kann jeder Mitarbeiter, der bei Bike to work mitmacht, sein Velo vom technischen Dienst im Haus kostenlos aufpumpen lassen.

Unterschiedlich fielen die Reaktionen aus, weiss der Bereichsleiter Pflege: «Mancher sagt, es habe ihm gut getan.» Auch helfe das Gemeinschaftsgefühl sonst im Arbeitsalltag, wenn man Kollegen, mit denen man bisher noch nichts zu tun gehabt habe, von einer anderen Seite kennen lerne. Übrigens geht das Kader im «Zwyden» mit positivem Beispiel voran. «Alle Bereichsleiter machen mit», betont Meier. Er selbst kommt, wenn es nicht gerade Bindfäden regne, von Sachseln mit dem Velo zur Arbeit. Und noch einen positiven Effekt habe Bike to work im Seniorenzentrum. Es stehen während der Aktion mehr von den an sonst raren Parkplätzen zur Disposition.

Von jetzt an immer mit dem Velo zur Arbeit

Monika Küng, Co-Präsidentin von Pro Velo Unterwalden, freut sich vor allem über Kurzstreckenpendler, die nach der Aktion Bike to work auch beim Velo bleiben. «Es gibt unter den Teilnehmern solche, die ohnehin schon mit dem Velo zur Arbeit fahren, und einige, die für die Aktion umsteigen. Vereinzelt bleiben sie gar dabei, wie jene Velofahrerin aus ­Alpnach, die sich aufgrund der Aktion ein E-Bike gekauft hat und nun regelmässig von dort zur Arbeit nach Sachseln fährt.»

Bike to work ist eine nationale Aktion von Pro Velo Schweiz im Mai/Juni. Anmelden kann sich bis spätestens Ende Mai. Mehr Infos: www.biketowork.ch

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