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«Verdichten ist ein Gemeinschaftsprojekt»

An der Museumstagung unter dem Titel « Nidwalden gestalten. Eine städtebauliche Herausforderung» war unbestritten, dass durch bauliche Verdichtung nach innen die drohende Zersiedelung zu stoppen sei.
Diskussion über bauliche Herausforderungen im Kanton Nidwalden (von links): Stefan Kurath, Köbi Gantenbein (Moderation), Regierungsrat Josef Niederberger und Angelus Eisinger. (Bild: Christian Hartmann/PD)

Diskussion über bauliche Herausforderungen im Kanton Nidwalden (von links): Stefan Kurath, Köbi Gantenbein (Moderation), Regierungsrat Josef Niederberger und Angelus Eisinger. (Bild: Christian Hartmann/PD)

Anhand von Praxisbeispielen zeigten Raumplaner und Architekten an der Tagung des Nidwaldner Museums auf, wie inneres Verdichten ohne Einbusse der Lebensqualität erfolgen kann und welche Hürden zu nehmen sind. Für die Akzeptanz solcher Projekte seien frühzeitig möglichst alle Akteure ins Boot zu holen. Das Nidwaldner Museum wolle nicht nur vergangene Zeiten dokumentieren und erforschen. Deshalb setze es sich in Zusammenarbeit mit der Wirtschaftsförderung an einer Tagung mit der Gegenwart und der Zukunft des Kantons auseinander, erklärte Stefan Zollinger, Leiter des Nidwaldner Museums, die Motivation. «Die meisten denken beim Wohnen immer noch an das eigene Haus mit Garten. Man schätzt einerseits die urbanen Vorteile der Region, will die Vorstellungen vom ländlichen Kanton aber nicht aufgeben. Diese Spannung zeigt sich zugespitzt, wenn es um Verdichtungsprojekte geht.» Dasselbe gelte für Gewerbeareale.

Verdichtung: Vom Dilemma zur Chance

Auf dieses Dilemma wies auch der Nidwaldner Baudirektor und Regierungsrat Josef Niederberger mit der provokativen Frage hin: «Wieviel Verdichtung ist bei Ihrem Nachbarn angemessen?» Bei der Verdichtung müsse die Qualität des Bestehenden verbessert werden. Je höher die Dichte, desto höher sei der Anspruch auf diese Qualität. Verdichten gehe deshalb nur miteinander. Ebenso brauche es Freiräume. Professor Stefan Kurath vom Institut Urban Landscape an der ZHAW Winterthur zeigte an verschiedenen Beispielen auf, wie Gewerbezonen im Rahmen der Verdichtung aufgewertet wurden. Bei der ganzheitlichen Planung von entsprechenden Gebieten seien zum Beispiel der Langsamverkehr, Verpflegungsmöglichkeiten und Pausenräume, der Anschluss an den öffentlichen Verkehr oder das Angebot der Kinderbetreuung zu beachten. So sei langfristig auch zu überlegen, ob kleinere Gebiete zu einem neuen, grösseren Gewerbeareal zusammengeschlossen werden könnten.

«Verdichten muss ein Gemeinschaftsprojekt sein. Die schonungslose Diskussion muss von Anbeginn stattfinden, wenn die Entwicklung neuer Ideen gelingen soll», betonte Angelus Eisinger, der in Sarnen aufgewachsen ist und heute als Direktor der Regionalplanung Zürich und Umgebung arbeitet. Verdichtung mit Qualität heisse oft, Kooperationen einzugehen und gemeinsam nach Lösungen zu suchen. Am Beispiel von zwei neuen Wohngebäuden im Zentrum von Stans zeigte der zuständige Architekt Ivo Lütolf auf, wie zwei Bauherren mit gemeinsamer Planung auf begrenztem Raum zwei Wohnhäuser realisierten. Die Häuser richteten sich nach den vorgegebenen Gassen und örtlichen architektonischen Eigenheiten.

Mittels eines visuellen Rundgangs durch Stans stellte Elsbeth Flüeler, Kulturgeografin, die Freiräume im Dorf Stans vor. Sie zeigte die «alten» und die «neuen» Freiräume mit ihren Vorzügen und Nachteilen. «Viele Plätze und Wege in Stans sind heute privat. Es gibt zum Glück immer wieder Leute, die am alten Stans anknüpften und Gassen und Plätze multifunktional nutzen und so den Gemeinsinn fördern.» (pd/red)

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