VERKEHR: ÖV wird günstiger für den Kanton

Der öffentliche Verkehr ist auf Kurs: Bahn und Bus verzeichnen Rekordwerte. Der Kanton kann deshalb nun seine Abgeltungen um mehr als 1 Million Franken kürzen.

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Ein Postauto vor dem Winkelrieddenkmal in Stans. (Bild: PD)

Ein Postauto vor dem Winkelrieddenkmal in Stans. (Bild: PD)

Adrian Venetz

adrian.venetz@nidwaldnerzeitung.ch

Regelmässig unterbreitet die Regierung dem Landrat einen Rahmenkredit, um die Leistungen des öffentlichen Verkehrs abzugelten. Für die Jahre 2018 und 2019 liegt der Kredit für die ÖV-Abgeltungen 1,4 Millionen Franken tiefer, wie die Regierung gestern mitteilte. 2016 und 2017 betrug der Kredit total 15,8 Millionen Franken, nun sollen es 14,4 Millionen sein.

Weshalb die Kürzung? Zurückzuführen ist dies vor allem auf die «erfreuliche Entwicklung bei wichtigen Kennzahlen», schreibt die Nidwaldner Regierung. Weil Zentralbahn und Busse mehr Passagiere verzeichnen und die Transportunternehmen folglich mehr Einnahmen verzeichnen, braucht es weniger Geld vom Kanton. Zudem habe sich die «Effizienz der Transportunternehmen verbessert», schreibt die Regierung. Auch dies führe zu tieferen Abgeltungen pro Kurs-Kilometer.

Markante Zunahme dank Touristen aus Asien

Ein weiterer Grund für den tieferen Kredit sind zusätzliche Mittel vom Bund. Und schliesslich stünden 2018 und 2019 keine grösseren Angebotsausbauten an. «Es sind lediglich eine zusätzliche S-Bahn-Verbindung am frühen Morgen von Wolfenschiessen nach Luzern und drei zusätzliche Kurspaare auf der Buslinie Wolfen­schiessen–Oberrickenbach vorgesehen.» Die «erfreuliche Entwicklung», von der die Regierung schreibt, lässt sich anhand einiger Zahlen festmachen: Die gefahrenen Kurskilometer sind zwischen 2013 und 2016 bei der Bahn um 4,8 Prozent gestiegen, beim Bus gar um 10,7 Prozent. Zugenommen hat auch die Zahl der Fahrgäste – um mehr als 31 Prozent auf dem Nidwaldner Ast der Zentralbahn – dies vor allem dank asiatischen Touristen – und fast 17 Prozent bei den Buslinien.

Steigender ÖV-Anteil noch unter dem Schweizer Schnitt

Alle 5 Jahre führt das Bundesamt für Statistik eine Erhebung zu Mobilität und Verkehr in der Schweiz durch. Dazu gehört auch der sogenannte Modalsplit, also eine Untersuchung zur Verkehrsmittelwahl der Bevölkerung. Hier hat sich in Nidwalden gezeigt, dass immer mehr Kilometer mit dem öffentlichen Verkehr statt mit dem Auto zurückgelegt werden. Zwischen 2010 und 2015 hat sich der Anteil der mit dem ÖV zurückgelegten Distanz von 12,2 auf 18,1 Prozent erhöht. Das ist zwar noch immer tiefer als der Schweizer Schnitt (24,4 Prozent), trotzdem sei «die deutliche Verbesserung des ÖV-Anteils in Nidwalden erfreulich», schreibt die Regierung.