Kolumne
Vernunft statt Panik

Nationalrat Peter Keller (SVP) schreibt in seiner Stimme aus Bern über das Coronavirus, das die ganze Schweiz in Geiselhaft hält.

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Peter Keller, SVP-Nationalrat Nidwalden.

Peter Keller, SVP-Nationalrat Nidwalden.

Bild: PD

Dieses Ausmass hat niemand erwartet. Fast die ganze Schweiz steht still. Ein Virus hält uns in Geiselhaft. Wir hoffen und beten, dass dieser Ausnahmezustand bald vorbei ist. Wir hoffen, beten – und handeln! Es gibt zwei Hauptbotschaften. Der Virus hat eine klare Zielgruppe: Menschen ab 65 Jahren und Menschen mit einer Vorerkrankung. Extrem gefährdet sind Personen, die beides sind: alt und mit Vorerkrankung. Dazu gehören Bluthochdruck, Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Chronische Atemwegserkrankungen, Krebs und ein geschwächtes Immunsystem.

In Italien wurden 2000 der ersten 3000 Opfer genauer untersucht. Das Durchschnittsalter der Verstorbenen lag bei 79,5 Jahren. Und 99,2 Prozent hatten bereits eine schwere Vorerkrankung. Was heisst das? Wir müssen Menschen ab 65 und Menschen mit Vorerkrankungen konsequent schützen. Und diese müssen sich selber schützen: indem sie den Kontakt mit Personen meiden, die nicht in ihrem Haushalt leben.

Was sagen uns die Zahlen aus Italien noch? Kinder haben praktisch keine Corona-Symptome, auch viele der jüngeren und gesunden Menschen nicht. Das ist einerseits positiv: Wir müssen nicht in Panik ausbrechen. Aber es ist eben auch heimtückisch: Wir können uns anstecken, ohne dass wir es merken, und das Virus verbreiten, ohne dass wir es merken. Darum ist jeder gefordert: Abstand halten, regelmässig die Hände waschen, unnötige Kontakte vermeiden. Besonders zu den Hochrisikogruppen.

Die drastischen Massnahmen des Bundesrates haben ein Ziel: Wir müssen die Ausbreitung des Virus in den Griff bekommen. Unsere Spitäler haben die fachlichen Möglichkeiten, Menschen mit einer Corona-Erkrankung zu retten. Aber sie haben nur eine begrenzte Zahl Betten in den Intensivstationen und eine begrenzte Zahl von Beatmungsgeräten.

Vergessen wir nicht: Unsere Spitäler und Gesundheitsfachleute haben ja auch noch den «Normalbetrieb» zu bewältigen: Krebspatienten, Unfallopfer, Menschen mit einer anderen akuten Erkrankung. Darum: Schützen Sie sich selber und andere vor Ansteckungen! Aber es gibt keinen Grund, in Angst und Panik zu geraten. Das hilft niemanden – aber eigenverantwortliches Handeln.