VERWALTUNG NIDWALDEN: Leistungslohn: «Die Zeit dafür ist reif»

Über die Lohnerhöhung für Verwaltungs­angestellte wird im Landrat ständig gefeilscht. Würde ein klar definierter Leistungslohn mehr Konsens schaffen?

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Der Kanton bietet vielfältige Jobs an - zum Beispiel am Kantonsspital. (Bild Fabian Fellmann/Neue NZ)

Der Kanton bietet vielfältige Jobs an - zum Beispiel am Kantonsspital. (Bild Fabian Fellmann/Neue NZ)

Lohnerhöhungen für die Angestellten der Verwaltung provozieren im Landrat seit Jahren heftige Debatten. 

So auch im vergangenen Mai, als der Landrat einem Teuerungsausgleich von 2 Prozent ab Juli zugestimmt und dafür einen Nachtragskredit von 520 000 Franken gesprochen hat. Allerdings muss dieser, entgegen dem Antrag der Regierung, zur Hälfte für Leute mit überdurchschnittlicher Leistung aufgewendet werden.

Kein «Giesskannenprinzip»
Die Debatte um einen Leistungslohn angestossen hat Landratspräsident Alfred Bossard (FDP). In einem schriftlichen Antrag forderte er, dass der Nachtragskredit nicht für eine generelle, sondern für eine individuelle Lohnanpassung verwendet werden müsse. «Für eine solche Anpassung an die Privatwirtschaft ist die Zeit reif. Jedem Mitarbeiter generell eine Lohnerhöhung zu gewähren entspricht dem Giesskannenprinzip.» 

Bossard möchte damit auf den Umstand reagieren, dass es für die Verwaltung zunehmend schwierig wird, gute Leute zu finden und zu halten. «Wenn einer am Lohnband ansteht, besteht keine Chance, bei guter Arbeit sein Salär weiter zu erhöhen.» 

Lohnerhöhung als direkte Motivation
Gemäss Bossard, Chef der Raiffeisenbank Vierwaldstättersee-Süd, soll eine Lohnerhöhung von bis zu 10 Prozent bei guter Leistung möglich sein. Schlechte Mitarbeiter hingegen sollen leer ausgehen. «So ist es in der Privatwirtschaft üblich.» Eine Qualitätssicherung der Mitarbeiterbewertung betrachtet er als Voraussetzung dafür. «Wie diese funktioniert, muss das Kader der Verwaltung selber ausarbeiten.» Er werde aber als Präsident der landrätlichen Aufsichtskommission ein Auge darauf halten.

Eine individuelle Entlöhnung, die konsequent auf erbrachte Leistung ausgerichtet ist, fordert CVP-Landrat Fritz Renggli. Diese soll im Personalbesoldungsgesetz die bisherige Mischform von genereller und individueller Lohnanpassung ersetzen. Zwischen guten und schlechten Angestellten von gleichem Alter und mit gleicher Ausbildung wünscht er sich langfristig einen Lohnunterschied von bis zu 20 Prozent.

Urs Rüttimann

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Mittwoch in der Neuen Nidwaldner Zeitung.