Verzögerung der Strassensanierung ärgert viele Kehrsiter

Die Einwohner befürchten Änderungen am Transportkonzept mit der Autofähre während der Strassensanierung. Etliche machten am Infoabend des Kantons ihrem Unmut Luft.

Philipp Unterschütz
Drucken
Teilen
Viele Anwohner kritisieren die Verschiebung der Sanierung der Kehrsitenstrasse.  (Bild: Corinne Glanzmann, Kehrsiten, 28. August 2019)

Viele Anwohner kritisieren die Verschiebung der Sanierung der Kehrsitenstrasse.  (Bild: Corinne Glanzmann, Kehrsiten, 28. August 2019)

Eine Mischung aus Unzufriedenheit und Besorgnis war aus den Voten etlicher der rund 40 Kehrsiterinnen und Kehrsiter zu spüren, die sich am Montagabend die Neuigkeiten im Zusammenhang mit der Sanierung der Kehrsitenstrasse anhörten. Landammann Alfred Bossard, Baudirektor Josef Niederberger, Kantonsingenieurin Stephanie von Samson und Richard Blättler, Abteilungsleiter Realisierung beim Amt für Mobilität, informierten im Oberstufenschulhaus Stansstad aus erster Hand, warum die Sanierung der Strasse sich um mindestens ein Jahr verzögern wird.

Dass unter Berücksichtigung der einzig eingegangenen Offerte die voraussichtlichen Kosten knapp 3 Millionen Franken oder 18 Prozent über dem vom Landrat bewilligten Kredit liegen, sorgte bei einigen für Kopfschütteln. Auf Fragen aus dem Publikum präzisierte Richard Blättler, dass diese Mehrkosten je zur Hälfte auf die Massnahmen für den Steinschlagschutz und das Erschliessungskonzept mit den Fährtransporten zurückzuführen seien. So würden insbesondere der Bau von Anlegestellen und Autowarteräumen massiv teurer sein als angenommen.

Am Transportkonzept darf nicht gerüttelt werden

Landammann Bossard machte ungeduldigen Bürgern klar, dass das Finanzhaushaltsgesetz bei einer Kostenüberschreitung von über fünf Prozent nun einmal vorschreibe, dass beim Landrat ein Nachtragskredit verlangt werden müsse – und wie das Vorgehen dafür ist. Die Vorlage sei deshalb frühestens am 18. Dezember möglich. Zuerst müssten die Gründe für die Mehrkosten genau analysiert, das ganze Projekt nochmals hinterfragt und auf Optimierungsmöglichkeiten hin untersucht werden. «Und am Schluss entscheidet ganz allein der Landrat, egal was beantragt wird», machte Bosshard klar.

Dies liess bei einigen Zuhörern Bedenken wach werden, dass nun am Projekt «geschraubt» werde. Insbesondere wegen der unterschätzten Kosten wurden Änderungen am Transportkonzept befürchtet. Das wolle man nicht akzeptieren, sagte ein Kehrsiter.

Gemeinderat Andy Christen, der auch Mitglied in der Begleitkommission Kehrsitenstrasse ist, zeigte zwar Verständnis für die «Zwangslage» des Kantons, aber auch er betonte die Wichtigkeit, dass am bestehenden Transportkonzept nicht gerüttelt werde. Die Begleitgruppe werde speziell darauf achten. «Die Lösung, mit der Fähre die Autos zu transportieren, ist die beste für die unangenehme Situation.» Würden nur Personenboote verkehren, müssten etliche Einwohner längere Fussmärsche in Kauf nehmen, um nur schon zum Boot zu gelangen.

Sicherheit der Strasse ist gewährleistet

Länger besprochen wurden auch die Sorgen der Bevölkerung, ob die Strasse denn überhaupt sicher sei, fast täglich würden Steine herunterfallen. Landammann Bossard beschwichtigte, dass man an so einem Ort nie eine 100-prozentige Sicherheit gewährleisten könne.

«Wenn der Geologe gesagt hätte, die Sicherheit sei nicht mehr gegeben, hätten wir sofort und unabhängig vom Kredit Massnahmen ergriffen.»

Das ist laut Alfred Bossard aber nicht nötig. Kantonsingenieurin Stephanie von Samson ergänzte, dass man bereits in Auftrag gegeben habe, dass die Steinschlagschutznetze über der Strasse im Spätherbst gereinigt werden. «Da wird ein Geologe dabei sein, der die Situation gründlich prüft.» Auch der Schutzwald werde kontrolliert. Zwei Mal wöchentlich mache man zudem künftig Kontrollfahrten auf der Kehrsitenstrasse. Vorgezogen würden im übrigen die Massnahmen, welche das Herumklettern in den Schutznetzen (wir berichteten) verhindern sollen.

Beruhigen konnten die Kantonsvertreter die Anwesenden hinsichtlich der Notfallorganisation. «Diese steht, wir müssten nur auf den Knopf drücken», sagte Richard Blättler und erklärte eingehend die Abläufe bei Notfällen oder Ereignissen unter Mitwirkung der verschiedenen Blaulichtorganisationen.