Leserbrief

Vierzig Jahre dauert es bis zur Serienreife eines Thorium-Flüssigsalzreaktors

Zum «Ich meinti»-Beitrag «Blackout über Nidwalden?» vom Mittwoch, 18. November

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Desillusioniert las ich den Beitrag von unserem künftigen «Ich meinti»- Schreiber Dolf Stockhausen über die Energiewende in Nidwalden. Ich bin mit ihm einig, dass ein Thorium-Flüssigsalzreaktor eine geringere Gefahr für Leib und Leben im Betrieb darstellt. Jedoch ist die Gefahr durch einen terroristisch motivierten Anschlag genau so vorhanden wie bei den herkömmlichen Atomkraftwerken. Auf die Frage nach der Rohstoffgewinnung und die daraus resultierende Abhängigkeit von ausländischen Staaten wurde in seinem Text nicht eingegangen.

Zudem gehen verschiedene Nuklearexperten von vierzig Jahren bis zur Serienreife eines solchen Reaktors aus. Auch dürfte der Preis solcher Energie beträchtlich höher sein als die alternativen von Sonne, Wind und Biomasse. Ich las im Text auch, dass die Geschäftsführung des EWN besorgt über die Versorgungssicherheit im Kanton Nidwalden ist. Um diese Besorgnis zu entkräften, empfehle ich dem EW und allen interessierten Mitbürgerinnen und Mitbürgern, das Buch «Kraftwerk Schweiz» von Anton Gunzinger zu lesen. Er beschreibt darin unter anderem auch, wie die Elektromobilität durch ihre neu bestehenden Speicherkapazitäten mit den an den richtigen Standorten aufgestellten Zapfsäulen zu einem ausgeglicheneren Peak führen würde.

Dem EWN würde ich empfehlen, sich auf die Verteilung der Energie, die schon jetzt und in Zukunft auch durch verschiedene private Stromproduzenten generiert wird, zu konzentrieren. Und sich in den Dienst der Bevölkerung mit einem etwas anderem Verständnis in Sachen Energieanbieterdefinition zu stellen. Nämlich in Form von Betrieb von und Beteiligungen an Seewasser- und Erdwärmepumpanlagen in grösserem Stil. Und zuletzt sei die Frage an unsere Zeitung erlaubt, ob keine junge, innovative Stimme für die Kolumne «Ich meinti» gefunden werden konnte.

Steff Hürlimann, Stans