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Villa Kunterbunt in Obbürgen will eine Alternative zur Volksschule bieten

Seit den 1990er-Jahren gibt es in Nidwalden keine Privatschule mehr. Ab nächstem Schuljahr soll im alten Schulhaus Obbürgen die Villa Kunterbunt ihre Türen öffnen. Ihr Konzept basiert auf selbst gesteuertem, kreativem und eigenständigem Lernen.
Philipp Unterschütz
Das Team der Villa Kunterbunt Tanja Niggel (links), Barbara Zürcher und Bebbi Imhof vor dem Schulhaus. (Bild: Pius Amrein (Obbürgen, 6. Februar 2019))

Das Team der Villa Kunterbunt Tanja Niggel (links), Barbara Zürcher und Bebbi Imhof vor dem Schulhaus. (Bild: Pius Amrein (Obbürgen, 6. Februar 2019))

Privatschulen haben in Nidwalden seit den 1990er-Jahren einen schweren Stand – heute gibt es keine einzige. Das wird sich im Sommer ändern: Im Schulhaus Obbürgen der Schulgemeinde Stansstad hat sich die «Villa Kunterbunt» eingemietet. Sie belegt in einem ersten Schritt die Räume im unteren Parterre und der 6 1/2-Zimmerwohnung mit Küche für den Mittagstisch in den beiden obersten Stockwerken.

12 bis 15 Kinder sollen ab August hier unterrichtet werden. Für die Zukunft besteht die Option, auch die beiden Schulzimmer zu übernehmen, in der jetzt noch Klassen der Volksschule untergebracht sind. Turnen findet in der neuen Schulanlage nebenan statt.

Volksschule kann nicht alle Bedürfnisse erfüllen

Das Team der Villa Kunterbunt besteht aus Tanja Niggel (43), Barbara Zürcher (53) und Bebbi Imhof (64). Alle drei sind ausgebildete Lehrer und haben Zusatzausbildungen als Heilpädagogen, Lernberatung, Schulleitung, Kunsttherapie oder Werk- und Zeichnungslehrer. Aus ihren Tätigkeiten in den Volksschulen von Emmetten, Buochs oder Ennetbürgen, wo sie teilweise weiterhin tätig bleiben, bringen sie gemeinsam einen grossen Erfahrungsschatz in ihre Privatschule ein. Alle drei betonen, dass die Volksschule in Nidwalden einen hohen Standard habe. «Es gibt aber doch einzelne Kinder, die eine andere Einrichtung brauchen. Kinder, die mit ihrem Schulalltag überfordert sind und die in der Volksschule anrennen, weil diese halt gewisse Bedürfnisse nicht erfüllen kann», erklärt Tanja Niggel. «Wir wollen eine Alternative bieten, vor allem für Kinder, die ihre Kreativität und Bewegungsfreude nicht ausleben können», ergänzt Barbara Zürcher.

Nachhaltiges Lernen basiert auf eigenen Erfahrungen

Für viele Kinder sei der Zugang zum Lernen über kreative Prozesse einfacher. «Wir sind überzeugt, dass nachhaltiges Lernen auf eigenen Erfahrungen basiert. Lernen ist Machen und Erfahren», erläutert Bebbi Imhof einen zentralen Punkt des Konzepts der Villa Kunterbunt.

Andreas Gwerder, Direktionssekretär der Bildungsdirektion Nidwalden bestätigt, dass die Bildungsdirektion nach Eingang aller Unterlagen die Bewilligung für die Villa Kunterbunt erteilen konnte. «Das Volksschulgesetz schreibt vor, dass eine Privatschule eine gleichwertige Bildung wie die Volksschule vermittelt. Die Trägerschaft ist zudem dafür verantwortlich, dass die Schülerinnen und Schüler nicht pädagogischen oder weltanschaulichen Einflüssen ausgesetzt werden, die den Zielen der Volksschule zuwiderlaufen.» Die Lehrer müssten den Anforderungen mit entsprechenden pädagogischen Ausbildungen genügen. Das Amt für Volksschulen habe die Aufsichtspflicht. «Wir werden die Organisation und den Betrieb kontrollieren wie an den Volksschulen auch.»

Das langfristige Ziel sei, maximal 30 bis 40 Kinder im Obbürger Schulhaus zu unterrichten, erklärt Bebbi Imhof. Die familiäre Grösse und die Lage mit viel Freiraum und Umschwung seien optimal für das Konzept.

Informationen bei Tanja Niggel (079 605 16 15) oder unter www.privatschule-villa-kunterbunt.ch

Das kostet ein Schuljahr in der Villa Kunterbunt

Die nachfolgenden Beispiele zeigen die Preise des Schulgeldes für ein Jahr inklusive Lehrmittel. Nicht inbegriffen sind Kosten für Verpflegung oder Transporte. Das 1. oder 2. Kindergartenjahr für 4- bis 6-jährige Kinder kostet ca. 8000 Franken. Für die 1. und 2. Klasse (6–8 Jährige) beträgt das Schulgeld pro Jahr rund 14 000 Franken und für 3. bis 6. Klassen (9–12 Jahre alt) etwa 16 000 Franken. Bei Familien mit mehreren Kindern gibt es Rabatte, bei finanziell engen Verhältnissen wolle man gemeinsam Lösungen finden, sagen die Initianten. (unp)

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