VOLLZUGSVERORDNUNG: Gästejagd nun durch Gesetz geregelt

Die Vollzugsverordnung zum neuen kantonalen Jagdgesetz steckt den Rahmen für die Gästejagd ab. Sie enthält angepasste Regelungen für das Einschiessen der Jagdwaffe.

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Jäger Roland Burch aus Lungern auf der Pirsch. (Symbilbild Urs Rüttimann/Neue OZ)

Jäger Roland Burch aus Lungern auf der Pirsch. (Symbilbild Urs Rüttimann/Neue OZ)

Das kantonale Jagdgesetz bildet die Grundlage der Neuregelungen auf Verordnungsstufe. Zusammen mit der neuen kantonalen Jagdverordnung hat der Regierungsrat die kantonale Steinbockverordnung, die Jagdprüfungsverordnung sowie die Wildschadenverordnung genehmigt. Die Regelungen treten am 15. Juni 2008 in Kraft. Die Winterjagd beginnt neu am 1. Dezember und dauert bis Ende Januar. Sie kann nun unabhängig von der Hoch- bzw. Niederjagd gelöst werden.

Revidierte Regelung für das Einschiessen der Jagdwaffe
Der Nachweis für das Einschiessen der Waffen, die bei der Jagd mitgeführt werden, kann neu auf bewilligten Jagd-Feldschiessplätzen, an Jagdschiessen, auf Jagdparcours, in unterirdischen Schiessanlagen oder an Übungsschiessen von Jägerorganisationen erbracht werden. Dieser Nachweis dient der korrekten Waffenhandhabung, der Treffsicherheit und beinhaltet somit auch tierschützerische Aspekte.

Ausstellung von Gästepatenten
Die neu eingeführte Gästekarte erlaubt einer jagdberechtigten Person mit zivilem Wohnsitz im Kanton, sich durch einen Jagdgast während fünf Tagen auf der Jagd begleiten zu lassen und diesen am Abschuss-Kontingent des Gastgebers teilhaben zu lassen. Bei der Jagdausübung müssen die einladende Person und der Gast in unmittelbarer Nähe beieinander sein. Fehlabschüsse werden mit aller Konsequenz der einladenden, jagdberechtigten Person belastet. Der Jagdgast hat die dieselben persönlichen Voraussetzungen wie der Gastgeber zu erfüllen (z.B. Fähigkeitsausweis eines Kantons oder gleichwertiger ausländischer Fähigkeitsausweis). Für die Jagd auf den Rothirsch, die Winter-, Hege- und Regulationsjagd hat diese Regelung keine Gültigkeit.

Anwendung des OrdnungsbussenverfahrensÜbertretungen der kantonalen Jagdgesetzgebung können in einem vereinfachten Verfahren neu mit Ordnungsbussen geahndet werden, sofern es sich um einfache und klar erfassbare Tatbestände handelt. Bei Fehlabschüssen ist das Ordnungsbussenverfahren nur anwendbar, wenn die jagdberechtigte Person die Jagd sofort abgebrochen und unverzüglich den Wildhüter benachrichtigt hat.

scd