Vor 300 Jahren legte ein Dorfbrand Stans in Asche

Vor 300 Jahren, am 17. März 1713, hat eine Feuersbrunst das Zentrum des Nidwaldner Hauptorts Stans innert fünf Stunden in Schutt und Asche gelegt. Der Wiederaufbau prägte das heutige Dorfbild. Am Samstag erinnert Stans mit einem Musik-Spektakel an die Brandnacht.

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Das Stanser Dorfzentrum heute. (Bild: pd)

Das Stanser Dorfzentrum heute. (Bild: pd)

Stans. An jenem Freitag brach um 2 Uhr im Holzhaus eines Geistlichen aus unbekannten Gründen ein Feuer aus. Dieses zerstörte bis im Morgengrauen 81 Gebäude, darunter Wohnungen, Werkstätten, Wirtshäuser, das Spital sowie das Rathaus.

Zwei Drittel von Stans fielen dem Brand zum Opfer. Viele Menschen wurden obdachlos, Menschenleben forderte die Katastrophe keine. Wie durch ein Wunder blieb die Kirche im Dorfzentrum verschont.

Fast auf die Stunde genau 300 Jahre danach beginnt am (heutigen) Samstag um 22.30 Uhr auf dem Dorfplatz eine musikalische Gedenkfeier, wie die Stanser Kulturkommission mitteilt. Verantwortlich für die Musik ist das Nidwaldner Musikerpaar René Burrell und Sarah Bowman.

Neben den Jodler Buebe, einer Brassband, einem Chor sowie der Organistin der Pfarrkirche stehen für das Werk auf zwei Bühnen rund 100 Leute im Einsatz. Das musikalische Spektakel ist der Auftakt zu mehreren Veranstaltungen bis im Oktober 2013, die sich dem Dorfbrand und seinen Folgen widmen.

Die Brandursache sei bis heute ungeklärt geblieben, sagt der Nidwaldner Staatsarchivar Emil Weber auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Was über den Brand bekannt sei, sei vom damaligen Nidwaldner Säckelmeister Johann Laurenz Bünti überliefert worden. Dieser mache in seinem Bericht zur Ursache keine Angaben.

Nach dem Brand wurde auf Geheiss der Regierung ein neues Dorfzentrum im Barockstil angelegt. Auch das heutige Rathaus wurde damals gebaut.

Vorbild für den Wiederaufbau von Stans war das ebenfalls nach einem Brand wiedererrichtete Luzerner Städtchen Willisau. Einschneidende Bauvorschriften sahen unter anderem einen grossen Dorfplatz vor. Dieser sollte die Kirche vor weiteren Feuern schützen.

Seit 1963 stehen der Kirchenbezirk, der Dorf- und der Rathausplatz in Stans unter Denkmalschutz. (sda)