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Vor 50 Jahren: Die Nidwaldner Flugzeugkatastrophe am Hohen Donnerstag

Am 3. April 1969 ist das erste Mirage-Kampfflugzeug der Schweizer Luftwaffe abgestürzt. Einer der beiden Piloten wurde dabei tödlich verletzt.
Robert Hess
Die Mirage wird nach dem Unglück aus dem See gehoben. (Bild: PD)

Die Mirage wird nach dem Unglück aus dem See gehoben. (Bild: PD)

«Der tragische Unfall ereignete sich an einem Hohen Donnerstag», erinnert sich Ferdinand Meyer, damals Werkpilot der Direktion der Militärflugplätze (DMP) auf dem Flugplatz Buochs. An diesem 3. April 1969 hielt sich Meyer zwar nicht in Buochs auf, doch hatte ihn das Ereignis sehr getroffen, sagte er gestern im Gespräch mit unserer Zeitung.

Vor allem der Tod des Flugschülers, der nach einem um Sekundenbruchteile zu späten Absprung mit dem Schleudersitz auf der Seeoberfläche aufprallte, berührte ihn. «Dazu kam der erste Absturz einer Schweizer Mirage, die während meiner ganzen Pilotenkarriere mein Lieblingsflugzeug blieb», blickt Meyer zurück. «Eigentlich fühle ich mich heute noch in einer Mirage angeschnallt», fügt der pensionierte Werkpilot und Präsident des Mirage-Vereins Buochs hinzu.

Umschulungsflug auf die Mirage

Der Unglücksflug des Mirage-Doppelsitzers U-2002 vom 3. April 1969 ist im Buch «Gebrochene Flügel» (Alle Flugunfälle der Schweizer Luftwaffe, Orell Füssli Verlag AG) des Aviatik-Journalisten Peter Brotschi aufgezeichnet. Im Rahmen eines Umschulungskurses hatte der 33-jährige Flugschüler Oberleutnant E. H. vor seinem ersten Alleinflug auf einem Mirage-Kampfflugzeug noch einen Kontrollflug Buochs-Payerne zu absolvieren. Nach dem Start um 9.29 Uhr «konnte die Mission anfänglich wie geplant durchgeführt werden», schreibt Brotschi. Bald traten aber Leistungsprobleme beim Triebwerk auf. Der Fluglehrer, der damals 42-jährige Instruktionsoffizier Major A. T., befahl deshalb seinem Flugschüler, den Flug abzubrechen und sofort in Buochs zu landen. Beim Landeanflug konnten die vorher ausgefahrenen Luftbremsen nicht mehr eingezogen werden und beim Endanflug auf die Piste stellten die Piloten über dem Vierwaldstättersee fest, dass sie zu tief waren.

Versuche, aus dem Triebwerk mehr Leistung herauszuholen, schlugen fehl – die Piste war nicht mehr zu erreichen. Zu den folgenden dramatischen Minuten schreibt Brotschi: Der Fluglehrer befahl deshalb seinem Schüler: «Ordine abspringen!» Dieser fragte nach: «Was? Müssen wir abspringen?» – Der Fluglehrer repetierte: «Jawohl, ordine abspringen, ich springe als Erster!» Was er als der hintere Pilot vorschriftsgemäss tun musste.

Nach dem Absprung fiel der Fluglehrer am Fallschirm ins Wasser und konnte sich an der Oberfläche halten, bis er von einem Bootsführer gerettet wurde. Inzwischen hatte der Flugschüler ebenfalls am Schleudersitzgriff gerissen, er kam auch vom Flugzeug frei, doch seine Flughöhe reichte nicht mehr aus. Mit dem Schleudersitz schlug er auf der Seeoberfläche auf und trieb bewusstlos im Wasser, bis auch er vom Boot aufgenommen werden konnte. Sofortige Wiederbelegungsversuche blieben erfolglos, sodass Oberleutnant E. H., Swissair-Flugkapitän und Vater von vier Kindern, sein Leben verlor.

Aus 62 Metern Tiefe geborgen

«Der Mirage-Doppelsitzer versank im See», schreibt Peter Brotschi weiter, «und musste später aus einer Tiefe von 62 Metern geborgen werden.» Unfallursache war ein technisches Problem. Die Triebwerkstörung war auf zwei verstopfte Schmierstoff-Filter zurückzuführen, welche die Versorgung des Hauptreglers mit Schmierstoff beeinträchtigten und zum Leistungsabfall führten.

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