Vor zehn Jahren verlor Stansstad den Interregio-Halt

Die Interregios der Zentralbahn halten seit Dezember 2010 nicht mehr in Stansstad. Sehr zum Missfallen des Gemeindepräsidenten. Nun bekommt Stansstad den Halt zurück. Dafür ist aber Geduld gefragt.

Matthias Piazza
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Ein Bild aus vergangenen Tagen: Ein Interregio hält in Stansstad.

Ein Bild aus vergangenen Tagen: Ein Interregio hält in Stansstad.

Bild: Nidwaldner Zeitung (5. Juli 2010)

Eine Viertelstunde dauert die Fahrt mit dem Interregio von Stans nach Luzern. Möglich ist diese kurze Fahrzeit, weil der Zug dazwischen nicht mehr hält. Das freut all jene, welche möglichst schnell von Stans nach Luzern wollen. Das Nachsehen haben die Stansstader. Sie müssen mit der langsameren S-Bahn vorliebnehmen, welche auf der 18-minütigen Fahrt an allen fünf Stationen zwischen Stansstad und Luzern hält.

Das war nicht immer so. Bis vor zehn Jahren hielt der Interregio auch in Stansstad, Hergiswil, Horw und Kriens Mattenhof. Als die Zentralbahn im Juli 2010 die Streichung dieser Interregio-Halte verkündete, rief dies den Stansstader Gemeinderat auf den Plan. Die Gemeinde wolle dies nicht hinnehmen. «Man kann nicht den öffentlichen Verkehr fördern wollen und gleichzeitig die Interregio-Haltestelle in Stansstad streichen», sagte Gemeindepräsident Beat Plüss am 5. Juli 2010 an einer Medienkonferenz. Stansstad sei für den ÖV selber ein Dreh- und Angelpunkt. Er erinnerte auch an den Anschluss an die Schifffahrt. «Es kann nicht sein, dass ein Schiffstourist aus Luzern zuerst mit dem Zug nach Stans fahren und dort 20 Minuten warten muss, bevor er nach Engelberg weiterreisen kann.»

Stansstad verlor Interregio- und bekam dafür einen zweiten S-Bahn-Halt

Die Zentralbahn begründete die Streichung von Interregio-Halten mit der Einführung einer zweiten stündlichen S-Bahn zwischen Luzern und Stans sowie zwischen Luzern und Giswil. Diese S-Bahnen fahren seit Dezember 2013 zwischen Luzern und Hergiswil (wo sich die Äste verzweigen) im Viertelstundentakt. Und dies sei eben nur möglich, wenn der Interregio möglichst schnell fahren könne. Zudem würde der gestrichene Interregio-Halt durch die zweite stündliche S-Bahn ja kompensiert.

Dass der Luzern-Engelberg-Express, wie der Interregio heisst, in Stansstad vorbeibraust, bedauert Beat Plüss immer noch aus denselben Gründen wie vor zehn Jahren. «Wir halten an unserer Forderung fest: Wir wollen den Interregio-Halt zurück», sagt er gegenüber unserer Zeitung. Dies habe er auch an der Eröffnung der neuen Werkstatthalle in Stansstad im vergangenen November vor der Festgemeinde bekräftigt.

Jeder zweite Interregio hält dereinst in Stansstad

Der Interregio-Halt kommt tatsächlich zurück. Allerdings müssen sich die Stansstader dafür noch etwas in Geduld üben. Im Angebotsschritt 2035 (Projekte, welche bis spätestens 2035 realisiert werden sollen) will die Zentralbahn zwischen Luzern und Engelberg den Halbstundentakt einführen – mit Interregios ab Luzern um x.10 und x.39 Uhr und dem ersten Halt in Hergiswil beziehungsweise in der anderen halben Stunde in Stansstad. Möglich machen dies dann einerseits die geplante neue doppelspurige Einfahrt in den Bahnhof Luzern und eine ebenfalls noch zu realisierende 500 Meter lange Doppelspur im Staldifeld bei Oberdorf. Andererseits tragen auch neue, schnellere Züge dazu bei. Ab 2022 sollen moderne siebenteilige Adler-Kompositionen (wie sie auch schon auf der Brünigstrecke verkehren) und dreiteilige Fink-Kompositionen die veralteten Züge auf der Strecke Luzern–Engelberg ersetzen. Dafür hat die Zentralbahn für 140 Millionen Franken sieben Fink- und zwei Adler-Züge bestellt.

Beat Plüss freut sich über die Pläne der Zentralbahn. «Auch wenn wir natürlich den Interregio-Halt gerne früher zurückgehabt hätten.»

Das machte im Juli 2010 auch noch Schlagzeilen

Mineure sprengen letztes Stück

Am 2. Juli 2010 geht drei Jahre nach der ersten Sprengladung im Tunnel der Umfahrung Lungern ein Kapitel zu Ende. Kurz vor der Durchschlagsfeier werden die letzten drei Meter Fels gesprengt. Von der Nordseite des 3,5 Kilometer langen Umfahrungstunnels wurden bereits mehr als 2,8 Kilometer ausgehoben, vom Süden sind es mehr als 600 Meter.

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