WAHLEN: In Buochs ist die Hürde für andere Parteien hoch

CVP und FDP teilen sich die sieben Sitze im Gemeinderat auf – und dies seit vielen Jahren. Nun unternimmt die SVP einen Versuch, diese «Mauer» zu durchbrechen.

Oliver Mattmann
Drucken
Teilen
Sie kandidieren in Buochs (von oben links im Uhrzeigersinn): Helen Spiess (FDP, bisher), Werner Zimmermann (CVP, bisher), Adolf Scherl (CVP, bisher), Ronnie Hürlimann (SVP, neu) und Silvia von Holzen (FDP, neu) (Bilder: PD)

Sie kandidieren in Buochs (von oben links im Uhrzeigersinn): Helen Spiess (FDP, bisher), Werner Zimmermann (CVP, bisher), Adolf Scherl (CVP, bisher), Ronnie Hürlimann (SVP, neu) und Silvia von Holzen (FDP, neu) (Bilder: PD)

Oliver Mattmann

oliver.mattmann@nidwaldnerzeitung.ch

Der Buochser Gemeinderat ist fest in Händen der CVP und FDP. Und dies seit einer gefühlten Ewigkeit. Derzeit sitzen vier Liberale und drei CVP-Vertreter im 7-köpfigen Leitungsgremium der Einheitsgemeinde. Geht es nach den beiden «Platzhirschen», soll dies in Zukunft nicht anders sein. Doch im Vergleich zu früheren Jahren, in denen es in Buochs oft stille Wahlen gab, kommt es am 29. April wieder einmal zu einer Ausmarchung. Dafür sorgt die SVP-Ortspartei, die in der Vergangenheit nur spärlich Angriffe auf einen Sitz im Gemeinderat lancierte. Der letzte geht sogar aufs Jahr 2004 zurück, als Sepp Schnyder den Sprung ins Ratsgremium ziemlich deutlich verpasste. Vor ihm war 2000 bereits Fritz Gabathuler gescheitert.

Nun will der 54-jährige Marketingmanager Ronnie Hürlimann für die SVP Buochs die Kohlen aus dem Feuer holen und seine Farben für die nächsten vier Jahre erstmals in den Gemeinderat bringen. Insgesamt stehen bei der Teilerneuerungswahl von Ende Monat vier Sitze zur Disposition. Die SVP dürfte es dabei vor allem auf den frei werdenden Sitz der FDP abgesehen haben, nachdem Finanzchef Heinz Achermann seinen Rücktritt bekanntgegeben hat. Die Liberalen wollen diesen aber nicht kampflos abgeben und schicken die 45-jährige Steuer-Einschätzungsexpertin Silvia von Holzen ins Rennen.

Daneben stellen sich Gemeindepräsidentin Helene Spiess (FDP), Vizepräsident Werner Zimmermann (CVP) und Adolf Scherl (CVP) zur Wiederwahl. Gegen die veritablen «Dinos» – Spiess sitzt seit 1998 im Gremium, Scherl seit 2004 und Zimmermann seit 2006 – dürfte der SVP-Kandidat wohl einen schweren Stand haben. Oder gibt es vielleicht Kreise in Buochs, für die es an der Zeit wäre, frische Kräfte ans Ruder zu lassen?

Bei Kommunalwahlen hat SVP einen schweren Stand

Die SVP hätte natürlich nichts dagegen, die eigenen Wahlchancen zu erhöhen. SVP-Landrat und Ortspartei-Vizepräsident Albert Frank ist gemäss eigener Aussagen aber Realist genug, um die Herausforderung dennoch als «sehr hoch» einzustufen. «FDP und CVP halten wenn immer möglich zusammen», hält er auf Anfrage fest. Dies sei bei Wahlen nicht anders. Es sei praktisch unmöglich, an dieser «Mauer» zu rütteln.

Und trotzdem wolle man seitens der SVP, die im Gegensatz zu ihrer Vertretung im Landrat auch in anderen Kommunen bei Gemeinderats- oder Schulratswahlen zu kämpfen hat, nicht tatenlos zusehen. «Der Gemeinderat hat jüngst für Vorhaben Geld verplant oder ausgegeben, das wir gar nicht haben. Nur die SVP hält immer wieder dagegen», so Albert Frank. Auch aus dieser Warte wäre es seiner Meinung nach geschickter, wenn die SVP im Rat vertreten wäre und bereits auf dieser Ebene alternative Ideen und Lösungen aufzeigen könnte, bevor es zum Widerstand in der Bevölkerung kommt. Als ein Beispiel nennt er das Projekt für eine Mehrzweckhalle im Seefeld, das vor rund drei Jahren mit einem hohen Nein-Stimmen-Anteil versenkt wurde.

Bei Wiederwahl bleibt Helene Spiess Präsidentin

Klar ist: Sofern ihre Wiederwahl am 29. April erfolgreich über die Bühne geht, werden Helene Spiess und Werner Zimmermann weiterhin die Ämter als Gemeindepräsidentin respektive Gemeindevizepräsident ausüben.