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Nidwalden: Warmer Frühling «fördert» Feuerbrand

Vor kurzem mussten in Oberdorf Obstbäume gefällt werden. Sie wurden Opfer des hochansteckenden Feuerbrandes. Ein Heilmittel dagegen gibt es nicht, aber eine Bekämpfungsmassnahme.
Matthias Piazza
Eine vom Feuerbrand befallene Apfelkultur. (Archivbild: ZZ)

Eine vom Feuerbrand befallene Apfelkultur. (Archivbild: ZZ)

Sie sind majestätisch schön anzusehen und fallen trotzdem der Motorsäge zum Opfer. So geschehen kürzlich in Oberdorf. Eine Anwohnerin tat gegenüber unserer Zeitung ihren Unmut über die ihrer Meinung nach ungerechtfertigte Rodungsaktion von Obstbäumen kund. «Ich habe Verständnis, wenn Bürger sich über solche Fällaktionen ärgern», sagt Andreas Egli, Vorsteher des Nidwaldner Amtes für Landwirtschaft.

Doch dahinter steht ein ernster Grund: Die Bäume waren vom Feuerbrand befallen, einer hochansteckenden, gemeingefährlichen und meldepflichtigen Bakterienkrankheit. Davon betroffen sind vor allem Kernobstbäume sowie Zier- und Wildpflanzen. Eine befallene Pflanze kann innerhalb eines Jahres absterben. «Wenn unsere Kontrolleure oder auch Bauern uns einen Befall melden, müssen wir aktiv werden und den Baum fällen oder im weniger schlimmeren Fall die befallenen Äste entfernen lassen, damit sich die Krankheit nicht weiterverbreitet», erläutert Andreas Egli.

«Hoffe, dass wir nicht an das Spitzenjahr 2012 kommen»

«Einen befallenen Baum zu opfern, rettet so mehrere andere Bäume vor dem Feuerbrand.» Der Entscheid werde aber nicht am Schreibtisch gefällt, sondern vor Ort mit den betroffenen Bauern, erklärt Andreas Egli weiter.

Wie stark der Feuerbrand in diesem Jahr wütet, könne man erst im Herbst definitiv sagen. «Ich hoffe, dass wir nicht an das Spitzenjahr von 2012 kommen, als 280 Bäume dem Feuerbrand zum Opfer fielen. In der Regel liegt die Zahl auch unter jener von 2015 mit 140 wegen Feuerbrands gefällten Bäumen.» Ein kalter Frühling halte die Bakterienkrankheit eher in Schach. Doch gebe es Anzeichen, dass die Krankheit in diesem Jahr wegen des warmen Frühlings wieder vermehrt präsent sei.

Gelbmöstler ist besonders gefährdet

Der Feuerbrand wird insbesondere durch Insekten und Vögel verbreitet, befallene Bäume werden massiv geschädigt. Er lässt die Blätter von befallenen Kernobstgewächsen schwarz werden, als seien sie verbrannt worden.

Vorbeugen könne man der Krankheit kaum. Und trotzdem gebe es einen Lösungsansatz. Denn besonders anfällig für den Feuerbrand sei der Gelbmöstler, eine in Nidwalden verbreitete Birnensorte. «Wir empfehlen Obstbauern, robustere Sorten anzupflanzen. Zu Ersatzpflanzungen können wir natürlich niemanden zwingen», gibt Andreas Egli zu bedenken. Der Kanton Nidwalden unterstütze solche Massnahmen mit einem Förderbeitrag.

Mit rund 17000 Hochstammbäumen habe der Obstbau in der Nidwaldner Landwirtschaft einen wichtigen Stellenwert. Zudem würden die Bäume das Landschaftsbild prägen und seien ökologisch wertvoll. Umso wichtiger sei es, die Obstbäume zu schützen und zu erhalten.

Weitere Informationen unter www.feuerbrand.ch

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