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Wasser für die nächsten Generationen im Wolfenschiesser Dörfli

Die Sanierung der Wasserversorgung war für die kleine Genossenschaft Dörfliwasser ein Kraftakt. Zum 70-jährigen Bestehen der Genossenschaft wurde ein Blick hinter die Kulissen gewährt.
Beat Christen
Genossenschaftspräsident Gottfried Näpflin (oben) erklärt, wie die Quellen gefasst werden. (Bild: Beat Christen, Wolfenschiessen, 29. Juni 2019)

Genossenschaftspräsident Gottfried Näpflin (oben) erklärt, wie die Quellen gefasst werden. (Bild: Beat Christen, Wolfenschiessen, 29. Juni 2019)

Dörfli – wäre da nicht rund ein Kilometer von Wolfenschiessen entfernt in Richtung Engelberg die trutzige Burgruine direkt an der Hauptstrasse, würde man wohl kaum Notiz von diesem Weiler nehmen. Nicht einmal 100 Personen leben hier. Und sie sind reich – reich an eigenem und vor allem gutem Wasser. Dies hat erst kürzlich wieder das Laboratorium der Urkantone bestätigt. Dem Umstand, gutes Wasser ihr Eigen zu nennen, haben schon die Vorfahren der vor 70 Jahren gegründeten Genossenschaft Dörfliwasser Rechnung getragen. Vor 130 Jahren haben sich die Grundeigentümer im Dörfli dazu entschieden, aus dem Ürtewald ob der Liegenschaft Obfuhr eine über einen Kilometer lange Wasserleitung zu verlegen. «Seither bezieht das Dörfli das Wasser aus dem Ürtewald», weiss der heutige Präsident der Genossenschaft, Gottfried Näpflin. Aus Anlass des 70-jährigen Bestehens der Genossenschaft und auch als Abschluss der letzten grossen Investitionen in die Fassung des Trinkwassers hat er die Geschichte des Dörfliwassers in einer Broschüre verewigt. Heute fliesst bei 16 Grundeigentümern zu Hause Dörfliwasser aus den Wasserhähnen. Hinzu kommen vier landwirtschaftlich genutzte Gebäude.

20 Franken für einen Brunnentrog

Für Gottfried Näpflin ist Wasser nicht nur unentbehrlich für alle Lebewesen. «Gutes und genügend Wasser zu besitzen ist ein Reichtum.» Und so wie damals vor 130 Jahren die damaligen Initianten viel Tatkraft für die Realisierung der Wasserversorgung im Dörfli an den Tag legten, sind die heutigen Genossenschafter nicht weniger gefordert. Für einen mittleren fünfstelligen Betrag und mit vielen Eigenleistungen wurden die Quellfassungen, das Reservoir und die Wasserleitung zum Weiler in den letzten Jahren erneuert. «Mit diesen Investitionen haben wir auch für die zukünftigen Generationen genügend Wasser», lautet das Fazit von Gottfried Näpflin.

Und so plätschert auch heute noch das Wasser in den an der Hauptstrasse stehenden Brunnen. Ein vielbenutztes Objekt, wie Gottfried Näpflin in seiner Chronik zu erzählen weiss. «Der Dörflitrog war Dreh- und Angelpunkt des gesellschaftlichen Lebens. Hier wurde der tägliche Gebrauch des Wassers unter der Bevölkerung organisiert.» Welche Bedeutung der Brunnen damals hatte, zeigt ein Schreiben der Ürtekorporation Altzellen aus dem Jahre 1888. Die Ürte zahlte 20 Franken an die Entstehung des Brunnens mit der Bedingung, «dass es ein öffentlicher Brunnen gebe und immer sauber erhalten bleibe, so dass jedermann im Vorbeifahren Vieh tränken kann». Im Zuge des Ausbaus der Kantonsstrasse in der zweiten Hälfte der 1950er-Jahre mussten neben zwei Häusern auch der Brunnen verlegt werden. Man hängt bis heute an diesem Brunnen. Auch wenn er mit der Gründung der Genossenschaft Dörfliwasser im Jahre 1949 nicht mehr die gleiche Bedeutung hatte.

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