Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Mann wegen unerlaubter Pornografie vor Nidwaldner Kantonsgericht verurteilt

Wegen unerlaubter Pornografie und Widerhandlung gegen das Waffengesetz wurde ein Mann schuldig gesprochen. Dieser gab alles zu und verhielt sich kooperativ.
Kurt Liembd
Gerichtssaal im Rathaus in Stans. (Bild: Markus von Rotz)

Gerichtssaal im Rathaus in Stans. (Bild: Markus von Rotz)

«Die Justiz hat täglich mit Lügen, Beweisen, Halbwahrheiten, Behauptungen, und Ausreden zu tun und beschäftigt sich mit unter anderem mit Streitsüchtigen, Renitenten, Hochstaplern und Blöden.» Dies sagte Obergerichtspräsident Albert Müller Anfang Jahr in seiner Neujahrsansprache. Doch es geht auch anders, wie der Fall zeigt, der kürzlich vor dem Kantonsgericht verhandelt worden ist.

Angeklagt war ein 41-jähriger Nidwaldner wegen unerlaubter Pornografie und Widerhandlung gegen das Waffengesetz. Der Mann zeigte sich reumütig und einsichtig, gab alles zu und verhielt sich auch während der Untersuchung sehr kooperativ, wie auch Staatsanwalt Lukas Zumstein im Gerichtssaal bestätigte. Da der Sachverhalt unstrittig war, konnte der Prozess im sogenannten abgekürzten Verfahren durchgeführt werden, was bedeutet, dass das Urteil bereits im Vorfeld ausgehandelt wurde und dem Gericht als Vorschlag unterbreitet wird.

Mehr als tausend Bilder und Filme gefunden

Zum Sachverhalt: Der Angeklagte hat mehrfach Ton- und Bildaufnahmen sowie Bilder, die sexuelle Handlungen mit Minderjährigen und Tieren zum Inhalt haben, mit anderen im Internet getauscht, gespeichert und konsumiert. Bei einer Hausdurchsuchung fand die Polizei 1225 Bilder und Filme, welche sexuelle Handlungen an, mit und zwischen Kindern oder von Kindern mit geschlechtsbetonter Körperhaltung zeigten. Zusätzlich fand die Polizei 21 Bilder und Filme, welche sexuelle Handlungen zwischen Mensch und Tier zum Inhalt hatten.

Prozess dauerte nur 25 Minuten

Zusätzlich war er angeklagt wegen Widerhandlung gegen das Waffengesetz. Der Beschuldigte kaufte vor rund 20 Jahren im Ausland ein Klappmesser als Feriensouvenir, das mit einem einhändig bedienbaren automatischen Mechanismus versehen ist. Im vorliegenden Falle erscheint dies auf den ersten Blick ziemlich harmlos, doch es ist gesetzeswidrig. Dieses Messer bewahrte er in seinem Büro zu Hause auf und benutze es in all den Jahren zum Öffnen von Briefen. Entdeckt worden war es ebenfalls bei der Hausdurchsuchung.

Da der Sachverhalt in keinem Punkte strittig war und der Beschuldigte alles zugab, was ihm die Staatsanwaltschaft vorwarf, hatten sowohl der Staatsanwaltschaft wie Verteidigung nichts mehr beizufügen, sodass die ganze Verhandlung in nur gerade 25 Minuten abgewickelt werden konnte. In seinem Schlusswort sagte der Angeklagte auf glaubwürdige Art: «Ich bedaure mein fehlerhaftes Verhalten und bin bereit, an mir zu arbeiten.»

Das dreiköpfige Kantonsgericht unter der Leitung von Corin Brunner übernahm den Urteilsvorschlag und verurteilte den Mann zu einer Freiheitsstrafe von zehn Monaten. Allerdings wird diese Freiheitsstrafe zu Gunsten einer ambulanten Behandlung aufgeschoben. Nur falls diese nicht die gewünschte Wirkung zeigen würde, käme die Freiheitsstrafe zum Zuge. Zusätzlich wurden dem Mann die Verfahrenskosten von rund 28 000 Franken aufgebrummt sowie die Gerichtskosten, die bei Urteilsverkündung noch nicht bekannt waren. Das Urteil ist rechtskräftig, da Entscheide im abgekürzten Verfahren nichts anfechtbar sind.

Pornografie: Was ist erlaubt, was verboten?

Welche Pornografie legal oder illegal ist, regelt das Schweizerische Strafgesetzbuch. In der Schweiz verboten sind sexuelle Darstellungen mit Kindern unter 18 Jahren, mit Tieren und mit Gewalttätigkeiten. Es ist verboten, solche Darstellungen zu konsumieren, herzustellen, herunterzuladen, zu besitzen oder weiterzuleiten. Oft stellt sich auch die Frage, ob man sich beim Surfen strafbar macht. Die Antwort lautet: Ja, wenn man Seiten mit illegaler Pornografie vorsätzlich ansurft. Die Strafmündigkeit liegt hierbei bei zehn Jahren. Das heisst: Kinder und Jugendliche ab zehn Jahren müssen in diesem Fall mit einer Strafe rechnen. Erlaubt sind hingegen alle andern Formen von Pornografie. (KL)

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.