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WEIHNACHTEN: «Esel geben uns Menschen viel zurück»

Sie zieren landläufig jede Krippe, ziehen mit dem Samichlaus ein und dienen dem Menschen als Nutztier: Die Esel – oft als störrisch verschimpft – seien durchaus anhängliche Tiere, erzählen Eselhalter bei unserem Besuch.
Robert Hess
Tierhalterin Iris Schleiss (links) und Helferin Erika Michel machen sich mit vier Eseln ab dem Heimwesen Brand (im Hintergrund) auf zu einem Spaziergang. (Bild Robert Hess)

Tierhalterin Iris Schleiss (links) und Helferin Erika Michel machen sich mit vier Eseln ab dem Heimwesen Brand (im Hintergrund) auf zu einem Spaziergang. (Bild Robert Hess)

Neben Schafen zählen seit rund fünf Jahren auch Lamas und Esel zum kleinen Tierreich von Paul und Iris Schleiss-Bortoloso in Alpnach. Derzeit bevölkern 9 Esel und 13 Lamas das Gehöft, das wie in früheren Zeiten aus dem zusammengebauten Stall und Wohnhaus und etwas Umschwung besteht. «Leider konnten wir vor Jahren nur das Gebäude ohne eine dazugehörende Landfläche kaufen», bedauert Iris Schleiss. Doch die kleinen gepachteten Landflächen in der Nachbarschaft und unmittelbar an der Autobahn zwischen Alpnach Dorf und Sarnen reichen für die artgerechte Haltung einiger Nutztiere aus. Und im Sommer geniessen die Tiere das freie Leben auf den Alpen in der «Eichetschwand» und im «Gärtli». Selbstverständlich würde sich dort die Anstellung eines Älplers nicht auszahlen, aber «wir fahren jeden Tag einmal auf die beiden Alpen, um dort nach dem Rechten zu sehen», berichtet Iris Schleiss.

Esel brauchen Bewegung

Bestimmt sind vielen Joggern und Spaziergängern im Raume Grosses Schlierendelta/Wichelsee schon Frauen aufgefallen, die mit drei, vier Eseln am Halfter flott durch die Gegend marschierten. Es handelt sich dabei um die Tierhalterin Iris Schleiss und ihre Begleiterin Erika Michel. Beide haben eine ganz besondere Zuneigung zur Tiergattung Esel und freuen sich auf jeden Tag, an dem ein mindestens einstündiger Spaziergang mit den Tieren möglich ist. Weil Esel aus Sicherheitsgründen ständig an der Leine geführt werden müssen, können pro Begleitperson abwechslungsweise jeweils höchstens zwei Tiere auf den Marsch mitkommen. Die andern müssen sich zu Hause die notwendige Bewegung verschaffen, die ein Esel dringend braucht und auch will. «Nur der elfjährige Sämi ist immer dabei», sagt Erika Michel und verrät den Grund für diese Sonderbehandlung: «Sämi ist der Leitesel und mein etwas eifersüchtig gewordener Liebling.»

Grund zu einer lautstarken «Iiaaa­hhh-Klage» hat sicher keiner der neun Stuten und Hengste der Eselfamilie im «Brand». Iris Schleiss und Erika Michel haben ihre Schützlinge richtig gern, das sieht man rasch einmal. Ans Halfter müssen sich alle gewöhnen, sie werden jeden Tag gestriegelt und auch mit Streicheleinheiten oder Ross-­Guetzli belohnt. «Esel sind weder stur noch störrisch», stellt Iris Schleiss klar. «Sie sind anhänglich, geduldig und vorsichtig. Sie geben uns Menschen viel zurück, wenn sie gut gehalten werden.»

Hobby und Liebe zu Tieren

Die Besorgung der Schafe, Esel und Lamas erfordert täglich eine Menge Arbeit. Paul Schleiss ist voll berufstätig, Iris arbeitet teilzeitlich. Weshalb hält man da noch Tiere, für deren Pflege man viel Zeit aufwenden muss? «Es ist unser Hobby, und wir beide haben Tiere gern», antwortet Iris Schleiss. Sie liebt es, den Eseln mit Spaziergängen viel Bewegung zu verschaffen, und «Bewegung tut auch mir gut», ergänzt sie lachend.

Die Esel und Lamas im «Brand», die sich oft im Freien aufhalten, erfreuen auch Gross und Klein in der Nachbarschaft oder Spaziergänger, die dort vorbeigehen. Regelmässig werden die Esel der Familie Schleiss für Hausbesuche und Vereinsanlässe auch ins Gefolge des St. Nikolaus und seiner Schmutzli eingeladen. Gern gesehen sind die Esel auch bei Kinderfesten. Welches Vergnügen für die Kinder, wenn sie auf richtigen Sätteln reiten dürfen!

«Alle unsere Esel werden halfterfähig erzogen, damit sie geführt werden können», berichtet Iris Schleiss. Die Esel werden – wie die Lamas auch – als gut gepflegte und menschenfreundliche Nutztiere gehalten. Das heisst, sie können gekauft werden, «wobei wir stets darauf achten, dass sie einen guten Platz erhalten», sagt Iris. Beispielsweise fürs Lama-Trekking. Dass die Tiere im «Brand» gut leben, beweist auch die Tatsache, dass dort bisher fünf Eselbabys geboren wurden.

Gesundes Fleisch

Möglich wäre eine Nutztierhaltung auch zur Fleischproduktion. «Doch das steht für uns nicht im Vordergrund, und wir haben bisher auch weder einen Esel noch ein Lama schlachten lassen», erzählt Iris. Paul Schleiss ergänzt: «Eigentlich wäre Eselfleisch, das weniger süsslich schmeckt als Pferdefleisch, ein gutes und gesundes Produkt, das als Frischfleisch oder als Wurst wie etwa Eselsalami, angeboten wird.» Selbstverständlich würden Esel und Lamas von einer Fachperson in einem Schlachthaus wie etwa in der Ei in Sarnen geschlachtet. Zudem müsste das Fleisch für den Verkauf den Stempel des Tierarztes aufweisen.

Geschenk erst nach Weihnachten

Doch Schluss mit solchen Gedanken, Weihnachten steht vor der Tür, und auf ein kulinarisches Geschenk können sich nämlich auch die neun Esel von Alpnach freuen. Normalerweise werden Esel mit Gras oder Heu gefüttert. «Ausserdem lieben sie junge Tannenäste, die sie genüsslich verspeisen», berichtet Iris Schleiss. Zu diesen Leckerbissen gehören nun auch ausgediente Christbäume, «aber ohne Lametta», ergänzt sie. Solche gibt es nach den Festtagen genügend, und die Esel im «Brand» erhalten damit ihr verspätetes Weihnachtsgeschenk. Was Esel sonst noch gerne verspeisen und anderes über sie, finden Sie in der rechten Spalte.

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