Weil das kulturelle Leben fast stillsteht: Plakatsäulen bieten in Stans jetzt Platz für Kunstwerke

Drei Stanser Künstler und eine Stanser Künstlerin zeigen ihr Schaffen auf ganz neue Weise: Die vier Plakat-Säulen im Dorf sind geziert mit Bildern ihrer Werke.

Christian Hug
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Der Kultursommer ist Corona-bedingt weitestgehend abgesagt, es gibt weder Konzerte noch Theater noch Partys zu verkünden, und entsprechend sieht man auch nirgends Plakate. Was aber nicht bedeuten muss, dass die vier in Stans extra für Plakate bereitgestellten Litfass-Säulen nun monatelang leer und öde in der Landschaft rumstehen müssen – dachte sich jedenfalls Priska von Büren, Mitinhaberin der Kommunikationsagentur Die Waldstätter in Stans. Sie schlug Madeleine Büchel, Mitglied der örtlichen Kulturkommission, vor, die Litfass-Säulen von einheimischen Künstlern bespielen zu lassen, wie man so schön sagt. Die Kulturkommission wiederum fand die Idee super, fragte acht Stanser Kunstschaffende an, ob sie Plakate mit ihrer Kunst herstellen lassen wollen, und die vier schnellsten erhielten den Zuschlag.

Die Resultate sind nun seit der offiziellen Einweihung vom vergangenen Dienstag in Stans zu sehen: Fredi Businger, Cécile Stadelmann, Rochus Lussi und Diego Balli haben Plakate entworfen, die an je einer Litfass-Säule zu sehen sind: Bei der Kantonalbank (Stadelmann), beim Tellenmatt-Schulhaus (Businger), beim Chäslager (Balli) und beim Bahnhof (Lussi).

Natürlich zeigen alle Plakate genau die Kunst, für die die jeweiligen Künstler bekannt sind: Cécile Stadelmann zeigt eine Installation im Garten ihres Sommerdomizils in Südfrankreich, das den sich verändernden Schatten eines Olivenbaumes auf einer Leinwand zeigt. Sie kommt beim Erzählen über ihre Arbeit selber in Aufregung über den Umstand, wie schwer es ist, die Flüchtigkeit der Schönheit in einem Bild festzuhalten. Diego Balli hat als Chäslager-Fan ohne Ziel angefangen, Bilder vom Chäslager zu zeichnen, und ist dabei ins Surrreale gedriftet, wie er selber sagt.

Comiczeichner Diego Balli hat sich bei seinen Bildern zum Kulturhaus Chäslager ins Surreale abdriften lassen.

Comiczeichner Diego Balli hat sich bei seinen Bildern zum Kulturhaus Chäslager ins Surreale abdriften lassen.

Bild: Christian Hug (Stans, 9. Juni 2020)

Fredi Businger war seit jeher dem Handwerk verpflichtet und bleibt es auch seiner abstrahierenden Originalgrafik, die den Betrachter und die Betrachterin jedes Mal aufs Neue in satte Farben und Formen versinken lässt. «Natürlich sage ich nicht, was auf dem Bild zu sehen ist», meinte er, «weil das Kunst ist, die sich selber erklärt.» Der Holzbildhauer Rochus Lussi schliesslich zeigt auf seinem Plakat die an Faden aufgehängten Nastücher aus Stanser Pappelholz aus seiner Serie «Spuren».

Lukas Arnold, Präsident der Stanser Kulturkommission und angehender Präsident der Gemeinde Stans, war an der Einweihung der umfunktionierten Litfass-Säulen begeistert von der Idee, trotz dem anhaltenden Kultur-Lockdown ein wenig Kunst ins Dorf zu bringen. Das Resultat kann sich auf alle Fälle im besten Sinne des Wortes sehen lassen.