«Weisch nu»
Als das «Länderhuis» zum Wohnhaus wurde

Die Mietwohnungen im Länderhuis sind begehrt. Doch gegen die Umbaupläne des Gemeinderates gab es damals Widerstand.

Matthias Piazza
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Das Länderhuis ist seit 2017 ein «normales» Wohnhaus.

Das Länderhuis ist seit 2017 ein «normales» Wohnhaus.

Bild: Urs Hanhart (Emmetten, 7. November 2020)

Auf den ersten Blick unterscheidet sich das Haus an der Sagendorfstrasse 10 nicht von den benachbarten Wohnhäusern in Emmetten. Nur der Name «Länderhuis» an der Fassade verrät die spezielle Geschichte, die vor zehn Jahren endete. Damals, im September 2012, beschloss der Emmetter Gemeinderat, das Länderhuis nicht mehr als Wohnheim zu betreiben, in dem ältere Leute betreut wurden. Auch eine Petition mit über 300 Unterschriften für den Erhalt des Länderhuis vermochte den Gemeinderat nicht umzustimmen.

Es waren viele Puzzleteile, die schliesslich zur Schliessung des Länderhuis geführt haben, wie es der Gemeinderat formulierte. Eines davon waren die Finanzen. Die Rede war von einem durchschnittlichen jährlichen Verlust von 65'000 Franken. Sicher dürften die älteren Leute auch etwas kosten. Aber es könne nicht Sinn und Zweck sein, dass Emmetten ein Heim führe und das Defizit für auswärtige Personen mit zum Teil erheblichen Betreuungsaufwand übernehme, argumentierte der Gemeinderat damals. Tatsächlich war das Interesse der Einheimischen an diesem Wohnheim damals gering. Zur Entscheidung beigetragen haben auch die Auflagen des Kantons. Um die kantonale Bewilligung für den Betrieb des Wohnheims Länderhuis zu erlangen, hätte die Gemeinde einige aufwendige Auflagen erfüllen müssen.

Die meisten Wohnungen waren schnell vermietet

Im September 2016 begann mit dem Umbau eine neue Ära. Aus dem Pensionsbetrieb wurde ein «normales» Wohnhaus. Zu den bestehenden zwei Wohnungen im Dachgeschoss gesellten sich bald sieben zusätzliche. Auch eine Autoeinstellhalle wurde angebaut sowie die Umgebung umgestaltet und aufgewertet. Das Konzept ging auf. Kurz nach Ende der Umbauarbeiten 2017 waren bereits sechs der sieben Wohnungen vermietet. Dafür hatten die Emmetterinnen und Emmetter im Juni 2016 einem Kredit von 1,65 Millionen Franken zugestimmt.

Der jetzige Gemeindepräsident Toni Mathis, der damals schon im Gemeinderat war, spricht von einer Erfolgsgeschichte. «Sämtliche Wohnungen sind vermietet.» Zwischen 1350 und 2150 Franken bewegen sich die Mietpreise für die Zweieinhalb- bis Fünfeinhalb-Zimmer-Wohnungen. Toni Mathis spricht von marktüblichen Preisen. Und auch für die Gemeinde sei mit rund 140'000 Franken Nettoeinnahmen jährlich die Rechnung aufgegangen. Eine Lücke sei mit der Neuausrichtung nicht entstanden. «Die Spitex kann Pflegedienstleistungen viel professioneller und bei den Leuten zu Hause anbieten.»

Auch das machte im September 2012 Schlagzeilen

In der Nacht vom 3. auf den 4. September 2012 bebt in Nidwalden die Erde. Der Schweizerische Erdbebendienst registriert um 4.51 Uhr ein Beben in der Stärke 2,8 auf der Richterskala, gefolgt von einem weiteren Beben um 7.13 mit der Stärke 2,9. Das Epizentrum befindet sich in Beckenried im Gebiet der Klewenalp in rund zehn Kilometern Tiefe.

Die Zentralbahn läutet ein neues Zeitalter ein. Die ersten der vier siebenteiligen Züge des Typs Adler und der sechs dreiteiligen Züge des Typs Fink rollen über den Brünig. Sie sind mit Zahnrad ausgerüstet und kosteten 140 Millionen Franken. Sie lösen vierzigjähriges Rollmaterial ab. (map)