WELLENBERG: Endlager: Ob- und Nidwalden sind dagegen

Die Kantone Nid- und Obwalden lehnen den Wellenberg als möglichen Standort für ein radioaktives Tiefenlager ab. Man sei überrascht vom Entscheid und habe dafür kein Verständnis.

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Ein Bauer protestiert in Stans gegen die Atomlager-Pläne. (Archivbild Keystone)

Ein Bauer protestiert in Stans gegen die Atomlager-Pläne. (Archivbild Keystone)

Die Nidwaldner Regierung erinnerte am Donnerstag daran, dass Bundesrat Moritz Leuenberger noch im vergangenen April versichert habe, der Wellenberg könne aus demokratischen Gründen für ein Tiefenlager nicht mehr in Betracht gezogen werden.

Zweimal abgestimmt
Die Nidwaldner Bevölkerung hat in zwei Urnengängen 1995 und 2002 Nein gesagt zu einem Lager. Die Nidwaldner Regierung ersuchte deshalb in zwei Schreiben Bundesrat Leuenberger und die Nagra dringend, aus Respekt vor Volksentscheiden auf den Wellenberg als Standort für ein Tiefenlager zu verzichten.

Auch die Obwaldner Regierung zeigt kein Verständnis für die «Kehrtwende des Bundes» nach den Nidwaldner Volksentscheiden. Ein Tiefenlager im Wellenberg sei wegen der Nähe zu Engelberg, dem wichtigsten touristischen Standbein Obwaldens, auch aus volkswirtschaftlichen Überlegungen inakzeptabel.

ap

HINWEIS
Die Bevölkerung wird vom Bundesamt für Energie in den nächsten Wochen an Informationsveranstaltungen in den betroffenen Regionen über die Vorschläge der Nagra für geologische Standortgebiete informiert. Bei diesen Veranstaltungen werden Vertretende der Kantonsregierungen, das BFE, die Hauptabteilung für die Sicherheit der Kernanlagen (HSK) und die Nagra das Auswahlverfahren erläutern und die Fragen der Bürger beantworten. Mehr Informationen »