WELTMEISTERSCHAFTEN: Reto Schmidiger nach Teamwettkampf: «Dieser Slalomhang liegt mir»

Die Schweiz verpasst im Teamwettkampf eine Medaille nur knapp. Der Nidwaldner Reto Schmidiger (24) gewinnt alle seine vier Duelle – und ist zuversichtlich für den Slalom am Sonntag.

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Reto Schmidiger (links) hat auch gegen den Schweden Andre Myhrer die Nase vorn. (Bild: Jean-Christophe Bott/Keystone (St. Moritz, 14. Februar 2017))

Reto Schmidiger (links) hat auch gegen den Schweden Andre Myhrer die Nase vorn. (Bild: Jean-Christophe Bott/Keystone (St. Moritz, 14. Februar 2017))

Interview: David Bernold (SDA), St. Moritz

Aus der erhofften siebten Schweizer WM-Medaille ist gestern nichts geworden. Im Teamwettkampf resultierte Platz 4, Gold ging an Frankreich. Das Quartett von Swiss-Ski verlor das Duell um Platz 3 gegen Schweden. Zuvor war es in den Halbfinals an der Slowakei gescheitert. Überragender Mann bei den Schweizern war der Hergiswiler Reto Schmidiger.

Reto Schmidiger, Sie haben im Teamwettkampf alle vier Duelle gewonnen, stehen aber mit leeren Händen da.

Das gehört zum Teamevent: Man gewinnt und verliert zusammen. Trotz der vier Siege muss ich mich an der eigenen Nase nehmen. Wenn ich meine Zeiten mit jenen der Besten vergleiche, habe ich schon am Anfang Zehntel liegen gelassen. Deshalb gilt es, meine Leistung zu relativieren.

Sie denken vor allem an den Halbfinal gegen die Slowakei.

Genau. Wenn ich meine Leistung im kleinen Final gegen Schweden in der Runde zuvor gegen die Slowaken hätte bringen können, wären wir jetzt «i dä Chränz».

Können Sie aus dem Team­event etwas für den Slalom am Sonntag mitnehmen?

Dass ich auf der Hälfte des Slalombergs jetzt schon mehrmals gefahren bin, bringt mich weiter. Eigentlich liegt mir der ganze Slalomhang hier. Daher bin ich zuversichtlich, dass es am Sonntag ein gutes Ergebnis geben kann.

Zwischen Ihren Leistungen in Parallelrennen und Slaloms bestehen Unterschiede. Zuletzt zeigte Ihre Formkurve aber auch in den Slaloms wieder nach oben.

Ja, im Europacup habe ich in Zakopane den ersten von zwei Slaloms gewinnen können.

Auch im Weltcup zeigten Sie zuletzt Aufwärtstendenz.

Stimmt. In Kitzbühel (Rang 22) und in Schladming (13) hat die Leistung gestimmt.

Sie waren im Slalom zweimal Juniorenweltmeister. Wieso hat es im Weltcup noch nicht wie gewünscht geklappt?

Zu einem Teil hat das mit meinen Rückenproblemen zu tun, aber nicht nur. Als ich den Sprung in die Top 30 der Weltcup-Startliste geschafft hatte, ging nicht mehr viel. Das Selbstvertrauen war weg. Ich habe mich nicht mehr gekannt, wie ich auf den Ski gestanden bin. Allerdings habe ich immer daran geglaubt, dass ich den schnellen Schwung noch draufhabe und gute Leistungen auf Weltcup-Niveau zeigen kann. Dieses Ziel verfolge ich nach wie vor. Ich glaube daran, bis es passiert.

St. Moritz. Teamwettkampf (Parallelslalom): 1. Frankreich. 2. Slowakei. 3. Schweden. 4. Schweiz. 5. Italien, Kanada, Norwegen und Österreich. 9. Argentinien, Belgien, Deutschland, Kroatien, Russland, Slowenien, Tschechien und USA. – Final: Frankreich s. Slowakei 2*:2 (43,58:43,66). Worley u. Vlhova. Pinturault s. Zampa. Mugnier u. Velez Zuzulova. Faivre s. Falat. – 3./4. Platz: Schweden s. Schweiz 3:1. Hansdotter s. Holdener. Hargin s. Aerni. Pietilä-Holmner s. Rast. Myhrer u. Schmidiger. – Halbfinals: Slowakei s. Schweiz 2*:2 (43,55:43,61). Vlhova s. Rast. Zampa u. Schmidiger. Velez Zuzulova s. Holdener. Falat u. Aerni. – Frankreich s. Schweden 2*:2 (43,24:43,30). Mugnier s. Hansdotter. Faivre u. Hargin. Worley u. Pietilä-Holmner. Pinturault s. Myhrer. – Viertelfinals: Schweiz s. Kanada 2*:2 (43,43: 43,63) Rast u. Mielzynski. Schmidiger s. Brown. Holdener s. Crawford. Aerni u. Philp. – Schweden s. Österreich 4:1. Frankreich s. Norwegen 3:1. Slowakei s. Italien 3:1. – Achtelfinals: Schweiz s. Kroatien 4:0. Rast s. Komsic. Schmidiger s. Zubcic. Holdener s. Popovic. Aerni s. Kolega. - Österreich s. Belgien 3:1. Schweden s. Slowenien 4:0. Norwegen s. Tschechien 3:1. Frankreich s. Russland 3:1. Kanada s. USA 2*:2 (43,13:43,84). Slowakei s. Deutschland 3:1. Italien s. Argentinien 4:0. – * = qualifiziert über die Zeit (bei Punktgleichheit werden die zwei besten Einzelzeiten pro Geschlecht und Nation addiert).