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Welttheater auf Nidwaldner Bühne

Mit «Amadeus» wagte sich das Theaterwärch Stans an ein grosses Stück der Theatergeschichte. Und überzeugte in allen Belangen.
Irene Infanger
Mozart (Markus Omlin) streitet sich mit seiner Constanze (Luzia Gisler), während Salieri (Samuel Christen) im Hintergrund alles mitkriegt. (Bild: Irene Infanger, Stans, 11. Mai 2019)

Mozart (Markus Omlin) streitet sich mit seiner Constanze (Luzia Gisler), während Salieri (Samuel Christen) im Hintergrund alles mitkriegt. (Bild: Irene Infanger, Stans, 11. Mai 2019)

Sie sind jung, begeistert vom Theater und wollen das Publikum mit ihrem «Wandertheater» mitreissen und begeistern. Dafür wagte sich der Verein Theaterwärch Stans in seiner erst vierten Theatersaison an ein grosses, nicht ganz einfaches Stück von Weltruhm: Peter Shaffers «Amadeus». Ein Stück, das auf dem legendären Broadway ein preisgekrönter Hit wurde und später auf der Leinwand als Film Erfolge einheimste. Und dies auf kleiner, mobiler Bühne, lediglich von Laienschauspielern präsentiert. «Die wenigsten Regisseure würden dieses Stück ohne Profischauspieler in den Hauptrollen aufführen», ist sich Regisseur Stefan Wieland bewusst. Seine Truppe jedoch überzeugte – vielleicht gerade deswegen. «Ich bin sprachlos. Ihr seid einfach die Grössten», war denn auch das Fazit von Franziska Filliger, Präsidentin Theaterwärch Stans, nach der Premiere im Restaurant Engel in Stans.

Spielerisches Geschick bewiesen

Während gut zweieinhalb Stunden entführten die 13 Laienspieler die Zuschauer am Samstagabend in die Welt der Musik in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts und der steifen sowie zugleich irrwitzigen, leicht überspitzten Welt am Wiener Hof. Sie packten die Zuschauer von Beginn weg und hielten das hohe Niveau der Sprache, kombiniert mit Witz und lebhafter Mimik bis zum Schluss. Das Zusammenspiel von Musik, Licht und Schauspiel war perfekt. Das sahen auch die Zuschauer so und quittierten die Leistung mit entsprechendem Applaus.

Wenn normale Begabung nicht ausreicht

«Amadeus» ist die Geschichte eines tugendhaften Mannes, der zwar eine musikalische Begabung besitzt, diese aber nichts ist, im Vergleich zu jener seines Kontrahenten. Die Rede ist von Antonio Salieri (gespielt von Samuel Christen), Komponist am Wiener Hof und dem des obszönen und gleichzeitig geniehaften Wolfgang Amadeus Mozart (Markus Omlin). Der tugendhafte und fleissige Salieri hadert mit Gott und kämpft gegen dessen Weltordnung, indem er mit Geschick und Arglist Mozarts Aufstieg verhindert und ihn schliesslich in den Tod treibt. Dabei instrumentalisiert er andere, wie etwa Mozarts Liebste Constanze (gespielt von Luzia Gisler) oder den Direktor der Nationaloper, Graf Franz Orsini-Rosenberg (Lex Friedrich).

Zahlreiche Mitwirkende helfen mit

Aber nicht nur jene auf der Bühne, sondern das restliche Ganze machte die Theateraufführung zu einem Erlebnis. Angefangen von einer auf den ersten Blick einfachen Bühne, die jedoch mit diversen Elementen viel Tiefe bescherte, bis hin zu den passenden handgefertigten Perücken. Rund 100 Mitwirkende sind heuer für einen reibungslosen Ablauf der vierten Spielsaison des Theaterwärchs Stans besorgt. Nächstes Wochenende geht es im «Engel» in Stans weiter, danach wird das Wandertheater weiterziehen, um in drei weiteren Spielstätten zu begeistern.

Gut 80 Prozent der Vorstellungen bis am 1. Juni sind ausgebucht. Informationen und Tickets unter www.theaterwaerch.ch.

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