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WENGEN/NIDWALDEN: OK-Präsident Lauberhornrennen: «Ich bin gerade erst richtig gestartet»

Einer der spektakulärsten Winteranlässe wird von einem gebürtigen Nidwaldner geführt. Seit drei Jahren ist Urs Näpflin OK-Präsident des Lauberhornrennens. Trotz vieler neuer Aufgaben – auf der Piste ist es immer noch am schönsten für ihn.
Philipp Unterschütz
Der gebürtige Dallenwiler und heute im Kanton Bern wohnhafte Urs Näpflin (rechts) ist seit 2014 OK-Präsident der Lauberhornrennen in Wengen. Hier mit Beat Zurflüh, während zwanzig Jahren Chef der Minschkante. (Bild: PD (Wengen, 27. Dezember 2017))

Der gebürtige Dallenwiler und heute im Kanton Bern wohnhafte Urs Näpflin (rechts) ist seit 2014 OK-Präsident der Lauberhornrennen in Wengen. Hier mit Beat Zurflüh, während zwanzig Jahren Chef der Minschkante. (Bild: PD (Wengen, 27. Dezember 2017))

Philipp Unterschütz

philipp.unterschuetz@ nidwaldnerzeitung.ch

Wenn sich am kommenden Sonntag die besten Skirennfahrer der Welt furchtlos die Abfahrtsstrecke am Lauberhorn hinunterstürzen, fiebert einer ganz besonders mit: der gebürtige Dallen­wiler Urs Näpflin, der seit 2014 OK-Präsident eines der prestigeträchtigsten Schweizer Wintersportanlässe ist. Seit 1981 ist er in Wengen dabei, lange Jahre als Rennleiter. Doch trotz der immensen Erfahrung sei er angespannt wie eh und je, erzählt Näpflin, der beruflich Geschäftsführer einer Bauunternehmung in Bern ist und in Zimmerwald lebt. «Wenn die Anspannung weg wäre, müsste ich aufhören.» Ein Grund für ein Jubiläum seien die ersten drei Jahre als OK Präsident aber nicht, lacht Näpflin. «Ich bin gerade erst richtig gestartet.»

Doch bisher haben Petrus und Frau Holle so einige Hindernisse in die Spur gelegt, die verhindert haben, dass Näpflin so richtig in Fahrt kam. Letztes Jahr musste er gar das Königsrennen, die Abfahrt, absagen. «Das tut weh, wenn man ein ganzes Jahr darauf hingearbeitet hat. Das war im ersten Moment ein Riesenfrust, wenn man die erschöpften Leute nach ihrem Riesenchrampf sah», erzählt der OK-Chef. Aber er sei in den Bergen in Wengen aufgewachsen, da lerne man Respekt. «So ist halt die Natur, das muss man akzeptieren. Die Sicherheit, insbesondere für die Athleten, hat oberste Priorität.» Auf keinen Fall dürfe aus irgendwelchen monetären Gründen etwas gewagt werden, erklärt Urs Näpflin. Umso mehr, als man auch in Wengen eine Versicherung hat, die für die Verluste aufkommt, welche die Organisation nicht selber tragen kann.

Doch obwohl die Absage zu seinen unerfreulichsten Erlebnissen gehöre, habe sie auch eine schöne Seite gehabt. «Es war beeindruckend, wie der Kampf, die Rennen zu retten, die Leute zusammengeschweisst hat. Wie sie einander geholfen haben und sich mit dem Anlass solidarisierten.»

Sport und Athleten bleiben das Wichtigste

Dieses Mal habe man bis jetzt fast einen Wunschzustand. «Ich kann mich nicht erinnern, dass wir in den letzten 25 Jahren so früh so viel Schnee hatten», sagt Urs Näpflin. Ausserdem habe man bei den Beschneiungsanlagen die Kapazität verdoppelt. Abfahrts- und Slalompiste hätten deshalb gemeinsam beschneit werden können, alles sei bereits fertig. «Das gibt ein gutes Gefühl, Ruhe und Gelassenheit.» Dass es jetzt bis auf über 2000 Meter regne, sei kein Problem, das Wasser hätte man sonst von Hand auf der Piste einbringen müssen. Und auch der Sturm Burglind habe keine Auswirkungen gehabt. «Wir hatten bei weitem nicht so extreme Windgeschwindigkeiten wie an anderen Orten. Zudem haben wir aufgrund der Sturmwarnungen einige Aufbauarbeiten verschoben, deshalb gab es dann auch keine Schäden.» Es könne eigentlich fast nichts mehr passieren, ausser dass eben das Wetter an den Renntagen nicht mitspiele.

Urs Näpflin weiss genaustens Bescheid über die Verhältnisse auf den Pisten und man spürt: auch wenn viel Neues zu seinem Tätigkeitsfeld hinzugekommen ist, am wohlsten fühlt sich der ehemalige Rennchef immer noch auf der Piste. Auch wenn er an vielen Sitzungen teilnehmen muss, Entscheide zu fällen hat oder repräsentative Pflichten wahrnehmen muss, «der Sport und die Athleten sind für mich das Wichtigste und bleiben im Mittelpunkt». Bei Trainings und Rennen trifft man Urs Näpflin deshalb immer noch auf der Piste. «Der Kontakt zu den Pistenleuten ist extrem wichtig. Sie ­sollen spüren, dass ihre Arbeit grosse Anerkennung im OK geniesst.» Die Pisten befahre er auch, weil es ihn halt immer noch interessiere, wie der Zustand sei und ob es Schwachstellen gebe.

Innerschweizer und Berühmtheiten

Urs Näpflin – schon sein Vater Paul Näpflin war im OK, bekannt als «König vom Hundschopf» – ist nicht der einzige Innerschweizer, der am Lauberhorn eine wichtige Rolle spielt. Nach wie vor ist der Obwaldner Guido Küchler Abschnittschef beim berühmten Hundschopf. Der Hergiswiler Martin Keller hat als Abschnittschef beim Kernen-S (früher Brüggli-S) zwar aufgehört, nachgerückt sind aber drei Urner unter Thomas Zurfluh.

Auch dieses Mal wird Näpflin als OK-Chef berühmte Gäste empfangen dürfen. So habe sich Bundespräsident Berset für die Abfahrt angekündigt. Und auch NHL-Hockeyspieler Mark Streit komme. «Wir haben irgendwo gelesen, dass er gerne mal ans Lauberhorn oder nach Kitzbühel gehen würde und ihn deshalb eingeladen. Toll, dass er Zeit gefunden hat.» Sozusagen schon fast zum Inventar zählt alt Bundesrat Adolf Ogi. Es kämen sicher noch weitere Berühmtheiten, er habe die Gästeliste aber noch gar nicht angeschaut, sagt Urs Näpflin. Und auch das SRF marschiert mit über 150 Leuten auf, um die Direktübertragung der Rennen zu stemmen.

Gespannt ist OK-Chef Näpflin auf die Besucherzahlen. Diese seien zwar die letzten drei Jahre schon etwas zurückgegangen. Das Wetter oder mindestens die Prognosen seien aber auch nicht gut gewesen. «Es würde mich sehr interessieren, wie viele Leute bei besten Wetterbedingungen kommen, um zu erfahren, ob der Rückgang wegen des Wetters war oder weil halt vielleicht der Skisport heute doch weniger Leute anzieht, wie es manchmal behauptet wird.»

Hinweis

Herren FIS-Ski-Weltcup-Rennen in Wengen: Donnerstag, 11. Januar, offizielle Eröffnung (17.45 Uhr). Freitag, 12. Januar, Abfahrt alpine Kombination (10.30 Uhr) und Slalom alpine Kombination (14 Uhr). Samstag, 13. Januar, Lauberhornabfahrt (12.30 Uhr). Sonntag, 14. Januar, Slalom (1. Lauf 10.15 Uhr, 2. Lauf 13.15 Uhr).

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