Wenige und teure Einfamilienhäuser in Nidwalden

Der Traum vom Haus wird in Nidwalden schneller teurer als in anderen Kantonen. Die Preise sind in Nidwalden im vergangenen Jahr fast doppelt so stark gewachsen wie im schweizerischen Durchschnitt.

Franziska Herger
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Die Preise für Einfamilienhäuser haben in Nidwalden in den vergangenen zwölf Monaten fast doppelt so stark zugenommen wie im landesweiten Vergleich. Das zeigt der aktuelle Eigenheimindex der Nidwaldner Kantonalbank (NKB). Die kantonale Wachstumsrate beträgt 4,6 Prozent (2,1 Prozent in den letzten sechs Monaten) gegenüber einer nationalen Wertsteigerung von 2,6 Prozent (1,1 Prozent im vergangenen halben Jahr). Vor allem in den Seegemeinden Hergiswil, Stansstad und Ennetbürgen ist das Preisniveau hoch (siehe Grafik rechts).

Der Markt für Einfamilienhäuser in Nidwalden sei sehr klein, begründet Philipp Müller, Leiter Bereich Firmenkunden und Finanzierungen und Mitglied der NKB-Geschäftsleitung. «Gerade in den Seegemeinden gibt es wenig freies flaches Land, daher werden aus topografischen Gründen eher Wohnungen gebaut.» Wo es in Nidwalden Bauland gebe, sei dies häufig im Eigentum von Korporationen, die es nicht verkaufen, sondern im Baurecht vergeben würden. «Interessenten müssen dann gewisse Kriterien erfüllen, etwa schon seit einer bestimmten Anzahl Jahre in einer Gemeinde wohnen», ergänzt Philipp Müller.

Wer unter diesen Bedingungen explizit ein Einfamilienhaus suche, sei häufig auch bereit, höhere Summen dafür zu zahlen, sagt Müller. Doch er relativiert: «Da es in den Gemeinden relativ wenige Handänderungen gibt, sind die Zahlen nicht unbedingt repräsentativ. Die Preisentwicklung könnte nächstes Jahr wieder ganz anders aussehen.»

Bei Eigentumswohnungen stagnieren die Preise

Bei den Eigentumswohnungen hat sich das während der vergangenen Jahre jeweils starke Preiswachstum deutlich verlangsamt, wie die Kantonalbank schreibt. So ist für den Kanton Nidwalden im letzten halben Jahr eine Seitwärtsbewegung (-0,2 Prozent) und in den vergangenen zwölf Monaten eine Wertzunahme von 2,0 Prozent festzustellen. Doch auch hier zeigt sich eine Differenz zu den nationalen Wohnungspreisen: Landesweit weisen diese in den letzten sechs Monaten nämlich ein Minus von 1,1 Prozent auf, was den ersten Rückgang seit vielen Jahren darstellt.

Auch hier relativiert Philipp Müller: «Die Preise sind in Nidwalden in den vergangenen Jahren weniger stark gestiegen als in anderen Kantonen. Daher ist nun die Korrektur auch sanfter.» So habe in Nidwalden weniger Nachfrage nach Eigentumswohnungen aufgrund von Zuwanderern bestanden als etwa in Wirtschaftszentren wie Zürich.

Die schweizweite und auch im Kanton Nidwalden festzustellende Abschwächung des Preiswachstums habe im letzten halben Jahr verschiedentlich zu einem Preisdruck bei den Eigentumswohnungen geführt, schreibt die Kantonalbank. «Der allgemeine Zuwanderungsdruck ist deutlich geringer als noch vor Jahren und der Wohnungsbau ist hoch», begründet Philipp Müller. Trotzdem sei der Erwerb eines Eigenheims in der aktuellen Tiefzinslage weiterhin attraktiv. «Die Schweizer Wirtschaft dürfte sich künftig verhalten positiv entwickeln, was sich stützend auf die Immobilienpreise auswirken sollte», führt Philipp Müller weiter aus.