Wenn der Nachbar das Essen kocht: Neues Angebot in Nidwalden

Statt Pizza und Kebab gibt es auf der Plattform Löffeli Hausgemachtes von Köchen aus Nidwalden für Nidwaldner.

Irene Infanger
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Start-up-Unternehmerin Mareika Arnold (links) und ihre Digital Managerin Joëlle Rossé haben grosse Pläne mit ihrer Essensplattform.

Start-up-Unternehmerin Mareika Arnold (links) und ihre Digital Managerin Joëlle Rossé haben grosse Pläne mit ihrer Essensplattform.

Bild: Irene Infanger (Hergiswil, 28. August 2020)

Rassige Rindshacktätschli serviert an einem bunten Salat, eine pikante Pekingsuppe versehen mit feinen Pouletstückchen und als süsse Versuchung vegane Zimt-Donuts. Was sich anhört wie Tageshits eines Restaurants, sind Delikatessen zubereitet von Ralph, Andreas und Lisa. Drei Privatpersonen, die eines gemeinsam haben: Seit kurzem bieten sie ihre Speisen auf der Essensplattform Löffeli Personen zum Kauf an, die selbst keine Zeit oder Lust zum Kochen haben. Mit «Gluschtigs vo Nidwaudä für Nidwaudä» wirbt Löffeli für hausgemachte und frische Rezepte, zubereitet vom Nachbarn nebenan – so zumindest die Idee. Seit dem 18.August ist die Plattform www.loffe.li online. Seither haben vier Köche in unregelmässigen Abständen ihre Kreationen angeboten. «Es haben sich zwar mehr Köche registriert, leider fehlt vielen noch der Mut, selbst etwas anzubieten. Dies hängt vielleicht auch damit zusammen, dass es noch zahlreiche offene Fragen seitens der Nutzer gab», erklärt Mareika Arnold das noch zurückhaltende Angebot.

Die Idee für Löffeli kam aus dem Alltag heraus

Nichtsdestotrotz ist die Hergiswilerin zufrieden mit dem Start: «Die vielen positiven Rückmeldungen zeigen, dass wir einen Nerv getroffen haben. Diese ermutigen uns umso mehr», sagt die 31-Jährige. Sie ist Ideengeberin von Löffeli und Kopf des Start-up-Unternehmens Ladle GmbH in Hergiswil, das die Essensplattform Löffeli vermarktet. Die Marketingfachfrau war schon immer fasziniert von Plattformen, die als Mittler von Kunden und Anbietern dienen, wie etwa Uber oder Airbnb.

Die Idee für einen Marktplatz fürs Essen kam schliesslich aus dem Alltag heraus: Die junge Mutter kocht stehts frisch und gesund für sich und ihren zweijährigen Sohn, die Menge hält sich dabei jedoch in Grenzen. «Warum nicht etwas mehr kochen und dies über eine Plattform anderen zum Kauf anbieten?», kam ihr plötzlich die Idee. «Ich habe seit bestimmt zehn Jahren kein Essen mehr bestellt, einfach weil mich das Angebot nicht überzeugt. Und ich glaube, dass es anderen gleich geht. Viele wollen sich gesund und frisch ernähren wie selbstgekocht», ist die zielstrebige Frau überzeugt.

Wegen Corona Start um ein halbes Jahr vorverschoben

Mit dem Lockdown drängte sich Löffeli regelrecht auf. Und so kam es, dass sie das Vorhaben statt wie geplant im Winter bereits im Sommer lancierte – zumindest in einem ersten Schritt für ihren Wohnkanton Nidwalden. «Leider hatten wir schon am ersten Tag Probleme mit den Zahlungen», sagt Mareika Arnold. Es sollte nicht das einzige Problem bleiben. «Die erste Programmierung wurde schlecht und sehr fehlerbehaftet ausgeführt. Irgendeinmal setzten wir uns trotzdem ein Datum für den Start. Wir wussten, wir werden unsere Lehren daraus ziehen müssen, schliesslich handelte es sich erst um ein Konzept», so die 31-Jährige mit Blick fürs Grosse. So kommt es, dass in diesen Tagen auch Bewohner von Obwalden und der Stadt und Agglomeration Luzern sowie in einigen Monaten schliesslich jene der Stadt Zürich in den Genuss einer eigenen Essensplattform kommen.

«Löffeli ist die Minivariante unseres Hauptprojekts. Es gibt uns die Chance zu sehen, wie die Nutzer mit der Plattform interagieren, welche Fragen bleiben und was wir schliesslich anpassen müssen», betont Joëlle Rossé. Die 29-Jährige gesellte sich im Mai zu Initiantin Mareika Arnold und ist als Digital Managerin dafür verantwortlich, die Plattform nutzerfreundlich zu gestalten.»

Jene Plattform von Zürich ist vollumfänglich durchkonzipiert und wird perfekt», ist die junge Start-up-Unternehmerin Mareika Arnold überzeugt und will damit ihrem angestrebten Ziel einen Schritt näherkommen: «Wir möchten das Airbnb fürs Essen werden», sagt Mareika Arnold selbstbewusst, «und schliesslich in der ganzen Deutschschweiz Fuss fassen.» Deshalb seien die ersten Erfahrungen aus Nidwalden umso wichtiger.

www.loeffe.li