Wer in Nidwalden umweltfreundlich baut, soll vom Fonds profitieren

Das kantonale Förderprogramm in Nidwalden wird im neuen Energiegesetz gestärkt. Damit kommt die Regierung einer Forderung aus der Vernehmlassung nach.

Matthias Piazza
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Die Montage einer Solaranlage auf dem Dach der Pfadi Stans.

Die Montage einer Solaranlage auf dem Dach der Pfadi Stans.

Bild: Corinne Glanzmann (Stans, 29. Mai 2018)

Das revidierte Energiegesetz Nidwalden, das auf der Energiestrategie 2050 fusst, sieht eine Reihe von Massnahmen vor, die dazu beitragen, den Energieverbrauch von Gebäuden zu senken und den Ersatz von erneuerbaren Energien zu steigern. Konkret wurden die Anforderungen an die Energieeffizienz der Gebäudehülle leicht verschärft, sodass Neubauten in Zukunft den heutigen Minergie-Standard erfüllen. Beim Ersatz eines fossilen Wärmeerzeugers für Heizung und Warmwasser muss ein kleiner Teil aus erneuerbaren Quellen stammen. Neubauten sollen zusätzlich einen Teil der benötigten Energie selbst produzieren, was in den meisten Fällen mittels Fotovoltaikanlagen geschehen dürfte. Während diese Punkte in der Vernehmlassung unbestritten waren, wurden auch Verbesserungsvorschläge eingebracht, wie die Regierung in einer Medienmitteilung schreibt.

So wurde wiederholt gefordert, das kantonale Förderprogramm, das die energetische Erneuerung der Gebäudehülle und die Nutzung erneuerbarer Energien beinhaltet, auszubauen und zu stärken. Der Regierungsrat schlägt deshalb einen eigenen Fonds vor. «Wer bei Neubauten nicht einen Teil des Energiebedarfs mit eigener Energie wie einer Fotovoltaikanlage abdecken will oder kann, sei es wegen des Denkmalschutzes oder weil das Gebäude nicht optimal besonnt ist, muss eine Ersatzabgabe leisten», sagt auf Anfrage Regierungsrat und Landwirtschafts- und Umweltdirektor Joe Christen. «Statt, dass dieses Geld einfach in die Staatskasse fliesst, schaffen wird damit einen Fonds.» Eine Prognose zur Höhe der Ersatzzahlungen sei schwierig, man gehe etwa von jährlich 40'000 Franken aus. Mit dem Fonds könnten auch mehr Bundesmittel aus der CO2-Abgabe ausgelöst werden, was dazu führen werde, dass mehr Gesuche berücksichtigt werden könnten. «Für jeden Franken, den Nidwalden ins Förderprogramm investiert, steuert der Bund zwei Franken bei. Diese Mittel kommen schliesslich den Bauherren, die ihre Gebäude energetisch ertüchtigen, und dem Nidwaldner Gewerbe zugute», hält Joe Christen fest.

Individuelle Heizkostenabrechnung abgeschafft

Eine Mehrheit der Vernehmlassungsteilnehmer lehnte die Abschaffung der individuellen Heizkostenabrechnung ab. Dies mit dem Argument, dass diese zum sparsamen Umgang mit Energie beiträgt. Der Regierungsrat bleibt indes auf seinem Standpunkt, diese bei Neubauten nicht vorzuschreiben. «Mit dem revidierten Energiegesetz werden Neubauten energetisch so sparsam, dass Aufwand und Kosten der individuellen Heizkostenabrechnung im Vergleich zur Einsparung nicht gerechtfertigt wären», begründet Joe Christen. Eine freiwillige Umsetzung bleibt aber möglich.

Derzeit überarbeitet das nationale Parlament das CO2-Gesetz. Gemäss Entwurf dürfen ab 2023 Altbauten, deren Wärmeerzeugungsanlage für Heizung und Warmwasser ersetzt wird, nur noch 20 Kilogramm CO2 aus fossilen Brennstoffen pro Quadratmeter Energiebezugsfläche verursachen. Es ist vorgesehen, dass Kantone diese Bedingung erst ab 2026 erfüllen müssen, sofern sie die Mustervorschriften im Energiebereich vor Inkrafttreten des neuen CO2-Gesetzes umgesetzt haben. Davon ist in Nidwalden aktuell auszugehen, wie es in der Mitteilung weiter heisst. Die Behandlung des neuen Energiegesetzes ist im Landrat für Ende Jahr und Anfang 2021 vorgesehen, das Inkrafttreten auf den 1. August 2021 terminiert.