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Wer wohnt denn hier?

In über 90 Containern werden derzeit die Oberstufenschüler unterrichtet. Ein Augenschein vor Ort.
Nicole Geiger, Denis Niederberger und Noa Portmann *)
Die Oberstufenschüler von Hergiswil werden derzeit in Containern unterrichtet, da das Schulhaus umgebaut und saniert wird. (Bild: Denis Niederberger (Hergiswil, 15. Mai 2018))

Die Oberstufenschüler von Hergiswil werden derzeit in Containern unterrichtet, da das Schulhaus umgebaut und saniert wird. (Bild: Denis Niederberger (Hergiswil, 15. Mai 2018))

Seit Sommer 2017 bewältigt die Schüler- und Lehrerschaft der Hergiswiler Oberstufe ihren Schulalltag in Containern. «Es ist wie immer in solchen Fällen. Man gewöhnt sich an alles», sagt ein Lehrer zu den speziellen Umständen. Auch wenn die Temperatur im Winter in den Keller falle und die Schulzimmer im Sommer zur Sauna würden, könne man sich mit der Situation arrangieren. Auch sei das ganze Containergebilde ziemlich ringhörig, sodass man nebst Regen sogar Krähen auf dem Dach stolzieren höre.

Die 91 Container unterhalb des Mattschulhauses, deren Einsatz rund 2 Millionen Franken kostet, dienen als Provisorium, da das Grossmatt-Schulhaus gegenwärtig für 22 Millionen Franken saniert wird, vor allem auch, weil das Gebäude den modernen Erdbebenschutz-Richtlinien nicht mehr standhielt.

Das Provisorium bringt weitere Herausforderungen mit sich: so kommt es zu Engpässen in der kleineren Mattturnhalle, da diese nun auf zusätzliche Klassen verteilt werden muss. Dies hat zum Abbau einer Sportlektion pro Woche in der Oberstufe geführt. Dieses Defizit wurde mit einem einwöchigen Sportlager in Tenero und weiteren Sportaktivitäten ausgeglichen. Andere Nachteile zeigen sich bei gewissen Fachräumen. «Wir haben kein Naturlehrzimmer und keine Küche mehr. Zum Kochen müssen die Jugendlichen nach Stansstad, das ist organisatorisch ein Mehraufwand», äussert sich Schulleiterin Ursula Haas. So werden Busse benötigt, um die Jugendlichen zwischen den beiden Orten hin und her zu transportieren.

Die Ringhörigkeit hat auch etwas Positives

Ansonsten habe sich der Unterricht nicht gross geändert, bestätigt der 16-jährige Schüler Sämi auf Anfrage. Auch andere Jugendliche äussern sich im Allgemeinen positiv zum Provisorium und zeigen Verständnis für die Umstellung. Sie haben sich auf das Containerleben eingelassen und finden sich gut damit ab. «Ich finde es eine gute Lösung», sagen nebst Sämi auch Ammon und Carina. Letztere kann sogar der Ringhörigkeit Positives abgewinnen. «Der Regen beruhigt mich.» Die knappen Platzverhältnisse auf dem Areal bringen gewisse Einschränkungen mit sich. Dies führe zu einem leichten Anstieg an Konflikten zwischen den ORS-Schülern, hält Ursula Haas gegenüber unserer Zeitung fest. Damit es zu keinen Reibereien mit jüngeren Primar- und Kindergartenschülern entsteht, ist den Jugendlichen untersagt, den Pausenplatz der Matt zu benutzen. Diese Grenze habe sich bis jetzt bewährt.

Sowohl aus Sicht der Lehrer als auch Schüler überwiegen jedoch im Grossen und Ganzen die positiven Aspekte der ganzen «Container-Übung». Die Zwischenlösung sei zweckmässig, sagt auch ein Anwohner, der auf seinen regelmässigen Spaziergängen oft am Container-Dorf vorbeikommt. Und Ursula Hass hält fest, es sei es an der Zeit gewesen, das Grossmatt-Schulgebäude auszuräumen und Altes zu sanieren. Kurzum: Die Vorfreude auf das neu sanierte Schulhaus stellt die Herausforderungen des aktuellen Schulalltags in den Schatten.

*) Dieser Artikel von Nicole Geiger, Denis Niederberger und Noa Portmann ist ein Produkt der Sonderwoche der 4. Klassen am Kollegi Stans. Die drei Schülerinnen haben das Atelier «Printmedien» gewählt und bei unserer Zeitung Redaktionsluft geschnuppert.

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