Wilder Bullen-Ritt für Abenteurer

Früher oder später landeten alle im Luftkissen. Dass Kraft alleine beim Bullenreiten an der Iheimisch nicht entscheidend war, bewies ein aufgeweckter Junge.

Irene Infanger
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Christine Schmid aus Morschach will sich so schnell nicht abwerfen lassen. (Bild: Roger Zbinden, Buochs, 1. Juni 2019)

Christine Schmid aus Morschach will sich so schnell nicht abwerfen lassen. (Bild: Roger Zbinden, Buochs, 1. Juni 2019)

«Beine nach vorne, Knie hochziehen, gerader Rücken.» Die Anleitung des Moderators Ramon de Jong war simpel. Die Umsetzung, wie man sich möglichst lange auf dem wilden Bullen hält, dann doch schwieriger. Es zeigte sich schnell: Nicht die Kraft ist entscheidend, sondern der Rhythmus und die Fähigkeit die Bewegung mit Hüfte und Oberkörper auszubalancieren. Stufe 5 bedeutete für die meisten Endstation, sie landeten meist im hohen Bogen im weichen Luftkissen.

Den Ritt kaum erwarten, konnte Christine Schmid aus Morschach. Sie strahlte schon, bevor sie sich auf den Rücken des maschinellen Stiers setzte. «Der ist ja richtig flauschig», frohlockte die 25-Jährige als sie ihre Position einnahm. «Stufe 2 – ein leichtes Vorspiel», erklärte de Jong, der seit 23 Jahren mit seinem Rodeo-Gerät unterwegs ist. Kein Problem für die geübte Reiterin. Dann wurde es schwieriger, die Bewegungen nach vorne und hinten ruckartiger. Stufe 5: «Drehungen – jetzt wird es kriminell», warnte der Norddeutsche die 25-Jährige. Und tatsächlich. Nach einigen Sekunden auf Stufe 5 und Christine Schmid flog vornüber ins Luftkissen. Sie strahlte aber weiterhin wie ein Maienkäfer und sagte: «Es war einfach super cool.»

Erlebnis rund um die Beef

Die Möglichkeit des Bullenreitens bot sich auf dem gegenüberliegenden Gelände der Iheimisch, wo die Tierausstellung beef.ch gastierte. Während man zum einen die zahlreichen Mutterkühe mit ihren Kälbern betrachten und sich über die Nidwaldner Landwirtschaft informieren konnte, wurde das Bullenreiten als zusätzliche Attraktion angeboten. Das Interesse daran hielt sich jedoch in Grenzen. Mit Ausnahme von Zeno Barmettler aus Buochs. Er kannte das Rodeo-Reiten bereits von früheren Beef-Anlässen und bewies sein Talent gleich an mehreren Tagen. Der bald 10-jährige Buochser hielt sich wie ein Profi auf dem Bock. Er hielt sich bis zur Stufe 7 von insgesamt 10 oben. «Es sieht schwieriger aus, als es ist», meinte er selbstbewusst. Das mochte wohl nicht jeder unterschreiben.