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Wirtschaft äussert sich zu Stanser Verkehrskollaps

Volkswirtschaftsdirektion und Gewerbeverband befürworten den Abbruch des Stanser Einbahnversuchs. Und stellen Forderungen.
Matthias Piazza
Der offene Brief von Volkswirtschaftsdirektion und Nidwaldner Gewerbeverband. Bild: Matthias Piazza (Stans, 16. August 2019)

Der offene Brief von Volkswirtschaftsdirektion und Nidwaldner Gewerbeverband. Bild: Matthias Piazza (Stans, 16. August 2019)

Nach nur einem Tag wurde am Freitag vor einer Woche der auf ursprünglich ein Jahr ausgelegte Versuch eines Einbahnbetriebes auf der Robert-Durrer- und der Stansstaderstrasse in Stans sistiert, wegen des Verkehrskollapses. Die Meinungen darüber, ob der Versuch zu einem späteren Zeitpunkt wieder aufgenommen werden soll, gehen bei den Parteien auseinander.

Nun wandten sich Volkswirtschaftsdirektor Othmar Filliger und Edi Engelberger, Präsident des Nidwaldner Gewerbeverbandes, in einem offenen Brief, auf offiziellem Briefpapier des Kantons, mit Logo des Gewerbeverbandes, an den Stanser Gemeinderat. Beim Gewerbeverband und der Volkswirtschaftsdirektion seien zahlreiche Beschwerden eingegangen. «Weite Teile der Bevölkerung zeigen sich verärgert, die Wirtschaft beklagt erhebliche Kosten und Ertragsausfälle», heisst es im Brief, den auch unsere Zeitung erhielt.

Daher begrüsse man den Versuchsabbruch. «Gleichzeitig ersuchen wir den Gemeinderat, im Interesse der Wirtschaft künftig auf weitere Experimente dieser Art zu verzichten», heisst es weiter.

Regierungsrat Othmar Filliger (CVP).

Regierungsrat Othmar Filliger (CVP).

Auf Nachfrage ergänzt Othmar Filliger, der auch im Vorstand des Nidwaldner Gewerbeverbandes ist: «Eine wichtige Erfahrung wurde gemacht, das riesige Verkehrschaos vom Versuchstag darf sich nicht wiederholen.» Der Gemeinderat müsse nun den ersten Versuchstag vom Donnerstag, 8. August, genau analysieren und dabei auch die Rückmeldungen aus der Wirtschaft mitberücksichtigen. «Unser Brief soll einen Beitrag dazu leisten.»

Klärendes Telefonat zwischen Regierungsräten

Das hat eine gewisse Brisanz. Zwar hat der Stanser Gemeinderat den Versuch aufgegleist und dafür im vergangenen November bei der Gemeindeversammlung einen Kredit von 125'000 Franken eingeholt. Doch wurde der Einbahnversuch auch von externen Verkehrsplanern, der Kantonspolizei und dem kantonalem Amt für Mobilität, das der Nidwaldner Baudirektion unterstellt ist, begleitet.

Regierungsrat Josef Niederberger (CVP).

Regierungsrat Josef Niederberger (CVP).

Der offene Brief löste ein klärendes Telefonat zwischen Baudirektor Josef Niederberger und Othmar Filliger aus. «Ich störte mich insbesondere am harten Wort ‹Experimente› – es war ein Versuch», sagt Josef Niederberger dazu. Allerdings habe er im Gespräch klären können, dass sich die Absender des Briefes nicht generell gegen einen weiteren Einbahnversuch wehren würden.

«Der Zeitpunkt vom 8. August, mit dem vielen Rückreiseverkehr auf der Autobahn, den Bauarbeiten auf dem Hergiswiler Autobahnabschnitt und der Sperrung der Axenstrasse war denkbar schlecht. In diesem Punkt muss ich meinem Amtskollegen und Edi Engelberger recht geben.» Aber die Baudirektion unterstütze selbstverständlich Bemühungen des Stanser Gemeinderates, um die generellen Verkehrsprobleme in den Griff zu bekommen.

«Wir nehmen den Brief zur Kenntnis», sagt dazu die zuständige Stanser Gemeinderätin Sarah Odermatt. «Uns ist bewusst, dass der verkehrliche Ausnahmezustand vom 8. August sehr viele Personen in eine schwierige Situation brachte und dass auch die Gewerbetreibenden sehr stark betroffen waren.» Nun brauche es Zeit, um die Situation zu analysieren und Lehren daraus zu ziehen. Für konkretere Aussagen sei es noch zu früh.

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