WIRZWELI: Biken im Schnee

Mit Fatbikes durch die verschneite Landschaft. Diese noch junge Sportart ist ab diesem Winter auf Wirzweli möglich. Damit nimmt die Wintersportdestination eine Pionierrolle ein.

Matthias Piazza
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Lukas Stöckli mit Fatbike beim Aufstieg zum Gummen mit Blick über den Ächerlipass zum Pilatus. (Bild: PD)

Lukas Stöckli mit Fatbike beim Aufstieg zum Gummen mit Blick über den Ächerlipass zum Pilatus. (Bild: PD)

Matthias Piazza

matthias.piazza@nidwaldnerzeitung.ch

Ab Mitte Januar kann man das Wintersportgebiet Wirzweli in Form eines neuen Winter-Sport-Erlebnisses geniessen. Zu den gängigen Wintersportarten wie Skifahren, Schneeschuhtouren oder Schlitteln werden auf der Sonnenterrasse über dem Engelbergertal speziell geführte Fat­bike-Touren angeboten. Mit einer Art Mountainbike mit speziell dicken Reifen befährt man gepresste oder festgetretene Winterwege und geniesst die Winterlandschaft. Dafür arbeitet die Wirzweli-Bahn mit dem ehemaligen Mountainbike-Profi Lukas Stöckli zusammen, welcher die Touren organisiert und die Fatbikes zur Verfügung stellt. Am 15. Januar findet der Schnupper-Event statt. Das Skigebiet Wirzweli sei in Nidwalden die erste Winterdestination, wo geführte Fatbike-Touren einen festen Bestandteil des Winterangebotes darstellten.

«Der Anstoss kam von Lukas Stöckli. Wir sind immer offen für neue Ideen. In Zeiten mit Schneemangel werden alternative Angebote immer wichtiger», sagt Hanny Odermatt, Geschäftsleiterin der Wirzweli-Bahn. Die Massen wolle sie damit nicht anziehen. «Fatbike setzt eine gewisse Fitness voraus und ist darum nicht für jedermann, denn man strampelt mit dem Velo zuerst ja den Berg hinauf – auf dem Schnee.» Sie spricht ­daher von einem Nischenangebot. Zuerst sei sie zwar etwas skeptisch gewesen, zumal es im Sommer zwischen Bikern und Wanderern manchmal zu Konflikten komme. «Mit Lukas Stöckli als erfahrenem Anbieter von Fatbike-Touren habe ich aber ein gutes Gefühl.» Vorderhand werden versuchsweise vier geführte Touren auf zwei Routen angeboten. «Damit sammeln wir erste Erfahrungen und schauen, wie das Umfeld rea­giert.» Bedenken, dass die Natur und die Tiere darunter leiden, hat sie nicht. «Die Biker benutzen Routen der Schlittler, der Schneeschuh-Tourengänger oder teilweise auch die öffentlichen Strassen, die einen reduzierten Winterdienst haben. Dadurch fühlen sich die Tiere nicht gestört. Sie sind sich daran gewöhnt.»

Fatbiken wird an Popularität gewinnen

Investitionen musste die Bahn keine tätigen. Mit Lukas Stöckli, der die Bikes zur Verfügung stellt, hat die Wirzweli-Bahn ein Pauschalangebot für 160 Franken pro Person zusammengestellt, das Bahnfahrt, Tour und Fondueplausch beinhaltet.

«Die Sportart wird sicher nicht die breite Masse ansprechen. Fahren auf schneebedeckter Unterlage braucht Kraft, und der Sport setzt gewisse Kenntnisse voraus, zum Beispiel, was die Routenwahl betrifft», meint Lukas Stöckli. Trotzdem sagt er dem Fatbike eine gewisse Zukunft voraus – auch mit Blick auf die Winter mit prekären Schneeverhältnissen. «Beim Fatbike ist man nicht zwingend auf eine geschlossene Schneedecke angewiesen.» In Frankreich sei die Sportart schon ziemlich etabliert. So gebe es im Vercors-Massiv (Grenoble) bereits zehn eigene Fatbike-Routen. Mit dem neuen Angebot auf Wirzweli ist er zuversichtlich, dass Velofahren im Schnee auch in dieser Region an Popularität gewinnen werde und sich neue Impulse für die Tourismusregion ergeben können.

Hinweis

Wer an einer der vier geführten Fatbike-Touren auf Wirzweli (15./25. 1./8. 2./8. 3. 17) teilnehmen will, bucht am besten unter www.lukasstoeckli.ch/tourenangebot.

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