Leserbrief

Wo bleibt der gesunde Menschenverstand?

Eine Leserin macht sich Gedanken über die Debatten zu Corona und Rassismus.

Nadja Barmettler, Ennetmoos
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Was aktuell bei uns abgeht, löst bei mir nur noch Kopfschütteln aus. Die Medien sind seit Monaten dabei, uns Angst zu machen und diktieren uns, was wir zu tun und zu glauben haben, wenn es um das Coronavirus oder um die neue Rassismus Entwicklung geht. Bei Covid-19 suggerieren uns der Bundesrat und die Medien in einer Art Massenhypnose, es gehe um Gesundheit. Dass dabei die ganze Wirtschaft und finanzielle Existenz vieler Leute zerstört wird, scheint sekundär zu sein.

Es macht weh, zuzusehen, wie Firmen in Konkurs gehen, Leute ihren Job verlieren, Existenzängste den Schlaf rauben, Anlässe abgesagt werden, die Menschen auf ihr soziales Leben verzichten müssen, junge Leute um ihre Ausbildungsplätze und Zukunft fürchten müssen.

Wenn jetzt Lockerungen vorgenommen werden und der Alltag langsam wieder einkehren würde, wird mit der «2. Welle» erneut Panik verbreitet. Die Ansteckungen steigen zwar, dies aber vor allem aufgrund der neuen Möglichkeit, sich gratis testen zu lassen, nicht wegen akuter Erkrankungen. Aber wehe man betrachtet die ganze Sache etwas kritisch. So wird man als Verschwörungstheoretiker bezeichnet oder es kommt zu einem Social-Media-Shitstorm. Youtube-Videos von Ärzten, die zur Corona-Thematik eine skeptischere Meinung haben, werden sogar wieder gelöscht. So als ob man keine andere Meinung dulden möchte. Ist das noch unsere Schweizer Demokratie, auf die wir so stolz waren?

Ähnlich ist es auch bei der aktuellen Rassismus Debatte. Haben wir es wirklich nötig, über so etwas zu diskutieren? Die Schweiz ist ein friedliches und sehr tolerantes Land. Bei der absonderlichen Polarisierung kommt es einem eher so vor, dass es die linke Politik fast darauf abgesehen habe, Rassismus aufzubauschen, wo gar keiner ist. Auch ich finde es nicht gut, wenn man jemanden aufgrund seiner Herkunft, Farbe, Sprache usw. beleidigt. Aber ist denn heutzutage niemand mehr im Stande, sich selbst zu wehren? Auch ich werde aufgrund meines Dialekts oft gefragt, woher ich komme, oder manchmal sogar ein bisschen belächelt. Ich sehe das aber eher als Interesse an meiner Person und nicht als Problem. Schliesslich bin ich stolz auf meine Wurzeln und wüsste mich jederzeit zu wehren.

Die Gesundheit ist unbezahlbar, definitiv. Und sich über aktuelle Weltgeschehen zu informieren ist wichtig. Aber lassen wir uns von den Medien und der Politik nicht mehr alles einreden. Vertrauen wir wieder mehr unserem gesunden Menschenverstand und der Eigenverantwortung. Ich freue mich – und hoffe – darauf, dass demnächst das normale Leben wieder Einzug hält in unserem Land und wir nicht mehr über Mundschutz oder Mohrenköpfe diskutieren müssen.

Freuen wir uns auf wieder stattfindende Sportanlässe, Alpabzüge und Hochzeiten ohne Einschränkungen.