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Wohnen und Verkehr machen den Stansstadern Bauchweh

Zum zweiten Mal nach 2008 wollte der Gemeinderat wissen, wie es um die Zufriedenheit seiner Bürger steht. Gut schneidet die Gemeinde etwa punkto Naherholung und Kinderfreundlichkeit ab. Auch Wünsche tauchen auf.
Matthias Piazza
In Gebiet Schürmatt entstehen rund 80 Wohnungen. (Bild: Corinne Glanzmann (Stansstad, 16. Januar 2019))

In Gebiet Schürmatt entstehen rund 80 Wohnungen. (Bild: Corinne Glanzmann (Stansstad, 16. Januar 2019))

Was denken die Stansstader über ihre Gemeinde? In einer gross angelegten Einwohnerbefragung wollte der Gemeinderat seinen rund 3800 steuerpflichtigen Einwohnern der drei Ortsteile Stansstad, Kehrsiten und Fürigen/Obbürgen/Bürgenstock auf den Zahn fühlen. 875 Bürger, also 23 Prozent, haben zwischen dem 19. Februar und dem 10. April des vergangenen Jahres an der Umfrage teilgenommen, wofür der Gemeinderat die Firma Transfer Plus AG beauftragt hatte.

Demnach sind die Stansstader zufrieden mit ihrem Wohnort – sogar noch zufriedener als bei der letzten Umfrage 2008. Als Pluspunkte wurden die öffentliche Sicherheit, die Naherholungsgebiete, die Parkanlagen und die Kinderfreundlichkeit aufgeführt. Die zentrale Lage mit der Nähe zu Bergen, See und Stadt wurde als weitere Pluspunkte der Nidwaldner Gemeinde mit ihren rund 4500 Einwohnern aufgeführt. Die Kehrsitener schätzen insbesondere die ruhige Wohnlage.

Nebst Lob musste der Gemeinderat auch Kritik einstecken. Viele Befragte bemängelten das zu knappe Wohnangebot. «Beim Wohnungsbau kann die Gemeinde nicht aktiv eingreifen. Und einfach so dürfen wir ja nicht die Bauzonen erweitern», gibt Gemeindepräsident Beat Plüss zu bedenken. Allerdings unterstütze der Gemeinderat das verdichtete Bauen.

Schlechte Nachrichten gibt’s für all jene, die mehr Parkplätze forderten. «Wir haben nicht genug Platz, um das Parkplatzangebot auf Grossanlässe, Tage mit vielen Badibesuchern oder anderen Spitzentage auszulegen», erklärt Beat Plüss.

Als weitere Erkenntnis der Umfrage geht hervor, dass die Kehrsitener Jugendlichen gerne ein eigenes Jugendabgebot hätten. Beat Plüss sieht hier keinen Handlungsbedarf: «Das Angebot in Stansstad eignet sich auch für die Kehrsitener, welche ja auch für den Besuch der Schule nach Stansstad kommen.»

Mehr öffentlicher Verkehr auf der Wunschliste

Eine bessere Erschliessung durch den öffentlichen Verkehr kristallisierte sich als weiterer Wunsch der rund 50 an der Umfrage beteiligten Kehrsitenern heraus. «Mit dem Rufbus und dem Schiff, das im Stundentakt nach Luzern fährt, ist Kehrsiten ausreichend versorgt», stellte Beat Plüss klar. Einen Linienbus zwischen Kehrsiten und Stansstad zu betreiben, würde sich finanziell nicht rechnen. Mehr öffentlicher Verkehr stand auch auf der Wunschliste der übrigen Stansstader. Sie möchten mehr als «bloss» je zwei Züge stündlich nach Luzern und Stans. Hier hat Beat Plüss gute Neuigkeiten. «Wir haben bei Kanton und Zentralbahn mehrmals interveniert, um den im Dezember 2010 verlorenen Interregio-Halt wieder zurückzugewinnen.» Mit der geplanten Einführung des zweiten stündlichen Interregios Luzern–Engelberg soll jeder zweite Interregio in Stansstad halten.

Ansonsten sei in Sachen öffentlicher Verkehr in den vergangenen Jahren viel gegangen, man denke nur etwa an die Postautolinie Stans–Stansstad mit Bedienung des Seehof-Quartiers. Die Gemeinde beteilige sich an der Linie jährlich mit 45000 Franken.

Und seit der Eröffnung des Bürgenstock-Resorts 2017 seien auch die Ortsteile Obbürgen und Fürigen viel besser mit dem Postauto erschlossen. Keine Verbesserung gibt’s für die Velofahrer in diesen Ortsteilen. Sie müssen sich mit der bestehenden Situation begnügen. Dem in der Befragung oft erwähnten Wunsch nach einem Verkehrsnetz für Velos kann laut Beat Plüss nicht entsprochen werden, weil die Umsetzung zu teuer und zu aufwendig wäre.

Gemeinderat will Tempo 30 in Obbürgen

Dafür stellt Beat Plüss einen Lösungsansatz für ein Problem in Aussicht, dass den Fürigern und Obbürgern am meisten auf dem Magen liegt: die Zunahme des Verkehrs auf den Bürgenstock. «Das Verkehrsaufkommen können wir zwar nicht beeinflussen, doch versuchen wir, mit einer Tempo-30-Zone in Obbürgen die Verkehrssicherheit zu erhöhen.» Bei der Baudirektion sei man schon seit Längerem vorstellig geworden, leider habe diese bis jetzt noch nichts unternommen.

Auch wenn der Gemeinderat viele Wünsche nicht erfüllen könne, so erachte er die Einwohnerbefragung, die auch in fünf Jahren wieder durchgeführt werden soll, als wirksames Instrument für eine Standortbestimmung. «So wissen wir, wo den Bürgern der Schuh drückt.»

Die Einwohnerbefragung ist auf der Internetseite www.stansstad.ch aufgeschaltet (Rubrik «Neuigkeiten»).

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