Wolf reisst mehrere Schafe oberhalb von Wolfenschiessen

Total 12 Schafe sind auf der Alp Laucheren verendet. Die DNA-Analyse ist zwar noch nicht abgeschlossen, doch aufgrund des Rissbildes geht der Fachmann davon aus, dass der Wolf am Werk war.

Oliver Mattmann
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Ungefährlich im Gegensatz zu seinen frei lebenden Artgenossen: Ein Wolf im Tierpark Goldau. (Bild: Romano Cuonz)

Ungefährlich im Gegensatz zu seinen frei lebenden Artgenossen: Ein Wolf im Tierpark Goldau. (Bild: Romano Cuonz)

Der Wolf hat auf der Alp Laucheren im Grenzgebiet zwischen Wolfenschiessen und St. Niklausen in Obwalden zugeschlagen. Fabian Bieri, Leiter Abteilung Jagd und Fischerei beim Kanton Nidwalden, bestätigte am Mittwoch auf Anfrage unserer Zeitung, dass das Raubtier vor zehn Tagen sechs und wenig später drei weitere Schafe gerissen hat. Zwar steht die Auswertung der DNA-Analyse noch aus, doch aufgrund des Rissbildes gehe man davon aus, dass der Wolf am Werk war, so Bieri. Drei weitere Schafe wurden nach dem ersten Angriff vermisst, eines wurde anschliessend tot aufgefunden. «Wir vermuten, dass die beiden anderen bei der Flucht vor dem Wolf abgestürzt sind», hält Fabian Bieri fest.

Gemäss seinen Aussagen seien die Schafe praktisch ungeschützt gewesen. Die Problematik in diesem Fall sei, dass es sich um mehrere homogene Herden gehandelt habe, die zusammengezogen worden seien. Dadurch hätten sich die Tiere in grösseren Gruppen, aber selten alle zusammen auf der Alp bewegt. «Dieses Vorgehen ist gang und gäbe und macht für die Alpbewirtschafter natürlich Sinn. Aber dadurch ist es schwieriger, mit vernünftigem Aufwand einen ausreichenden Schutz für alle Tiere zu errichten», sagt Bieri dazu. Die betroffene Herde sei inzwischen wieder im Tal. Die toten Tiere seien bei der Kadaververwertungsstelle entsorgt worden, um nicht noch andere Raubtiere anzulocken.

Tierbesitzer stehen in der Verantwortung

Der letzte bestätigte Schafriss eines Wolfes in Nidwalden fand Mitte Juli in Emmetten statt. Dazwischen sorgte der Wolf auch in den Kantonen Schwyz und Luzern mit seinen Angriffen für Schlagzeilen. Fabian Bieri betont, dass man vonseiten Behörde das Möglichste mache, um Schafbesitzer zu sensibilisieren, etwa mit Beratungsangeboten. «Die Umsetzung von Schutzmassnahmen liegt letztlich aber in der Verantwortung der Tierbesitzer.»