Wolfenschiessen
Wird diese Abstimmung angenommen, ist die Schulgemeinde Geschichte

Am 13. Februar stimmen die Wolfenschiesser Stimmberechtigten über die neue Gemeindeordnung ab. Es ist die letzte Hürde auf dem Weg zur Einheitsgemeinde.

Matthias Piazza
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Die Schulanlage Zelgli.

Die Schulanlage Zelgli.

Archivbild: Nidwaldner Zeitung (4. September 2018)

Sieben Nidwaldner Gemeinden haben die Schulgemeinde schon abgeschafft. Am 13. Februar könnten zwei weitere Gemeinden folgen. Wie Emmetten stimmt dann auch Wolfenschiessen über eine neue Gemeindeordnung ab, die keine Schulgemeinde mehr kennt. Für die schulischen Belange wäre ab nächstem Jahr nicht mehr der Schulrat zuständig, sondern die Schulkommission, präsidiert von jenem Mitglied des siebenköpfigen Gemeinderates, das das neu geschaffene Departement Bildung unter sich hat.

«Vorderhand belassen wir die Zahl der Gemeinderatssitze bei sieben. Wir organisieren einfach die Departemente neu», sagt auf Anfrage Gemeindepräsident Wendelin Odermatt. «Wir gehen davon aus, dass das Pensum für das Departement Bildung von der Belastung jenem des Gemeindepräsidenten entsprechen wird.» Die Pensen der übrigen Gemeinderatsmitglieder sollen nicht verändert werden. «Für strategische Belange der Schule ist dann die vierköpfige Schulkommission verantwortlich. Die operativen Aufgaben übernimmt die Schulleitung», begründet er, warum eine Aufstockung auf acht Gemeinderatsmitglieder nicht nötig ist.

Zwei Bürger lösten den Prozess aus

Ins Rollen gebracht hatten die Zusammenlegung Alexander Schuler und Markus Christen. Die beiden Bürger reichten im Februar 2020 einen Antrag ein, mit der Forderung, dass Gemeinde- und Schulrat eine neue Gemeindeordnung ausarbeiten sollen, ohne Schulgemeinde. Sie begründeten ihren Antrag für die Zusammenlegung damit, dass es immer schwieriger sei, geeignete Personen für ein Exekutivamt wie jenes des Schul- und Gemeinderates zu finden, aber auch mit dem Synergieeffekt bei den Liegenschaften, der Verwaltung, dem Gebäudeunterhalt und der Beschaffung. Auch würden die Bedürfnisse der Schule in die Gemeindeanliegen integriert und die Schulleitung in ihrer operativen Tätigkeit gestärkt. Das Volk stimmte dem Antrag im Herbst 2020 zu. An der Gemeindeversammlung im vergangenen November wurde der Entwurf der neuen Gemeindeordnung unverändert zuhanden der kommenden Urnenabstimmung verabschiedet. «Gemeinde- und Schulrat stehen hinter der gemeinsam ausgearbeiteten Gemeindeordnung, worüber wir sehr froh sind», hält Wendelin Odermatt fest.

Das bestätigt auch Schulpräsidentin Corinne Businger. «Die Schule behält auch in der neuen Gemeindeordnung den Stellenwert, den sie verdient.» Es ist der zweite Anlauf für eine Einheitsgemeinde. Mit 58 Prozent verwarfen die Wolfenschiesser im November 2013 den Antrag eines Bürgers, eine neue Gemeindeordnung auszuarbeiten. Damals sprach sich der Schulrat dagegen aus.

«Weil wir gemeinsam hinter der Gemeindeordnung stehen können, rechne ich mit einem Ja an der Urne», meint Corinne Businger. Sollte diese Prognose am 13. Februar eintreffen, ist die Schulgemeinde auch in Wolfenschiessen ab dem 1. Januar 2023 Geschichte.

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