WOLFENSCHIESSEN: Alterswohnungen sind heiss begehrt

Das Projekt «Wohnen im Alter» ist vollendet. Am heutigen Tag der offenen Tür wird auch ein Kunstwerk enthüllt.

Matthias Piazza
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Stiftungspräsidentin Margrit Kopp freut sich über die neuen Alterswohnungen in Wolfenschiessen. (Bild Matthias Piazza)

Stiftungspräsidentin Margrit Kopp freut sich über die neuen Alterswohnungen in Wolfenschiessen. (Bild Matthias Piazza)

Matthias Piazza

«Wohnen im Alter» ist in der Gemeinde Wolfenschiessen keine Worthülse. Hinter dem Restaurant Eintracht entstand in den vergangenen Monaten ein vierstöckiges Gebäude mit zehn Mietwohnungen (21/2- und 31/2-Zimmer-Wohnungen). Das Besondere daran: Die Wohnungen sind nur für Leute ab 60 Jahren vorgesehen. Entsprechend spricht Margrit Kopp, Präsidentin der Stiftung «Wohnen und Arbeiten in Wolfenschiessen», von einem nicht ganz alltäglichen Projekt. «Alterswohnungen ohne Betreuung entsprechen aufgrund der demografischen Entwicklung mit immer mehr älteren Leuten einem grossen Bedürfnis, sind aber noch nicht so verbreitet und besonders in Wolfenschiessen Mangelware.» Das neue Haus mit dem Namen «Ellberg» ist darum auf Senioren ausgelegt. So sind die Wohnungen mit einem Lift erreichbar, hinderliche Schwellen im Haus und in der Wohnung findet man keine. «Fachleute sprechen von einem Vorzeigeprojekt», erzählt Margrit Kopp stolz. Mit wenigen zusätzlichen Veränderungen werden die Wohnungen gar behindertengerecht. Auch der Standort sei ideal: «Die Bewohner wohnen mitten im Dorf, Läden und Bahnhöfe sind in der Nähe. Und dank des benachbarten Restaurants Eintracht können wir uns auch vorstellen, dass dieses die Mahlzeiten nach Hause liefert.»

Der Bau ist offenbar ein Renner. So sind gemäss Margrit Kopp neun der zehn Wohnungen bereits vermietet. Die Bruttomietzinse (exklusive Tiefgarage) bewegen sich im Bereich von 1100 bis 1600 Franken. «Das erachten wir als bezahlbar.» Die Stiftung ist im Besitz der Gemeinde Wolfenschiessen, hat gemeinnützigen Wohnbau zum Zweck und darf nicht renditeorientiert arbeiten.

Eine Hommage an Roland Christen

Auch wenn so gut wie keine Wohnungen mehr frei sind, lohne sich der Besuch am heutigen Tag der offenen Türe. «Die Bevölkerung zeigte sich immer interessiert am Projekt. Nun kann sie das Ergebnis besichtigen.» Zudem erwartet die Besucher eine Überraschung: Es wird ein Kunstwerk aus Kupfer, Messing, Chromstahl und Eisen enthüllt. Näheres will Kopp dazu noch nicht verraten. Klar ist aber: Das Werk ist eine Hommage an den im vergangenen Sommer verstorbenen Wolfenschiesser Roland Christen. «Er trug massgeblich zum Gelingen des Projektes bei», sagt Margrit Kopp. «Leider konnte er die Fertigstellung nicht mehr erleben, aber das Kunstwerk bekam er noch zu Gesicht. Es gefiel ihm. So werden auch kommende Generationen noch auf den edlen Spender aufmerksam gemacht.» Finanziert wurde das Kunstwerk von den am Bau beteiligten Unternehmen, die je 200 Franken beisteuerten und sich dafür die Kosten für die Bautafel schenkten, indem sie darauf verzichteten.

Stiftung bekam Land günstig

Roland Christen vermachte der Stiftung das Land zum günstigen Preis von 200 Franken pro Quadratmeter und spendete überdies eine Million Franken an den 4,6 Millionen Franken teuren Bau. Die Gemeinde Wolfenschiessen stellt ein Darlehen von einer halben Million Franken zur Verfügung, das in den ersten fünf Jahren nicht verzinst werden muss. Das hatten die Bürger 2013 an der Herbstversammlung beschlossen. Weitere 80 000 Franken stellten eine Stiftung und 10 000 Franken eine Wolfenschiesser Familie zur Verfügung. Die Frauengemeinschaft Wolfenschiessen beteiligt sich mit 6000 Franken an der Einrichtung des Gemeinschaftsraumes.

Hinweis

Heute wird der Bau am Tag der offenen Tür offiziell eingeweiht (14 bis 18 Uhr). Weitere Informationen unter: www.wolfenschiessen.ch