WOLFENSCHIESSEN: Bannalp soll eine Strasse erhalten

Die Älpler möchten die Bannalp mit einer Strasse erschliessen. Die Bewirtschaftung verlange dies. Die Naturschützer sind strikte dagegen.

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Blick von der Bannalp Richtung Oberrickenbach. 
Bild Corinne Glanzman/Neue NZ

Blick von der Bannalp Richtung Oberrickenbach. Bild Corinne Glanzman/Neue NZ

Wenn jeweils im Frühling die Älpler mit ihrem Vieh von Oberrickenbach auf die Bannalp ziehen, haben sie einen anstrengenden Aufstieg von fünf Stunden vor sich. Der Pfad für Vieh und Mensch ist bisweilen schmal und steil.  Deshalb hätten sich die Älpler zusammen mit der Korporation und mit Privaten zur Flurgenossenschaft Sinsgäu-Bannalp zusammengetan, um die Sinsgäu und Bannalp mit einer Strasse besser zu erschliessen.

Die Strasse zur Bannalp würde über Sinsgäu führen. Ab Oberrickenbach besteht bereits eine Waldstrasse, die bis Sinsgäu verlängert würde. Die Erschliessung mache auch Sinn, weil der Besitzer der Haghütte in eine Alpkäserei investiert habe, so Hans Christen, Präsident der Flurgenossenschaft Sinsgäu-Bannalp. Die Flurgenossenschaft Sinsgäu-Bannalp möchte sie für Lieferwagen, Traktoren oder Geländefahrzeuge von 6 bis 7 Tonnen konzipieren. 

Derzeit wird ein Umweltverträglichkeitsbericht zum Strassenprojekt ausgearbeitet. Laut Hans Christen sollen die Resultate im Spätherbst vorliegen. Den Baubeginn sieht er frühestens in eineinhalb Jahren. Die Strasse sollen nur die Älpler benutzen dürfen. Laut Christen soll dies eine Barriere sicherstellen. Ein Benutzungsreglement wird noch ausgearbeitet.

Eingriff in die Landschaft
Die Pläne der Flurgenossenschaft stossen bei WWF und Pro Natura auf Widerstand. Die Verbindung von Sinsgäu bis Bannalp erachten sie als schlechte Lösung. «Die Strasse würde durch sehr steiles Rutsch- und Steinschlaggebiet führen. Bau und vor allem der Unterhalt würden sehr teuer. Der ökonomische Gewinn für die Landwirtschaft wäre nur dank massiven Subventionen denkbar und nicht einmal sicher.» Markus Baggenstos vom WWF Unterwalden befürchtet auch, dass das Rotwild vertrieben wird.

Meinungen weit auseinander
Für Hanspeter Rohrer von Pro Natura ist unbestritten, dass der Viehtrittweg saniert werden muss. Er soll aber nicht so breit werden, dass ihn Fahrzeuge befahren können. Gegen den «massiven Eingriff in die Landschaft» durch den Bau einer Strasse wehrt er sich.

Über die Debatte und Argumente lesen Sie in der Neuen OZ vom Samstag.

Geri Wyss