WOLFENSCHIESSEN: Bus-Drama: Angehörige drohen mit Millionenklage

Im August kamen drei israelische Touristen bei einem mit Andreas-Kreuz gesicherten Bahnübergang ums Leben. Nun erheben die Angehörigen laut «SRF Rundschau» schwere Vorwürfe gegen die Verantwortlichen und drohen mit einer Klage.

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Kerzen beim Bahnübergang Allmend in Wolfenschiessen erinnern an das tragische Unglück vom 11. August. (Bild: Archiv Neue NZ)

Kerzen beim Bahnübergang Allmend in Wolfenschiessen erinnern an das tragische Unglück vom 11. August. (Bild: Archiv Neue NZ)

In der heutigen «SRF Rundschau» (20.50 Uhr SRF1) erheben die Angehörigen der drei verstorbenen israelischen Familienvätern schwere Vorwürfe gegen die Verantwortlichen. Sie klagen an, dass der Unglücks-Bahnübergang unzureichend gesichert war. Sie drohen gar mit einer Millionenklage.

Der Bahnübergang war nur mit Andreas-Kreuzen gesichert. Im Gebiet Wolfenschiessen gibt es viele solch gefährliche Bahnübergänge, die saniert werden müssen. Auf der Strecke Dallenwil-Grafenort sind dies 32 Übergänge. 25 davon entfallen auf zwei grosse Sanierungsprojekte in Wolfenschiessen, wobei 22 Bahnübergänge aufgehoben und drei ausgebaut werden sollen.

Die Zentralbahn wollte sich auf Anfrage noch nicht zur Haftungsfrage äussern. Sie geht jedoch im Fall Wolfenschiessen ebenfalls von einem Millionenschaden aus.

Touristen starben auf dem Weg zum Wasserfall

Am 11. August waren acht israelische Touristen mit einem Kleinbus auf dem Weg zu einem Wasserfall. Auf dem Bahnübergang Allmend in Wolfenschiessen kollidierte der Bus mit einem Zug der Zentralbahn. Drei der acht Insassen wurden dabei getötet. Fünf weitere wurden schwer verletzt.

Politikum «Bahnübergange»

2009 hatte der Landrat einen Kredit für den Nidwaldner Anteil an den Sanierungskosten der Bahnübergänge genehmigt. In diesen 4,7 Millionen Franken waren die Kosten, die durch die Anpassungen der Strasse bei den Bahnübergängen entstehen, nicht eingerechnet. Der Regierungsrat musste deshalb beim Parlament mit einem Zusatzkredit vorstellig werden, fand mit diesem dort aber keine Mehrheit.

Das Geschäft wird am 22. Oktober vom Parlament erneut behandelt. Die Kantone müssen die Sanierungsprojekte bis Ende Jahr beim Bund einreichen.

shä/sda/rem