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WOLFENSCHIESSEN: Ein Jahr lernen sie in der Baustelle

Das gestern eröffnete Schuljahr der Oberstufe findet parallel zu Bauarbeiten statt. Für Lehrer und Schülerschaft eine Herausforderung – aber auch eine Chance.
Martin Uebelhart
Wenn es zu laut wird, kommt der Pamir zum Einsatz: Schülerinnen und Schüler bei einer Gruppenarbeit. (Bild Martin Uebelhart)

Wenn es zu laut wird, kommt der Pamir zum Einsatz: Schülerinnen und Schüler bei einer Gruppenarbeit. (Bild Martin Uebelhart)

Martin Uebelhart

Kahle Decken, Kabelrohre, abgedeckte Treppen, abgesperrte Bereiche und eine Baustelle rund ums Haus: Das fanden die Oberstufenschülerinnen und -schüler aus Wolfenschiessen und Dallenwil vor, als sie gestern nach den Sommerferien wieder das Schulhaus Zälgli betraten.

Für die Lehrer und die Schüler sei das eine Herausforderung, sagt Gesamtschulleiterin Ursi Truttmann im Gespräch mit unserer Zeitung. «Wir können noch nicht abschätzen, was an Lärmimmissionen auf uns zukommt», hält sie fest. Franz Müller, Teamleiter der Orientierungsschule (ORS), ergänzt: «Wir haben während der Bauphase auch etwas weniger Platz zur Verfügung.» So habe man im Stundenplan schauen müssen, dass man aneinander vorbeikomme. Einige Lehrpersonen würden zu «Wanderpredigern», weil sie nun in mehreren Zimmern unterrichten würden.

Outdoor-Schule

Einige besonders laute Arbeiten sind während der sechs Wochen Sommerferien erledigt worden. Nach den Herbstferien steht der Ersatz der Fenster an. «Dann werden wir während zweier Wochen ausserhalb des Schulhauses unterrichten», sagt Ursi Truttmann. Eine Woche sollen die Schüler an verschiedenen Orten im Engelbergertal zur Schule gehen. Es würden sich bestimmt Räumlichkeiten in den Gemeinden Wolfenschiessen und Dallenwil finden, die für eine Woche als Schulzimmer umfunktioniert werden können. Auch ein gedecktes Waldsofa sei denkbar. Natürlich müsse man sich dann entsprechend organisieren. «Wir werden keine Beamer oder elektronischen Wandtafeln zur Verfügung haben», betont Müller.

Die zweite Woche wird die ORS im Sportcamp Melchtal verbringen und sich sportlichen Aktivitäten widmen. «Es gibt dort sehr viele Möglichkeiten», sagt Müller. Nach den Osterferien wird eine dritte Woche ausserhalb des Schulhauses abgehalten, denn dann wird das Treppenhaus mitsamt den heute nicht mehr Suva-konformen Geländern saniert. «Dann ist eine Arbeitswoche vorgesehen», sagt Müller, «zum Beispiel Wanderwegsanierungen.»

Entgegen komme dem Vorhaben auch, dass es dieses Jahr nur sechs ORS-Klassen gebe, sagt die Schulleiterin. Für die kommenden Jahre zeichneten sich steigende Schülerzahlen ab.

Gehörschutz für die Schüler

«Wir schauen das nicht nur als mühsame Sache an», sagt Ursi Truttmann, «sondern als Chance und ein Abenteuer, das nur dieser Schülerjahrgang erleben kann. Und wenn einmal irgendwo gebohrt wird und es etwas lauter wird, haben alle Schüler ihren eigenen Pamir erhalten, mit dem sie dem Lärm etwas entgehen können.» Franz Müller meint: «Vielleicht gehen ja einige nicht so gerne in die Schule, aber umso lieber auf die Baustelle. Wir haben sozusagen ein Jahr lang Berufsinformationstage.»

Sechs neue Zimmer

4,7 Millionen Franken investiert die Schulgemeinde in die Sanierung des gut 40 Jahre alten Schulhauses. Gleichzeitig werden an der Nordseite des Gebäudes auf drei Stockwerken sechs zusätzliche Schulzimmer gebaut. «Platz, den wir brauchen», hält Ursi Truttmann fest. «Gruppenräume zum Beispiel gab es bei uns bisher nicht».

Aus Kostengründen habe man die Sanierung und Erweiterung einem Neubau ganz klar vorgezogen, sagt Schulrat Bruno Waser, der für die Liegenschaften zuständig ist. «Wichtig ist für uns, dass es zweckmässig ist. Es soll wieder 40 Jahre halten.» Die Grundsubstanz sei noch gut. «Auch die Raumgrössen stimmen, das würde man heute noch so bauen», so Waser. Neu wird sein, dass auf jedem Stockwerk zwei Räume zu sogenannten Lernlandschaften zusammengelegt werden.

Unter anderem wird das Gebäude erdbebensicher gemacht, es gibt neue Fenster, und die Gebäudehülle wird komplett isoliert, inklusive Flachdach. Der Brandschutz wird ebenfalls heutigen Standards angepasst, die sanitären Anlagen erneuert. Dank einem Lift, der neu eingebaut wird, ist das Schulhaus künftig auch behindertengerecht.

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