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WOLFENSCHIESSEN: Er holt alles aus Töffli heraus

Pirmin Odermatt macht aus Töffli Rennmaschinen – mit Erfolg. 2005 gewann er die Teffli-Rally. Technik fasziniert ihn ebenso wie das Fahren.
Matthias Piazza
Pirmin Odermatt in seiner Werkstatt, wo sich alles um Zweitakter dreht. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue NZ)

Pirmin Odermatt in seiner Werkstatt, wo sich alles um Zweitakter dreht. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue NZ)

In dieser Werkstatt bei Pirmin Odermatt auf Grunggis dreht sich alles um Zweitakter. Auf dem Prüfstand steht ein Töffli, das zu einem renntauglichen Fahrzeug umgebaut wurde. Auspuff ab Stange? Fehlanzeige. Hier ist Handarbeit hoch im Kurs. Pirmin Odermatt (26) nimmt ein flaches Stahlblech zur Hand. «Das wird gelasert, gebogen und geschweisst. Die Masse müssen präzise stimmen», erklärt er. Der Auspuff eines handelsüblichen Töfflis geht untenrum – für Rennen im Gelände denkbar ungeeignet. Auch die Vorrichtung, die den Rennfahrer vor Verbrennungen schützt, wird entsprechend angepasst. Zusammen mit seinem Kollegen Michael Bozenhardt in Schaffhausen macht er handelsübliche Töffli fit für Rennen. Verschiedene Teile werden ersetzt. «Meine Herausforderung ist es, aus einem Töffli möglichst viel herauszuholen.» Und möglichst viel herausholen heisst für ihn auch, die Leistung zu steigern, aus einem PS werden über zehn PS.

«Dienst an der Szene»

Mittlerweile hat er sich in der Szene als Töfflibauer einen Namen gemacht. So fahren bereits sechs Teilnehmer an der Teffli-Rally mit SPT-Motoren (Swiss Performence Tuning). Der gelernte Maschinenbau-Ingenieur verbringt einen grossen Teil seiner Freizeit in seiner Werkstatt – in Stunden umgerechnet, würde dies wohl einem 20-Prozent-Pensum entsprechen, schätzt er. Beigebracht habe er sich das Know-how teils autodidaktisch, von Kollegen – und natürlich sei ihm auch das Studium zugutegekommen. Geld will er mit dem Umbau von Töffli nicht primär verdienen, er verrechnet nur die Materialkosten. «Ich sehe meinen Job als Dienst an der Szene, ich will die Philosophie und das Know-how durch die Produkte meinen Rennkollegen weitergeben», erzählt er.

Durchbruch gelang mit Teffli-Rally

Pirmin Odermatt baut nicht nur Töffli, sondern nimmt auch regelmässig an Rennen teil – mit Erfolg, wie die zahlreichen Pokale an der Wand beweisen. Als erstes Highlight, gar Durchbruch in seiner bisherigen Karriere erwähnt er den Sieg an der Teffli-Rally 2005. «Mit einem Schlag wurde ich in der Szene bekannt. Für mich als damals Achtzehnjährigen bedeutete dieser Sieg an einem so bekannten Anlass einen grossen Prestige-Erfolg.» Ein Sieg, der einem das ganze Leben erhalten bleibe. «Einmal Rally-Sieger – immer Rally-Sieger. Dieser Titel bleibt für immer.» An der Teffli-Rally machte er auch seine ersten Rennerfahrungen. 2003 gab er dort sein Renndebüt – an den vier Teilnahmen sprangen bei vier Finalqualifikationen drei Podestplätze raus. Auch am kommenden Wochenende tritt er wieder an – diesmal ohne Ambitionen auf einen Sieg. Am alle zwei Jahre stattfindenden Anlass nimmt er heute mehr aus Plausch teil und versucht, als Strassenrennfahrer die Crossspezialisten möglichst zu ärgern.

Er konzentriert sich nun auf Mofastrassenrennen in der 75-Kubikzentimeter-Klasse, ebenfalls mit grossem Erfolg. Im vergangenen Jahr landete er im Endklassement auf dem zweiten Platz – diese Saison sprangen bereits fünf Laufsiege heraus. Rund zehn Rennen jährlich fährt Pirmin Odermatt – dazu gesellen sich rund doppelt so viele Trainings. Gefahren wird meist in den Kartbahnen in Lyss oder in Roggwil. Von grossen Stürzen sei er bis jetzt glücklicherweise verschont geblieben. Als gefährlich bezeichnet er den Rennsport in dieser Kategorie nicht. «Man ist gut geschützt mit Lederkombi und Helm, fährt höchstens 90 Kilometer die Stunde, und die Rennstrecke ist an den Seiten auch gut gepolstert.»

Anstrengender als ein Berglauf

«Mich fasziniert die Komplexität des Ganzen – sowohl die Technik als auch das Fahren selber», begründet er die Faszination für dieses Hobby. «Ich bin kein klassischer Fahrer, ich will auch wissen, was dahintersteckt.» Aber natürlich sei ein Rennen auch immer eine grosse Herausforderung. «Die Technik, die Psyche, das Selbstvertrauen: Alles muss stimmen. Mit Kämpfen kann man ein Rennen nicht gewinnen, wenn man sich verkrampft, stürzt man. Dieser Grat, fehlerfrei zu fahren und trotzdem ans Limit zu gehen, ist eine Herausforderung», meint Pirmin Odermatt, der den Berglauf, sein zweites Hobby, als weniger anstrengend empfindet als ein Töfflirennen. Konkrete Karriereziele habe er nicht angepeilt – gesund und unfallfrei bleiben habe höchste Priorität. Auf jeden Fall sei und bleibe der Motorsport für ihn ein Hobby – mit dem Fernziel, Grand-Prix-Rennstrecken eines Tages zu befahren.

Leidenschaft als Voraussetzung

Mit seinem Umfeld könne er sich kaum über das Hobby austauschen, da es nicht so bekannt sei. «Dies liegt wohl auch daran, dass die Jungen nicht mehr Töffli fahren, wie das in meiner Zeit noch der Fall war.» Er schätzt die Mofacrossszene auf rund 80 Fahrer in der Schweiz. Auf die Frage, was denn die Voraussetzungen für dieses Hobby seien, meint er: «Leidenschaft und Ausdauer, der Rest kommt von alleine.»

Hinweis

Die 8. Teffli-Rally findet am 23. und 24. August in Ennetmoos statt. Weitere Informationen unter www.teffli-rally.ch

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