WOLFENSCHIESSEN: Erfolgschancen weiterhin als intakt beurteilt

Bei der Suche nach den vermissten Kindern in Nidwalden werden in den kommenden Monaten noch Tausende von Kubikmetern Seesediment ausgebaggert. Noch ist die Hoffnung da, die Leichen zu finden.

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Die Schwimm-Baggeranlage «Ridinger» der Wabag im Delta der Engelbergeraa in Buochs. (Bild pd)

Die Schwimm-Baggeranlage «Ridinger» der Wabag im Delta der Engelbergeraa in Buochs. (Bild pd)

Die Nidwaldner Kantonspolizei zog eine vorläufige Bilanz über die Suche nach dem elfjährige Mädchen und dem sechsmonatigen Knaben, die vermutlich am vergangenen 17. Juli im hochgehenden Gerlibach bei Wolfenschiessen den Tod fanden. Bei den Arbeiten von Polizei, Feuerwehr, SAC, Tauchern und Suchhunde-Teams kamen bisher über 3000 Mannstunden zusammen. Widrige Umstände wie Gewitter erschwerten die Sucharbeiten wiederholt zusätzlich. Zu den Kosten wurden vorerst keine Angaben gemacht.

1200 Lastwagenladungen
Die Ausbaggerung im Mündungsbereich der Engelberger Aa in den Vierwaldstättersee als letzte erfolgversprechende Massnahme sei weiterhin im Gang und werde noch Monate dauern, erklärte Kripochef Wobmann. Im definierten Bereich müssten insgesamt 12'000 Kubikmeter Sediment gehoben werden, was ungefähr 1200 Lastwagenladungen entspreche. Pro Woche dürfe nur an drei Tagen gebaggert werden und zwischen Oktober und April wegen Umweltschutzauflagen gar nicht. Der Aushub, laut Wobmann noch rund 40 Nauenladungen, werde sich entsprechend hinziehen.

Chance etwa 50 zu 50
Laut Wobmann kamen bisher in den Sedimenten weder weitere Gegenstände noch Leichen oder Teile davon zum Vorschein. Die Chancen, die Körper in der Zone nach dem Strömungsabriss im Sedimentgestein zu finden, seien weiterhin intakt. Die Chancen stünden etwa 50 zu 50, wenn die Leichen noch einigermassen intakt seien. Das ausgehobene Material wird laut Wobmann im «Sechs-Augen-Prinzip» kontrolliert: Neben dem Baggerführer sind zwei Personen am Förderband im Einsatz, und letztlich gelangt das Material über einen Querrost. «Wir geben die Hoffnung nicht auf, bis der ganze Bereich ausgebaggert ist. Irgendwo müssen sie sein», sagte Wobmann.

ap