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WOLFENSCHIESSEN: «Geben Sie der Agentur eine Chance»

Die Post rentiert nicht mehr und wird im November geschlossen. Als Ersatz gibt es eine Agentur im Volg. Die Bevölkerung ist verärgert.
Kurt Liembd
Tafeln bei der Poststelle Wolfenschiessen. (Bild Corinne Glanzmann)

Tafeln bei der Poststelle Wolfenschiessen. (Bild Corinne Glanzmann)

Kurt Liembd

Warum schaut die Post nicht besser zu ihren Kunden? Warum nimmt der Service public dauernd ab? Warum schliesst man Poststellen, wenn die Post gleichzeitig 600 Millionen Reingewinn macht? Solche und weitere Fragen stellten die Wolfenschiesser an der Informationsveranstaltung vom Mittwoch. Mehr als 100 Personen fanden den Weg in die Aula Zälgli, um sich aus erster Hand über die Änderungen ihrer Poststelle informieren zu lassen.

Zurück blieb bei vielen offenbar ein Gefühl von Einflusslosigkeit und gar Ohnmacht. «Was ist geblieben vom einst so stolzen Gelben Riesen, der fast ein wenig auch Symbol der Schweiz war?» Dies fragten sich viele Bürger – öffentlich an der Infoveranstaltung oder anschliessend in der Beiz. Zumindest haben sich die Post-Verantwortlichen diesen Fragen gestellt und sind vor die Bevölkerung getreten, um die unerfreuliche Nachricht zu überbringen. Bruno Zürcher, Verantwortlicher für die Umsetzung Postagenturen, teilte mit, dass die Wolfenschiesser Post voraussichtlich im November dieses Jahres geschlossen werde.

Bar einzahlen nicht mehr möglich

Anstelle der bisherigen Poststelle gibt es neu im Volg-Laden eine sogenannte Postagentur (Konzept «Post im Dorf­laden»). «Mit der neuen Lösung können Sie Ihre Postgeschäfte weiterhin in der Nähe erledigen und profitieren von attraktiven Öffnungszeiten», beruhigte Bruno Zürcher. Weiter sagte er, dass der in Oberrickenbach und Grafenort bisherige Hausservice bestehen bleibe. Und: Bis auf wenige Ausnahmen werden im Volg-Laden alle bisherigen Postdienstleistungen angeboten. Zu diesen Ausnahmen zählt etwa die Einzahlung mit Bargeld. Mit der Postkarte können jedoch weiterhin Einzahlungen gemacht werden.

Zu den Gründen für die Postschliessung wies Zürcher vor allem auf die fehlende Rentabilität hin infolge veränderter Lebens- und Kundengewohnheiten. So seien in den letzten 15 Jahren gesamtschweizerisch die Einzahlungen um rund 37 Prozent zurückgegangen, die Paketpost um 42 Prozent und die Briefpost gar um 63 Prozent. Die Paketpost sei jedoch dank Internethandel wieder am Steigen, erklärte Zürcher.

Agentur hat auch Vorteile

Gemeindepräsident Hans Kopp machte keinen Hehl daraus, dass er die Schliessung der Poststelle «sehr bedaure». Jedoch anerkenne der Gemeinderat auch den Handlungsbedarf der Post. Kopp: «Wir verlieren etwas Wichtiges in der Gemeinde. Eine Agenturlösung ist aber ein gangbarer Weg, der auch Vorteile hat.» Weit kritischer tönte es aus der Bevölkerung. So wurden etwa die engen Platzverhältnisse für Parkplätze vor dem Volg-Laden kritisiert, die fehlende Privatsphäre im Laden und das Wegfallen von Bareinzahlungen.

Es gab aber auch mehrere Voten zum Service public allgemein, die zwar nicht direkt mit der Schliessung der Poststelle zusammenhängen, aber Unmut über die Entwicklung der Post offenbarten. Pirmin Walker, Leiter Poststellengebiet Unterwalden, meinte darauf: «Ihre Emotionen sind für uns ein Kompliment, denn Sie zeigen damit, dass Ihnen die Post wichtig ist.» José Gabriel, Leiter der Briefzustellregion Kriens, beruhigte die Bevölkerung: «Die gesamte Hauszustellung ist nicht betroffen.» Ob das allerdings auch langfristig so ist, darauf wusste er keine Antwort.

Unbefriedigend war für viele auch die Antwort von Bruno Zürcher auf die Frage, wie viel mit der neuen Lösung eingespart werden könne. «Wir geben keine Zahlen bekannt», so Zürcher. Er appellierte: «Geben Sie der Agentur eine Chance, und profitieren Sie von den längeren Öffnungszeiten.»

Weiter war noch zu erfahren, dass die heutigen Posträumlichkeiten, die im Stockwerkeigentum der Post sind, vermietet oder verkauft werden sollen.

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