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Wolfenschiessen rief die Bauern und sie kamen, um Konflikte zu diskutieren

Landwirtschaft, Tourismus und Politik bieten Konfliktpotenzial. Doch es geht auch anders, wie an einem Landwirtschaftsanlass in Wolfenschiessen aufgezeigt worden ist.
Beat Christen
Wanderer und Biker wollen die Landschaft auch für sich - das kann Konflikte mit den Landbesitzern geben. (Themenbild: Manuela Jans)

Wanderer und Biker wollen die Landschaft auch für sich - das kann Konflikte mit den Landbesitzern geben. (Themenbild: Manuela Jans)

Das Thema interessierte anscheinend. Weit über 120 Personen folgten vor kurzem der Einladung des Gemeinderats Wolfenschiessen zum Landwirtschaftsanlass. Die Bestosser der Gemeinalpen erschienen ebenso wie die Landwirte und Vertreter der Alpgenossenschaften. Die Wichtigkeit dieses Austausches unterstrich der Gemeinderat, in dem er der Veranstaltung in corpore seine Aufwartung machte.

«Ziel dieses Landwirtschaftsanlasses war die Förderung der Zusammenarbeit zwischen der Gemeinde, der Landwirtschaft und dem Tourismus», so Thomas Vetterli, Vizepräsident des Gemeinderats. Diskutiert wurden Themen, welche die Landwirtschaft direkt betreffen. Die Gewässerraumausscheidung beispielsweise. Habe der erste Vorschlag noch für grosse Diskussionen gesorgt, hätten dem zweiten Wurf durchaus positive Seiten abgewonnen werden können. «Er deckt jetzt die Bedürfnisse der Landwirtschaft viel besser ab», lautete die Feststellung von Gemeindepräsident Wendelin Odermatt. Und: «Die Überarbeitung hat sich gelohnt.»

Ziel: Win-win-Situation für alle schaffen

Was auch klar wurde: Nicht immer deckungsgleich sind die Bedürfnisse der touristischen Anbieter mit jenen der Landwirtschaft. Auf der einen Seite hat der Tourismus den Auftrag, bestmögliche Grundlagen für alle Leistungsträger zu schaffen, auf der anderen Seite sind die touristischen Bedürfnisse nicht immer für alle auf den ersten Blick klar erkennbar. Thomas Vetterli gab sich überzeugt:

Gemeinderat Thomas Vetterli. (Bild: PD)(

Gemeinderat Thomas Vetterli. (Bild: PD)(

«Mögliches Konfliktpotenzial frühzeitig erkennen und Gespräche führen ist der beste Weg, um gemeinsam ans Ziel zu kommen.»

Aus Erfahrung wisse er, dass sich oftmals scheinbar weit auseinanderliegende Interessen am Ende viel näher seien als noch bei Gesprächsbeginn. Dies treffe beispielsweise auch auf die Koexistenz von Wanderern und Bikern auf dem gleichen Weg zu. «Sie alle benützen für die Ausübung ihres Sports grossmehrheitlich landwirtschaftlich genutzte Flächen. Unser Ziel muss es sein, für alle Anspruchsgruppen eine Win-win-Situation zu schaffen.»

Weitere Gesprächsrunde in spätestens zwei Jahren

Den dritten Teil des Informationsaustausches hatte die Nutztierhaltung und Wanderwege zum Thema. «Ein Thema, welches wir schon lange vor den Ereignissen auf Bannalp auf die Agenda gesetzt hatten», versichert Thomas Vetterli. Als Referent konnte mit Heinz Feldmann ein Fachmann der Beratungsstelle für Unfallverhütung in der Landwirtschaft gewonnen werden. Und auch bei diesem Thema seien Konflikte vorprogrammiert, wenn man nicht miteinander spreche und dabei jeder seinen eigenen Weg gehe. Gesetze und Verordnungen setzen Leitplanken. Rechte und vor allem Pflichten gebe es hüben wie drüben. So war denn die Kommunikation das an diesem Abend beherrschende Thema.

Heinz Feldmann zeigte sich ob der Initiative der Wolfenschiesser zu diesem Landwirtschaftsanlass hoch erfreut. Nach wie vor sei die Landwirtschaft in der grössten Nidwaldner Gemeinde ein starker Zweig der Volkswirtschaft. Und weil dem so sei, will der Gemeinderat diesem ersten Austausch spätestens in zwei Jahren eine weitere Gesprächsrunde folgen lassen.

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