WOLFENSCHIESSEN: Sie liefern sich einen friedlichen Wettstreit

Bereits zum zehnten Mal organisiert der Kaninchenzüchterverein Nidwalden die Kaninchenausstellung. Das Publikum kann die herzigen Kaninchen anschauen, die Züchter vergleichen und fachsimpeln.

Matthias Piazza
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Die Experten Monika Furrer und Urban Hamann bewerten ein Kaninchen. (Bild: Matthias Piazza (Wolfenschiessen, 5. Januar 2017))

Die Experten Monika Furrer und Urban Hamann bewerten ein Kaninchen. (Bild: Matthias Piazza (Wolfenschiessen, 5. Januar 2017))

Matthias Piazza

matthias.piazza@nidwaldnerzeitung.ch

Den Expertenaugen von Monika Furrer und Urban Hamann entgeht nichts. Wie sieht das Fell des Kaninchens aus? Wie stark weicht das Gewicht vom Idealgewicht der Rasse ab? Mit total acht Kriterien wird das Kaninchen bewertet. Besonderen Wert wird auf Gesundheit und Pflege gelegt. Ein glänzendes Fell und ausdrucksstarke Augen machen einen guten Eindruck. Unerwünschte Details wie etwa weisse Haare bei farbigen Tieren stören die Zeichnung der Farbe und geben Abzüge.

Die acht Experten bewerten an diesem Donnerstagmorgen praktisch im Minutentakt Kaninchen für Kaninchen. Über 600 werden es am Schluss sein, maximal möglich in der Bewertung sind 100 Punkte. Jeder Experte hat «seine» Rasse.

Die Kaninchenausstellung, die gestern Abend ihre Tore für das Publikum öffnete und noch bis am Samstag dauert, ist eben mehr als nur eine Ausstellung. «Für den Züchter ist der Anlass ein Wettbewerb, ein friedlicher Wettstreit», erklärt OK-Präsident Helmuth Töngi vom organisierenden Kaninchenzüchterverein Nidwalden. Der Verein, im Jahre 1943 gegründet, mit aktuell rund 50 Mitgliedern, organisiert diese Ausstellung alle zwei Jahre, heuer zum zehnten Mal, zum ersten Mal in der Wolfenschiesser Zälgli-Turnhalle.

«Die Züchter wissen so, wo sie im Vergleich mit ihren Kollegen stehen, wie erfolgreich sie mit ihrer Zucht sind», weiss Helmuth Töngi. Der Besitzer des Siegers einer jeden Rasse erhält einen Pokal.

Züchter kommen von weit her

Züchter aus fast der ganzen Deutschschweiz sind nach Wolfenschiessen gekommen. Die Nidwaldner reisen jeweils auch in andere Kantone mit ihren Kaninchen, wenn ein befreundeter Verein eine Ausstellung organisiert. «Man trifft Kollegen wieder oder lernt neue kennen, kann sich austauschen, fachsimpeln, Erfahrungen weitergeben», unterstreicht Töngi den Nutzen solcher Veranstaltungen.

«Wir wollen das Optimale aus einer Rasse herausholen, immer näher an das Ideal kommen und dies möglichst ohne Schwankungen über die Jahre, und uns im Rassenklub einen guten Namen machen: Das ist der Reiz des Züchtens», erklärt der OK-Präsident.

Einer der Züchter ist auch Werner Ettlin aus Fürigen, der an diesem Morgen als Zuträger fungiert, das heisst, er bringt die Kaninchen zu den Experten. Er selber hofft mit einem Französischen Widder auf möglichst viele Punkte. Bereits schon seit 25 Jahren widme er sich diesem Hobby. Der Restaurator schätzt die Abwechslung, die ihm das Züchten gebe, den Umgang mit den Tieren, verantwortlich für ein Lebewesen zu sein.

Auch beim Publikum seien solche Ausstellungen sehr beliebt, weiss Töngi. «Familien mit Kindern kommen immer in Scharen, um die herzigen Kaninchen zu bestaunen.»

Diese sind in langen Reihen in Boxen untergebracht, was aber absolut tierschutzkonform sei. «Sie haben in ihren Boxen Stroh, Wasser, ein Knabberholz und auch eine Rückzugsecke. Und sind sich mit der Zeit solche Ausstellungen auch gewohnt», versichert er.

Hinweis

Die Jubiläumsschau im Schul­zentrum Zälgli, Wolfenschiessen, ist heute von 10 bis 22 Uhr und am Samstag von 9 bis 16 Uhr offen (Festwirtschaft heute bis 24 Uhr mit musikalischer Unterhaltung, und morgen bis 17 Uhr).