WOLFENSCHIESSEN: Tamilen zügeln von Stans ins «Alpina»

Im Hotel Alpina werden nur Asylsuchende untergebracht, die schon länger in der Schweiz sind. Auch kritische Fragen wurden am Infoabend gestellt.

Philipp Unterschütz
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Über 200 Personen informierten sich in der Zälgli-Aula über die Asylunterkunft im «Alpina». (Bild Philipp Unterschütz)

Über 200 Personen informierten sich in der Zälgli-Aula über die Asylunterkunft im «Alpina». (Bild Philipp Unterschütz)

Philipp Unterschütz

Über 200 Personen – doppelt so viele wie erwartet – nutzten die Gelegenheit, um sich am Donnerstagabend über die geplante Asylunterkunft im Hoteltrakt des «Alpina» aus erster Hand zu informieren. Es war der erste Informationsanlass dieser Art, der in Nidwalden zur Thematik von Asylunterkünften in einer Gemeinde durchgeführt wurde. Yvonne von Deschwanden, kantonale Gesundheits- und Sozialdirektorin, Roger Dallago, Vorsteher Amt für Asyl und Flüchtlinge, Jürg Wobmann, Kommandant der Kantonspolizei und Wendelin Odermatt, Gemeinderat und Sozialvorsteher, waren mit dem Ziel angetreten, mit transparenter Information allfällige Bedenken zu zerstreuen und Fragen zu beantworten. Die Stimmung in der Aula der Schulanlage Zälgli war weder angespannt noch ablehnend.

«Zuzüger» gelten als unbedenklich

«Bei den Asylbewerbern und Flüchtlingen, die am 1. Mai in den Hotelzimmern einziehen, handelt es sich ausschliesslich um Tamilen, die schon seit 5 bis 7 Jahren in der Schweiz sind», gab Dallago bekannt. Frauen und Kinder werden mindestens vorerst nicht in Wolfenschiessen einquartiert. Die momentan vorgesehenen 16 Männner zwischen 20 und 30 Jahren, die teilweise bereits im Arbeitsprozess integriert sind, wohnen jetzt noch im ehemaligen Zelger-Haus in Stans vis-à-vis vom Länderpark. Sie müssen umziehen, weil das Haus einer neuen Überbauung weichen soll. Da es für sie selber eine Verbesserung der Wohnsituation darstelle, hätten sie positiv reagiert, sagte Dallago.

«Die Gruppe hat in der langen Zeit noch nie zu irgendwelchen Klagen Anlass gegeben», ergänzte Yvonne von Deschwanden. Im «Alpina» würden nur Personen untergebracht, die unbedenklich seien. «Könnten wir nicht diese Strategie verfolgen, hätten wir das ‹Alpina› gar nicht gemietet», versicherte die Sozialdirektorin. «Im Asyl- und Flüchtlingsbereich arbeiten wir nach den Grundsätzen Ordnung, Ruhe und Sicherheit – und das gilt auch für Wolfenschiessen.»

Polizei behält die Lage im Auge

«Die Asylunterkünfte in Nidwalden sind keine Brennpunkte für die Polizei», bestätigte Polizeikommandant Jürg Wobmann. «Trotz der starken Zunahme von Asylbewerbern im Kanton haben wir keinen Anstieg der Kriminalität im Zusammenhang mit ihnen festgestellt. Wir mussten im vergangenen Jahr im Asylbereich kaum intervenieren.» Man werde Wolfenschiessen genau im Auge behalten und der Lage angepasst präsent sein. Wenn sich aber jemand durch die Asylbewerber in seiner Sicherheit gestört fühle, solle man sich unbedingt an die Polizei wenden.

Einige Fragen der Bevölkerung drehten sich erwartungsgemäss auch um Befürchtungen, dass die Gemeinde Wolfenschiessen später finanziell für die Flüchtlinge aufkommen müsste. Tatsächlich geht die Verantwortung nach einem Aufenthalt von mindestens 12 Jahren vom Kanton an die Gemeinde. Roger Dallago versicherte, dass der Kanton bis dahin alles unternehme, um die Integration in den Arbeitsprozess vorzunehmen.

Gerade in Wolfenschiessen habe man bereits gute Erfahrungen mit Tamilen gemacht, die bestens integriert seien, ergänzte Sozialvorsteher Wendelin Odermatt. «Das sind nicht Leute, die der Gemeinde auf der Tasche sitzen wollen.»

Es bleibt bei maximal 30 Plätzen

Yvonne von Deschwanden appellierte an die Wolfenschiesser, bei der Integration der Asylbewerber mitzuhelfen. Dies gelinge am besten, wenn die Leute positiv aufgenommen würden.

Auf Fragen, warum die Tamilen nicht in den geplanten Containerunterkünften, die wohl an die Stanser Kreuzstrasse zu stehen kommen, untergebracht werden, sagten die Behördenvertreter, dass man damit Wohnungen freigeben wolle, die der Kanton zur Unterbringung von Asylbewerbern gemietet habe. Die Kosten seien im Übrigen mit 250 bis 300 Franken monatlich pro Unterkunftsplatz gleich hoch, egal ob Wohnung, Hotel oder Container.

Roger Dallago versicherte auf Nachfrage zudem, dass eine spätere Aufstockung der Plätze in Wolfenschiessen ausgeschlossen sei. «Es bleibt bei den vorgesehenen 20 bis 30 Plätzen. Für mehr ist das Objekt ungeeignet.»