WOLFENSCHIESSEN: Trotz Verkauf gibt es keine Änderungen

Eine Ära ist nur scheinbar zu Ende. Das Wirtepaar Odermatt hat das Hotel Alpina verkauft. Alles bleibt aber wie es ist.

Philipp Unterschütz
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Alter Wirt mit neuen Eigentümern des Restaurants Alpina (von links): Werni Odermatt, Pradhan und Zahker Khan. (Bild Philipp Unterschütz)

Alter Wirt mit neuen Eigentümern des Restaurants Alpina (von links): Werni Odermatt, Pradhan und Zahker Khan. (Bild Philipp Unterschütz)

Philipp Unterschütz

Nach über 30 Jahren im Hotel Alpina kann sich das Wirtepaar Heidi und Werni Odermatt in den wohlverdienten Ruhestand zurückziehen. Lange hatten sie vergeblich nach einem geeigneten Nachfolger gesucht (unsere Zeitung berichtete Ende September 2014). Nun haben sie das «Alpina» verkaufen können. «Wir sind sehr zufrieden, denn wir haben einen Käufer gefunden, der das Ganze in unserem Sinn und Geist weiterführt, wie wir uns das gewünscht haben», freut sich Werni Odermatt. «Das Schönste für uns ist, dass das gesamte Personal übernommen wurde und dass auch die Produktion unserer Salatsaucen weitergeführt wird.» In der Tat, das neue Wirtepaar Pradhan und Zahker Khan plant weder eine Konzeptänderung noch einen grösseren Umbau.

Ein familiäres Verhältnis

«Es gibt keinen Grund, etwas zu ändern», sagt Zahker Khan. «Wir haben einen gesunden Betrieb übernommen, der bestens läuft.» Er muss es wissen. Seit über 18 Jahren ist der ursprünglich aus Afghanistan stammende Zahker Khan in der Schweiz im Gastgewerbe, seine Frau Pradhan, die in Nepal geboren ist, seit über 14 Jahren. Beide sind mittlerweile Schweizer Bürger. In den letzten Jahren führten sie in Interlaken die beiden indischen Restaurants Taj Mahal und Taj Palace, sowie das Yaoldi British Pub. Zwei der Betriebe haben sie verkauft, nur noch das «Taj Palace» führen sie weiter. Nach Wolfenschiessen ins «Alpina» sind sie über den Makler gekommen, den Werni Odermatt beauftragt hatte. «Wir haben noch andere Objekte angeschaut, aber beim ‹Alpina› war es für unsere ganze Familie Liebe auf den ersten Blick», erzählt Zahker Khan und fügt lächelnd hinzu: «Und nachher auch mit den Odermatts.» Seine Frau Pradhan ergänzt, dass das Verhältnis zu Werni und seiner Frau Heidi ganz wichtig sei. «Sie sind wie eine Familie für uns.» Die Odermatts hätten den Betrieb aufgebaut und es werde immer auch ihr «Kind» bleiben. Das Verhältnis ist sichtlich gut. Als Zahker Khan nochmals versichert, dass alles beim Alten bleibt, lacht Werni Odermatt, «sogar der alte Wirt ist noch in der Gaststube». Am liebsten hätten sie die Odermatts auch gleich mit dem Inventar übernommen, schmunzelt Zahker Khan.

Kein indisches Restaurant

Heidi und Werni Odermatt lassen sich mit dem Rückzug noch Zeit. «Wir begleiten das neue Wirtepaar, bis alles bestens funktioniert», sagt Odermatt. Sowohl bei der Menükarte wie bei den traditionellen Spezialitätenwochen gibt es keine Änderungen, auch nicht im Hotelbetrieb mit den 30 Betten. «Höchstens in den Spezialitätenwochen wäre es möglich, dass wir mal indische oder nepalesische Speisen anbieten. Es gibt definitiv kein indisches Restaurant im ‹Alpina›», sagt Zahker Khan.

Der Wechsel von ihren ehemaligen indischen Restaurants zur eher traditionellen Schweizer Küche im «Alpina» macht dem neuen Wirtepaar keine Sorgen. «Ganz am Anfang hatte ich noch gewisse Bedenken», sagt Zahker Khan. «Aber erstens unterstützen uns die Odermatts ja weiterhin, und auch das Personal, das wir übernommen haben, kennt sich bestens mit dem bisherigen Betrieb aus.» Sie seien auch von den Leuten im Dorf gut aufgenommen worden, freuen sich die Khans, die seit Januar in Wolfenschiessen wohnen. Und die Stammgäste freuen sich, Heidi und Werni Odermatt weiterhin in der Gaststube anzutreffen.

Hinweis

Infos zu den Spezialitätenwochen unter www.alpina.s5.com