WOLFENSCHIESSEN: Verzögerung im Hochwasserschutz droht

In Wolfenschiessen droht einem dringenden Hochwasser­schutzprojekt eine Verzögerung. Die Gemeindever­sammlung hat am Donnerstagabend zwar den Kredit gesprochen, eine nötige Umzonung aber abgelehnt.

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Kantonsingenieur Josef Eberli zeigt Bilder vom Hochwasser 2005 und den Folgen. Deshalb soll der Secklisbach verbaut werden. (Bild Markus von Rotz/Neue NZ)

Kantonsingenieur Josef Eberli zeigt Bilder vom Hochwasser 2005 und den Folgen. Deshalb soll der Secklisbach verbaut werden. (Bild Markus von Rotz/Neue NZ)

Mit 151 zu 119 Stimmen wurde der Bruttokredit von 3,6 Millionen Franken für die Hochwassermassnahmen am Secklisbach gutgeheissen. Im Sinne des Gemeinderates lehnten die Stimmbürger auch eine Einsprache gegen die Umzonung mit 149 zu 121 Stimmen ab.

Bei der Abstimmung über die Teilrevision des Nutzungsplanes machten sie den Behörden aber einen Strich durch die Rechnung. Die Umzonung eines gefährdeten Gewerbegebietes in die Landwirtschaftszone wurde mit 132 zu 124 Stimmen verworfen.

Damit droht dem Hochwasserschutzprojekt eine Verzögerung. Gemeindepräsident Hans Kopp sagte am Freitag auf Anfrage, dass Ende Oktober die Baumaschinen hätten auffahren können. Bis zur nächsten Hochwassersaison wären die Massnahmen realisiert gewesen.

Verhandlungen und Mehrkosten
Stattdessen stehen der Gemeinde neue Verhandlungen ins Haus. Weil es um versprochenen Realersatz geht, kann dies für den Steuerzahler auch zusätzliche Kosten bedeuten, wie Kopp erlärte.

Wolfenschiessen war am 22. August 2005 nur knapp einer Überschwemmung durch den Secklisbach entgangen. Bedrohlich sind vor allem die - auf rund 200'000 Kubikmeter geschätzten - labilen Erdmassen im Einzugsgebiet des Baches.

Das Projekt sieht vor, das Gerinne aufzuweiten und im Talboden einen offenen Geschiebesammler zu bauen. Das Dorf soll zusätzlich durch einen Erddamm geschützt werden.

Die Kosten für die Massnahmen sind auf 3,6 Millionen Franken veranschlagt. Bund und Kanton Nidwalden beteiligen sich daran mit mindestens 66 Prozent respektive 2,4 Millionen Franken. Auch das Elektrizitätswerk Nidwalden (EWN) bezahlt 0,7 Millionen Franken, so dass Wolfenschiessen noch für 0,5 Millionen Franken aufkommen muss.

sda