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Charen: Zurückwandern auf Feld eins

Die Suche nach einem Wanderweg im Charengebiet dauert schon lange. Jetzt beginnen die Gemeinden Kerns, Wolfenschiessen und Dallenwil von vorne.
Geri Wyss
Die – mittlerweile wieder abgebrochene – Eisenbrücke über den Charen. (Archivbild Neue OZ/pd)

Die – mittlerweile wieder abgebrochene – Eisenbrücke über den Charen. (Archivbild Neue OZ/pd)

Der Ob- und Nidwaldner Höhenweg bietet dem Bergfreund ein besonderes Weitwander-Erlebnis. Er führt vom Pilatus via Brünig zum Stanserhorn und von dort weiter um das Engelbergertal herum bis Oberrickenbach und schliesslich zum Niederbauen.

Der Höhenweg verläuft weit gehend auf bestehenden Wanderwegen. Mit einer Ausnahme: Zwischen Storeggpass in den Melchtalerbergen und Gräfimattstand in den Kernserbergen fehlt bis heute ein definitiver weiss-rot-weiss markierter Bergweg.

Provisorium wegen des umstrittenen Wegverlaufs


In diesen Tagen nun wird eine Umgehungsvariante auf der Nidwaldner Seite des Charen, auch Wagenleis genannt, mit weiss-rot-weiss gefärbten Holzpfosten markiert. Es ist die gleiche wie im vergangenen Jahr. Allerdings ist es wieder nur ein Provisorium für die diesjährige Wandersaison.

Grund für das Provisorium: Seit eineinhalb Jahren ist der Wegverlauf im Gebiet Charen umstritten. Die Initianten, die Ob- und Nidwaldner Wanderwege, sahen eine Route direkt über den Charen vor. Um diese Felsscharte einfach überwinden zu können, wurde eine 10 Meter lange Eisenbrücke montiert. Mit Folgen: Die Umweltverbände WWF Unterwalden und Mountain Wilderness Zentralschweiz erhoben Einsprache.

Alternativrouten wurden gesucht – ohne richtiges Ergebnis


Die Situation am Charen wurde danach zunehmend verfahren. Einerseits vermarkteten Tourismusverantwortliche den Ob- und Nidwaldner Höhenweg weiter. Andererseits bestand die mit gelben Dachlatten mehr schlecht als recht markierte Umgehungsvariante auf der Nidwaldner Seite, die jetzt wie erwähnt «richtig» markiert wird.

Eine Projektgruppe suchte Alternativrouten am Charen, es fanden Begehungen statt, ein Gutachten zur Umweltverträglichkeit wurde in Aussicht gestellt. Resultate blieben Mangelware.

Die Gemeinden versuchen, einen definitiven Weg zu finden


Vor wenigen Wochen brachen dann die Ob- und Nidwaldner Wanderwege die Eisenbrücke wieder ab. Zudem wurde ein weiteres Baugesuch für Anpassungen am Wanderweg zurückgezogen. Dies entkrampfte die Situation und hiess gleichzeitig zurück auf Feld eins am Charen.

Nun nehmen die Wanderwegverantwortlichen der Gemeinden Kerns, Wolfenschiessen und Dallenwil die Sache selber in die Hand. Sie versuchen, zusammen mit den Grundeigentümern endlich einen definitiven Weg zu finden. Dieser soll einen minimalen Ausbaustandard aufweisen und 30 bis 40 Zentimeter breit sein. Natürliche Hindernisse sollen bleiben, sodass Biker den Weg nicht benutzen können. Drei Varianten stehen zur Debatte: eine Umgehung entweder auf Nidwaldner oder auf Obwaldner Seite oder direkt über den Charen.

«Die verfahrene Situation kann entflechtet werden»


Die Wanderwege eines Kantons sind im kantonalen Wanderwegplan ausgewiesen. Von der Bedeutung her entspricht dieser der Richtplanung. Er verpflichtet die Gemeinden, für den Unterhalt und die Signalisation der Wanderwege zu sorgen. Da zwischen Storegg und Gräfimattstand bis heute ein richtiger Wanderweg fehlt, erscheint er im kantonalen Wanderwegplan natürlich auch nicht.

Rudolf Günter, Leiter der kantonalen Fachstelle Wanderwege Nidwalden, meint, es sei wichtig, dass das Verfahren von Anfang an richtig aufgegleist werde. Und ergänzt: «Ein ordentliches Bewilligungsverfahren ermöglicht allen Betroffenen, sich zum Vorhaben äussern zu können, und regelt die Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten. Ich denke, dass dadurch die verfahrene Situation entflechtet werden kann.»

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