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Wolfenschiesser Gemeinderätin Darja Christen: «Ich kann es nicht rückgängig machen»

Darja Christen ist selber «schockiert», dass sie so schnell aus dem Gemeinderat ausscheiden muss. Dennoch zeigt sie sich zufrieden, was sie in den zwei Jahren alles erreicht hat.
Oliver Mattmann
Darja Christen: 2016 in den Gemeinderat gewählt, nun zieht sie in den Kanton Luzern. (Bild: Corinne Glanzmann (Wolfenschiessen, 31. Mai 2016))

Darja Christen: 2016 in den Gemeinderat gewählt, nun zieht sie in den Kanton Luzern. (Bild: Corinne Glanzmann (Wolfenschiessen, 31. Mai 2016))

Die Meldung Mitte Woche überraschte – selbst den Gemeinderat, der nur unwesentlich früher von ihrer Ratskollegin informiert wurde: Darja Christen zieht Ende Juli von Wolfenschiessen weg und muss ihr Amt niederlegen. Unsere Zeitung konnte die 51-jährige SVP-Politikerin am Freitag nun für eine Stellungnahme erreichen: «Ich bedauere, dass ich den Gemeinderat verlassen muss und mit dem kurzfristigen Entscheid viele Leute vor den Kopf gestossen habe.»

Sie habe sich schon länger umgeschaut nach einer passenden Immobilie für sich und ihre Familie, anfänglich auch in Wolfenschiessen und anderswo in Nidwalden. Nun sei aber alles sehr schnell gegangen und sie habe im Kanton Luzern eine «Traumliegenschaft» gefunden. Wie Darja Christen selber sagt, sei ihr bis vor Kurzem unklar gewesen, ob ihr Ausscheiden aus dem Gemeinderat von der Gemeindeversammlung genehmigt werden müsse und sie trotz Wegzug und Verlegung der Schriften bis zu diesem Zeitpunkt im Amt bleiben könne. Aufgrund der erschwerten Kommunikation und längeren Abwesenheiten des Gemeindeschreibers sowie von Auskunftspersonen beim kantonalen Rechtsdienst habe es Verzögerungen gegeben bei der Abklärung rechtlicher Fragen, erzählt sie. «Ich war schockiert, als ich erfuhr, dass der Wegzug mein sofortiges Ende im Gemeinderat bedeutet. Aber ich kann den Entscheid nicht rückgängig machen.» Auf Anfrage legen indes Gemeinderat und -verwaltung Wert auf die Feststellung, dass man erstmals am Montag von Christen in dieser Angelegenheit angefragt oder informiert wurde.

Sie will am politischen Leben weiterhin teilnehmen

Wie Gemeindepräsident Wendelin Odermatt im ersten Artikel betont auch Darja Christen, dass der Gemeinderat als Team funktioniere und eine «Einheit» ist. «Ich bin sehr zufrieden, was ich in diesen zwei Jahren erreicht habe.» Die gebürtige Russin war nach ihrer stillen Wahl 2016 zuerst Vorsteherin der Bereiche Entsorgung/Versorgung, 2017 wurde sie Finanzchefin. «Es ist uns gelungen, die im Gemeindevergleich hohen Steuern in Wolfenschiessen zu senken.» Darüber hinaus arbeitete sie an einer gemeinsamen Finanzstrategie aller Körperschaften in Wolfenschiessen. «Gerne hätte ich die Resultate im September präsentiert». Die Finanzen werden nun interimistisch von ihrem Stellvertreter, Wendelin Odermatt, übernommen, bis der Ersatz von Darja Christen die Arbeit aufnimmt, wie Gemeindeschreiber Andreas Bünter auf Anfrage sagt. Die Ersatzwahl sei am 25. November, der Amtsantritt sei auf 10. Dezember 2018 festgelegt worden.

Trotz Umzug möchte sich Darja Christen weiterhin am politischen Leben in Wolfenschiessen beteiligen, sagt sie gegenüber unserer Zeitung. Ob sie als SVP-Ortspräsidentin zurücktrete, sei noch offen, dies werde an der nächsten Generalversammlung entschieden. Sie stelle sich aber für die Weiterarbeit im Vorstand zur Verfügung. «Ich werde mich mit meinen Freunden und dem angeheirateten Teil meiner Familie in Wolfenschiessen regelmässig austauschen.» Im Kanton Luzern ist Christen schon vor ihrem Wolfenschiesser Amt politisch aktiv gewesen. So sitzt sie seit einigen Jahren im Vorstand der SVP Horw, aktuell ist sie gar Vizepräsidentin.

Rücktritte gehören beinahe zur Tagesordnung

Derweil geht die Suche bei den Ortsparteien in Wolfenschiessen nach Gemeinderatskandidaten wieder von vorne los. Im März dieses Jahres hatte Urs Odermatt (CVP) ebenfalls relativ kurzfristig seinen Rücktritt bekannt gegeben. Er war erst 2016 gewählt worden. Generell waren die letzten Jahre nicht gerade geprägt von Konstanz. Im November 2016 trat der Parteilose Marco Vittori damals nach nur zwei Jahren vorzeitig aus dem Gremium. Um diese Zeit herum hatten zudem unterschiedliche Ansichten und zwischenmenschliche Spannungen erst im Rücktritt von Wendelin Odermatt als Gemeinderat, dann im turbulenten Abgang von Gemeindepräsident Hans Kopp (FDP) und schliesslich im Comeback des Parteilosen Odermatt als Gemeinderat und -präsident gegipfelt.

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