Wolfenschiesser wehren sich gegen Bikepläne

In Wolfenschiessen werden Wanderwege vorerst nicht für Biker aufgewertet.

Markus von Rotz
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Eine geplante Aufrüstung von Wanderwegen für Biker kam in Wolfenschiessen nicht gut an. (Symbolbild: Dominik Wunderli)

Eine geplante Aufrüstung von Wanderwegen für Biker kam in Wolfenschiessen nicht gut an. (Symbolbild: Dominik Wunderli)

Man habe «noch selten über ein Traktandum so intensiv im Vorfeld informiert», sagte Wolfenschiessens Gemeindevizepräsident Thomas Vetterli an der Gemeindeversammlung vom Freitag. Doch die Stimmung war von Anfang an klar: Die vorgeschlagene Sanierung von Wanderwegen samt Aufrüstung für Biker kam nicht gut an. Es begann mit einem Ausstandsantrag gegen Vetterli, er sei beruflich befangen. Darüber liess der Gemeinderat gar nicht abstimmen, weil an einer Gemeindeversammlung Ausstandsregeln nicht gälten und Vetterli den Auftrag des Gesamtrats habe, das Geschäft zu vertreten.

Es folgten mehrere Redner, welche den Nutzen für den Tourismus anzweifelten und die Kosten angesichts der hohen Pro-Kopf-Schuldung kritisierten. SVP-Präsident Leo Amstad forderte eine Beteiligung der Biker an den Kosten und erst einen Gesetzesartikel auf Kantons- oder Gemeindeebene. Namens der CVP vertrat auch Martina Leu den Verwerfungsantrag. «Wir sehen keinen Zusatznutzen mit diesen hohen Kosten.» Andere sprachen von offenen Haftungsfragen, fehlenden Zusagen der Grundeigentümer oder hohen Unterhaltskosten. Als einziger für die Vorlage war FDP-Präsident Markus Christen. Die 200000 Franken für den Wanderweg Wellenberg seien als erster Teil eines wichtigen Konzepts gut investiert.

Darauf hatte der Gemeinderat Wert gelegt. Man habe sich das sehr gut überlegt, wolle dem boomenden Bike-Tourismus mit dem Nachbarn Engelberg etwas bieten und das Ganze aus Kostengründen etappieren, hatte Vetterli betont. Der Tourismus sei «unser grösster Arbeitgeber». Es gehe auch darum, Biker auf offiziellen Wegen zu kanalisieren, um andere Gebiete zu entlasten. Mit 88 zu 64 Stimmen wurde das Geschäft nach 40 Minuten Diskussion verworfen.

Die Schulgemeinde musste eine Steuererhöhung bewilligen (um 0,35 auf 2,0 Einheiten) wegen eines Berechnungsfehlers im Budget 2019. Hätte man das vorausgesehen, hätte man vor einem Jahr die Steuern nicht gesenkt, hiess es vom Schulrat.